Spannende Zeiten für Aubameyang
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Nach einem holprigen Start in die Auftaktpartie gegen die Schweiz, in der man durch einen Elfmeter schon früh in Rückstand geriet, konnte sich Gabun von diesem Schock wieder erholen und am Ende den ersten olympischen Auftritt überhaupt mit einem Punktgewinn krönen. Überdies präsentierte sich der Schütze des noch vor der Halbzeitpause erzielten Ausgleichstreffers, Pierre Aubameyang, nach einer für ihn in jeder Hinsicht intensiven Saison in blendender Verfassung.

"Dass ich noch so flink auf den Beinen bin, verdanke ich der Großzügigkeit der Klubverantwortlichen von AS Saint-Etienne, die mir ein bisschen mehr Urlaub gewährt haben als meinen Mannschaftskollegen. Dadurch konnte ich mich gut erholen", so der Torschütze, den man in Frankreich für gewöhnlich nur unter seinem Vornamen Pierre-Emerick kennt, im Gespräch mit FIFA.com.

Dabei hätte er nach der längsten und zugleich erfolgreichsten Saison seiner bisherigen Karriere durchaus etwas mehr Ruhe verdient gehabt. Erfolgreich deshalb, weil er in Saint-Etienne als die Entdeckung des Jahres gilt und mit seinen 16 Saisontoren entscheidend zum Wiederaufschwung des Traditionsklubs beigetragen hat.

Doch damit noch nicht genug: Beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2012, bei dem Gabun als Co-Gastgeber fungierte und erstmals seit 16 Jahren wieder das Viertelfinale erreichte, zählte er ebenfalls zu den Schlüsselspielern seiner Mannschaft.

Nach so einem Jahr an einem großen internationalen Turnier teilzunehmen, mag auf den ersten Blick unvernünftig erscheinen. Nicht so beim Panther, wie der 23-Jährige in seiner Heimat von den Fans gerufen wird, denn der scheint vor Energie und Kraft nur so zu strotzen. "Ich werde alles daran setzen, um nicht nur hier beim Olympischen Fussballturnier, sondern auch zum Beginn der neuen Saison in Form zu sein. Ich bin noch jung, das muss ich ausnutzen."

Aubameyang hat sich fest vorgenommen, seine guten Leistungen der vergangenen Saison auch in Großbritannien anlässlich eines Weltereignisses zu bestätigen, dem in seinen Augen eine große Bedeutung zukommt. "Es war wirklich mein Wille und mein sehnlichster Wunsch, hier dabei zu sein. Im Leben eines Fussballers ist dies eine einzigartige Gelegenheit, und ich möchte mich dafür nochmals bei meinem Trainer Christophe Galtier bedanken, der das genau so sieht und mir ständig SMS-Nachrichten schickt, um mich zu unterstützen."

Mit seinen erst 23 Jahren ist Aubameyang außer dem Torhüter der gabunischen Olympia-Auswahl, Didier Ovono, der einzige Spieler, der vor 1990 geboren wurde. Dank seines Treffers gegen die Schweiz, mit dem er sein Team noch vor der Pause wieder ins Spiel brachte, bekräftigte er einmal mehr seine Rolle als Führungsspieler. Und er stellt hohe Forderungen an sich selbst und an seine Mitspieler, wie seine selbstkritischen Worte beweisen.

"Es ärgert mich ein wenig, dass ich vor dem Ausgleichstreffer noch zwei gute Torchancen hatte, die ich nicht verwerten konnte. Mir ist klar, dass ich vor allem im Abschluss noch einiges verbessern muss. Als die Schweizer mit zehn Mann weiterspielen mussten, hätten wir durchaus in Führung gehen können."

Wenn man einen möglichen Sieg dicht vor Augen hatte, ist ein Remis am Ende natürlich enttäuschend. Andererseits eröffnet das torlose Remis zwischen Mexiko und der Republik Korea im zweiten Spiel der Gruppe B seiner Mannschaft eventuell die Möglichkeit zum Erreichen der nächsten Runde. "Nach all dem sage ich mir, dass wir einen wertvollen Punkt eingefahren haben. Schließlich hat uns hier niemand auf der Rechnung. Also werden wir unseren Weg weitergehen und unser Bestes geben."

Aubameyang weiß, dass sein Team einerseits nichts zu verlieren hat, andererseits aber alles gewinnen kann. Und zwar stets in der Hoffnung, dass die gute Vorstellung seiner Mannschaft in der Auftaktpartie nur der Anfang einer Erfolgsserie war. "Ich persönlich hatte schon damit gerechnet, dass es so kommen würde. Daran habe ich nie gezweifelt. Wir verfügen über ein großes Potenzial an talentierten Spielern, dessen werden wir uns nach und nach bewusst. Nichtsdestotrotz stehen wir erst am Beginn der neuen Saison, da muss der eine oder andere noch Schritt für Schritt auf Touren kommen. Unseren beiden restlichen Gruppenspielen sehe ich jedenfalls ziemlich optimistisch entgegen."

Angesichts der mindestens zwei noch ausstehenden Partien bei diesem Turnier - am Sonntag, 29. Juli, in Coventry gegen Mexiko und am Mittwoch, 1. August, im legendären Wembleystadion gegen die Republik Korea - wird Pierre Aubameyang die Reise nach London so oder so nicht umsonst auf sich genommen haben. Und wer weiß, vielleicht klappt es ja sogar mit seinem Plan, über die Gruppenphase hinauszukommen.