ZUSAMMENFASSUNG DES SPIELTAGES - Belgien hat sich in Gruppe E mit einem souveränen Sieg gegen die Republik Irland zurückgemeldet. Für die Roten Teufel war es der erste Sieg bei einer Europameisterschaft seit 16 Jahren. In Gruppe F fanden derweil die Begegnungen drei und vier statt. Island musste dabei kurz vor Schluss noch zwei Punkte gegen Ungarn abgeben und Portugal enttäuschte gegen Österreich erneut.

FIFA.com fasst die wichtigsten Ereignisse der drei Begegnungen von Samstag, 18. Juni, zusammen.

Die Ergebnisse
Belgien – Republik Irland 3:0
Island – Ungarn 1:1
Portugal – Österreich 0:0

Die Analyse
Konnte man im ersten Spiel Belgiens beim 0:2 noch von einem kollektiven Versagen sprechen, so zeigte die Mannschaft gegen die Republik Irland ein ganz anderes Gesicht. Mit Romelu Lukaku und Kevin de Bruyne taten sich dabei ausgerechnet zwei Akteure hervor, die nach dem ersten Auftritt noch harsch kritisiert worden waren. Ersterer schnürte einen Doppelpack, Letzterer rechtfertigte seine zuvor geforderte Aufstellung als Spielmacher mit einer weiteren Torvorbereitung. Der zum besten Spieler der Partie gewählte Axel Witsel köpfte zwischenzeitlich eine Flanke von Thomas Meunier zum 2:0 für die Roten Teufel ein. Die beim 1:1-Remis gegen Schweden noch so laufstarken und offensivfreudigen Iren nahmen insbesondere in der zweiten Hälfte kaum mehr am Spiel teil, nachdem sie schon im ersten Durchgang vornehmlich auf die Defensive geachtet hatten.

Wie schon bei der EURO-Feuertaufe gegen Portugal spielte Island auch im zweiten Spiel gegen Ungarn 1:1. Dabei ist jedoch nur das Ergebnis das gleiche. Gefühlt war es für die Nordeuropäer ein ganz anderes Spiel. Am Konzept freilich hatte Island nichts geändert: Die Ballkontrolle wurde weitgehend dem Gegner überlassen, bei den wenigen eigenen Vorstößen aber schnell und zielstrebig gespielt. Diese Taktik ging auf, zumal Ungarn munter nach vorn spielte, aber keine Lücken in der Hintermannschaft der Insulaner fand. Regelrecht euphorisch wurden die isländischen Anhänger dann, als Gylfi Sigurdsson kurz vor dem Pausenpfiff einen Elfmeter verwandelte. Letztlich war ein Eigentor von Birkir Saevarsson nötig, um die Belagerung des isländischen Strafraums kurz vor Schluss doch noch zum Erfolg zu führen.

Einmal Pfosten durch Nani, einmal Pfosten durch Cristiano Ronaldo bei einem Strafstoß, ansonsten Chancen in Fülle und Fülle, die allesamt in den Armen von Robert Almer endeten: Portugal spannte seine Anhänger beim torlosen Unentschieden gegen Österreich auf die Folter. Man kann den Portugiesen nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben, aber am Ende scheiterte der Favorit an seiner Ungenauigkeit, seinen Nerven und auch am fehlenden Glück. Gegner Österreich kämpfte derweil aufopferungsvoll und machte der technisch hoch überlegenen Selecção das Leben schwer. Offensiv indes hatte die Alpenrepublik außer einem Schuss von Stefan Ilsanker nichts zu bieten. Österreich gewann mit letztem Einsatz den einen Punkt, der es weiter vom Achtelfinale träumen lässt. Und für Portugal ist selbst noch Platz eins in Gruppe F möglich, wenn im letzten Vorrundenspiel ein Sieg gegen Ungarn gelingt.

Der Moment des Spieltages
Belgien braucht Räume für sein Spiel. Gegen Italien bekamen die Roten Teufel 90 Minuten lang keine, gegen Irland eine Halbzeit lang nicht. Vor der Pause waren die Schützlinge von Marc Wilmots erneut nur feldüberlegen, aber nicht torgefährlich. Einzig Eden Hazard brachte einen Volleyschuss zustande – zu wenig für 45 Minuten. Aller Ballbesitz brachte nichts ein, weil die Iren immer wieder rechtzeitig hinter den Ball kamen. Nach der Pause kamen die Belgier mit neuem Elan und mehr Zielstrebigkeit auf den Platz zurück. Diesmal nutzten sie die wenigen von den Iren angebotenen Räume. Das Führungstor durch Lukaku war ein Paradebeispiel dafür: Thomas Vermaelen eroberte den Ball an der Seitenlinie und spielte auf den bulligen Angreifer, der wiederum ablegte auf Bruyne und dann im Vollsprint 75 Meter zurücklegte, um eiskalt abzuschließen.

Die Statistik
128 – So viele Länderspiele hat Cristiano Ronaldo inzwischen für Portugal bestritten. Sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte der 31-Jährige am 20. August 2003 gegen Kasachstan. Gegen Österreich löste er Luis Figo als Rekordnationalspieler (127 Länderspiele) ab.

Das Zitat
"Ich bin seit jeher ein Verfechter des Offensivfussballs, aber wir waren unpräzise. Wir haben das Spiel beherrscht, ohne klare Chancen herauszuspielen. Island hat auch gut verteidigt. Die Menschen in Ungarn leben immer noch ein wenig in der Vergangenheit. Man muss diesen Spielern bei aller momentan herrschenden Euphorie auch Zeit geben. Wir müssen die Mannschaft mit Blick auf die WM weiter entwickeln."
Bernd Storck (Trainer, Ungarn)

Der nächste Spieltag
Sonntag, 19. Juni
Gruppe A
Rumänien – Albanien (21:00 Uhr)
Schweiz – Frankreich (21:00 Uhr)