
Wer als 18-Jähriger bereits zwei FIFA-Turniere gespielt hat, zudem bei der WM-Qualifikation für Brasilien 2014 das Trikot seines Heimatlandes trug und aktuell beim Olympischen Fussballturnier in London 2012 am Start ist, muss unweigerlich als echtes Juwel bezeichnet werden. Genau deshalb ist man in Neuseeland voller Stolz, auf eine Zukunft mit Tim Payne setzen zu können. Der junge Mittelfeldakteur der All Whites könnte eine goldene Zukunft vor sich haben.
Mit beeindruckender Abgeklärtheit und einer gesunden Portion Selbstvertrauen stellt Payne dieser Tage unter Beweis, dass er bereits im Frühling seiner Karriere große Verantwortung übernehmen kann. Im Olympia-Auftaktspiel der Neuseeländer gegen Belarus konnte der Mann, der beim englischen Traditionsklub Blackburn Rovers unter Vertrag steht, zwar nicht die 0:1-Niederlage verhindern, sorgte aber als zentrales Bindeglied zwischen Abwehr und Mittelfeld für jede Menge Stabilität. "Es ist erstaunlich, wie Tim sich selbst auf einer derart verantwortungsvollen Position bei einem solch großen Turnier bei uns zurechtfindet. Ich habe keinen Zweifel daran, dass er seinen Weg gehen wird", schwärmte Neuseelands Olympia-Coach Neil Emblen im FIFA.com-Gespräch.
Mehr als nur kämpfen
Nicht nur seine Laufstärke, auch seine technische Klasse und gute Spielübersicht machen Payne schon jetzt zu einem potenziellen Hochkaräter aus Ozeanien. Er selbst steckt auf dem Platz voller Tatendrang, gibt sich außerhalb des grünen Rasens jedoch zurückhaltend. Verrückt machen lässt er sich aufgrund des gestiegenen Interesses an seiner Person ganz und gar nicht. "Für mich sind die Zukunftserwartungen in meine Person kein Druck. Im Gegenteil: Jedes Mal wenn ich für mein Land spiele, ist das eine große Ehre", ließ er im Exklusiv-Interview mit FIFA.com wissen und wirkte dabei voller Stolz.
Dabei sind seitens des neuseeländischen Fussballs in der Tat einige Hoffnungen eng mit seiner Person verknüpft. Nachdem die All Whites angesichts von drei Unentschieden in der Gruppenphase ungeschlagen von der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ nach Hause flogen, ist der Ehrgeiz spürbar, sich auf der globalen Bühne weiter zu etablieren. Und das Ganze möglichst nicht nur mit den für sie typischen Kämpfertugenden. "Man schaut sich die Spieler aus der englischen Premier League an und weiß genau, heutzutage reicht es nicht mehr aus, nur physisch stark zu sein. Heutzutage muss man den Ball laufen lassen, das gilt natürlich auch für uns", so Payne.
In der "Underdog-Rolle"
Der Jungstar befindet sich auf dem besten Weg, für diese neue Spielergeneration Neuseelands ein Aushängeschild zu werden. Dabei profitiert er davon, bereits zwei Mal gegen die Weltelite verschiedener Altersgruppen angetreten zu sein. Sowohl bei der FIFA U-17-WM 2011 in Mexiko als auch bei der FIFA U-20-WM 2011 in Kolumbien war das Mittelfeldtalent dabei und lernte. "Jedes Mal, wenn man ein großes internationales Turnier spielt, ist es natürlich auch mit großem Stolz verbunden, sein Land zu vertreten. Noch dazu spielt man jedes Mal gegen Top-Spieler aus der ganzen Welt, bei denen ich mir Dinge abschaue. Sie machen mich zu einem besseren Spieler."
Bei den Olympischen Spielen schaut Payne vor allem bei seinem Vorbild Ryan Giggs vom Team Großbritannien ganz genau hin. Doch er ist nicht nur zum Lernen hergekommen. Am Sonntag steht man in der Gruppe C gegen Ägypten bereits mächtig unter Druck. "Sie sind technisch sehr stark, haben ein hervorragendes Passspiel und können jede Menge mit dem Ball anfangen. Wir hoffen trotzdem, dass wir gegen sie zum Torerfolg kommen werden", so Payne, der dabei auf die eigenen Qualitäten setzt: "Wir halten immer zusammen und sind eine sehr eingeschworene Gruppe - Kiwi-Style eben! Wir sind in der Underdog-Rolle und fühlen uns darin ziemlich wohl."
"Machen uns einen Namen"
Dies soll sich ändern. Der smarte Nachwuchskicker aus Auckland ist überzeugt, dass künftig noch mehr seiner Landsleute in den europäischen Top-Ligen spielen und dadurch im Offensivspiel ruhiger und passgenauer werden. "Wir sind auf einem guten Weg und machen uns einen Namen. Unser Ziel ist es, die nächste Generation in Neuseeland mit noch mehr Ballorientiertheit nach vorne zu bringen."
Paynes großer Traum ist Brasilien 2014, doch er sagt: "Jetzt sind wir erstmal bei Olympia. Ich denke an nichts anderes als daran, mit Neuseeland hier zu zeigen, was wir können." Dieser 18-Jährige rennt schon jetzt vorneweg!




