Brasilien
Der brasilianische Fussballverband (Confederação Brasileira de Futebol - CBF) wurde 1914 gegründet, gehört seit 1923 der FIFA an und hat eine einzigartige Bilanz vorzuweisen: Titelgewinne bei fünf FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™, acht Copa Américas, fünf FIFA U-20-Weltmeisterschaften, drei FIFA U-17-Weltmeisterschaften, drei FIFA Konföderationen-Pokalen, fünf FIFA Futsal-Weltmeisterschaften, vier FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaften sowie Dutzende kontinentaler Trophäen stehen zu Buche. Nur wenigen Fussballverbänden ist es gelungen, auf der internationalen Bühne einen ähnlich starken Eindruck zu hinterlassen.

Der Fussball nimmt in Brasilien einen Ehrenplatz ein. Zweimal wurde in den Land eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft ausgetragen, zuletzt 2014. Zwar sind die Brasilianer gleichzeitig leidenschaftliche Volleyball-, Basketball-, Tennis- und Formel-1-Fans und begeistern sich auch für andere Motorsportarten, aber nur der legendäre Ayrton Senna kann mit der Popularität der Fussballgrößen des Landes mithalten.

Die Nummer eins unter ihnen ist zweifellos O Rei, Pelé, dessen Name in Brasilien fast ein Synonym für die Sportart selbst ist. Allerdings gab es im Laufe der Jahre noch eine ganze Reihe weiterer Ausnahmetalente im Trikot der Seleção: Leonidas, Garrincha, Didi, Vava, Zagallo, Tostão, Zico, Jairzinho, Carlos Alberto, Socrates, Bebeto, Romario, Cafú, Ronaldo und Roberto Carlos sind nur einige von ihnen. Die Liste der Spieler, deren Namen sich tief ins Bewusstsein der Menschen eingegraben haben, ist geradezu atemberaubend.

Der brasilianische Fussball bringt noch immer außergewöhnliche Talente hervor. Heute sind es Superstars wie Neymar, die die Fussballfans auf der ganzen Welt begeistern.

Geschichte
Aus vielen Quellen geht hervor, dass der Spanier Vicente Yáñez Pinzón der erste europäische Entdecker war, der seinen Fuss auf brasilianischen Boden gesetzt hat. Er soll am 26. Januar 1500 in der Nähe des heutigen Recife gelandet sein. Offiziell gilt jedoch der Portugiese Pedro Álvares Cabral als Entdecker Brasiliens. Seine Flotte erreichte auf der Suche nach Indien am 22. April 1500 den Süden des heutigen Bahia. Ab 1530 setzte die portugiesische Krone eine Kolonialisierungspolitik um, die jahrhundertelang andauern sollte und erst endete, als Dom Pedro I. am 7. September 1822 die Unabhängigkeit des Landes ausrief.

Nach 1822 war Brasilien zunächst ein Kaiserreich. Im November 1889 wurde Kaiser Dom Pedro II. dann aber durch einen Militärputsch unter Führung von Marschall Manuel Deodoro da Fonseca entmachtet. Die Republik wurde ausgerufen. Zwar gab es eine lange Periode der Instabilität und von 1964 bis 1985 herrschte gar eine Militärdiktatur, inzwischen erntet das Land aber die Früchte der Demokratie.

Die aktuelle Präsidentin Dilma Rousseff wurde am 31. Oktober 2010 gewählt und trat ihr Amt am 1. Januar 2011 an.

Wirtschaft
Brasilien war lange Zeit vornehmlich agrarwirtschaftlich ausgerichtet, erfuhr jedoch im Laufe der 60er- und 70er-Jahre ein rasantes industrielles Wachstum. In den 80er-Jahren verfügte man dann bereits über eine im Wesentlichen moderne und breit gefächerte Wirtschaftsstruktur. Diese Entwicklung ging Hand in Hand mit der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen des Landes, insbesondere sind hier Kohle und Eisenerz zu nennen.

Fast ein Viertel der weltweiten Kaffeeproduktion stammt aus Brasilien. Die Plantagen sind vornehmlich in den Bundesstaaten São Paulo, Paraná, Espiríto Santo und Minas Gerais zu finden. Brasilien gehört auch zu den weltweit größten Produzenten von Zuckerrohr, aus dem nicht nur Zucker, sondern auch Alkohol für 2,5 Millionen in Sonderausführung hergestellter Fahrzeuge gewonnen wird. Auch bei Rizinus, Kakao, Mais und Orangen gehört Brasilien zu den weltweit größten Produzenten. In großen Mengen angebaut werden zudem Sojabohnen, Tabak, Kartoffeln, Baumwolle, Reis, Weizen, Maniok und Bananen. In fast allen Bundesstaaten des Landes spielt zudem die Schaf- und Rinderzucht eine große Rolle.

Der brasilianische Regenwald birgt eine große Zahl natürlicher Reichtümer, etwa Tungöl, Kautschuk, Carnauba-Wachs, Caroa-Fasern, Heilpflanzen, Pflanzenöle, Harze sowie Bau- und Möbelholz. Trotz der großen Vorkommen an Erzen und Mineralien hat sich der Bergbau in Brasilien erst in jüngster Zeit entwickelt.

Geografie
Brasilien ist das größte Land Südamerikas und nimmt fast die Hälfte des Kontinents ein. Im Osten wird Brasilien vom Atlantik begrenzt. Die Nachbarländer im Norden sind Venezuela, Guyana, Suriname und Französisch-Guyana. Im Westen grenzt Brasilien an Argentinien, Paraguay und Peru, im Nordwesten an Kolumbien und im Süden an Uruguay. Einzig Chile und Ecuador haben in Südamerika keine gemeinsame Grenze mit Brasilien.

Mit einer Fläche von 8.547.404 km² ist Brasilien nach Russland, Kanada, den USA und China das fünftgrößte Land der Erde. Die maximale Ausdehnung des Landes von Norden nach Süden beträgt 4.345 km, von Osten nach Westen sind es 4.330 km. Die Atlantikküste ist die am dichtesten besiedelte Region des Landes. Hier befinden sich auch die zwei großen Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro. Die Hauptstadt Brasília, deren Einwohnerzahl 2003 geschätzte 2.094.000 betrug, befindet sich hingegen mehr als 1.000 km im Landesinneren.

Zahlen und Fakten
Brasilien ist mit rund 190 Millionen Einwohnern das fünftbevölkerungsreichste Land der Erde. Fast 75 Prozent der Bevölkerung ist katholisch, weitere 26 Millionen sind Protestanten. Dagegen ist die jüdische Gemeinde in Brasilien relativ klein.

Das Land ist in fünf Regionen unterteilt (den Mittelwesten, den Norden, den Nordosten, den Süden und den Südosten). Die Regionen sind wiederum in 26 Bundesstaaten und einen Bundesdistrikt mit der Hauptstadt Brasília gegliedert.

Der Südosten ist vor allem für sein enormes Potenzial an Wasserkraft bekannt und die am dichtesten bevölkerte Region Brasiliens. Hier leben fast 80 Millionen Menschen, das sind etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerungszahl. Diese Region weist mit 84,21 Bewohnern pro km² auch die größte Bevölkerungsdichte auf und verfügt mit 90 Prozent über die höchste Verstädterung.

Amtssprache ist Portugiesisch, viele Brasilianer sprechen jedoch außerdem je nach ihrer Herkunft bzw. Abstammung noch eine weitere Sprache. In den Städten des Südens sind beispielsweise Deutsch und Italienisch weit verbreitet.