• Francis Koné verhinderte in einem Ligaspiel am 25. Februar, dass der Torhüter von Bohemians 1905 an seiner Zunge erstickte
  • Er rettete zum vierten Mal auf diese Weise einen Fussballer auf dem Platz  
  • Das Video seiner Heldentat ging um die Welt 

Francis Koné ist vielleicht nicht der bekannteste togoische Spieler. Zweifellos aber derjenige, der momentan am meisten Anerkennung genießt. Seit dem vergangenen 25. Februar häufen sich bei ihm die Dankesbezeugungen. Der Angreifer hat auf dem Fussballfeld etwas Außergewöhnliches geleistet. Eine Heldentat im wahrsten Sinne des Wortes: Koné hat einem Spieler das Leben gerettet. 

Die Szene ereignete sich um die 30. Minute der Partie des 18. Spieltags der tschechischen Meisterschaft zwischen Bohemians 1905 Prag und FC Slovacko. Nach einem langen Ball war der Schlussmann von Bohemians, Martin Berkovec, aus seinem Kasten gelaufen, um die Situation zu klären. Dabei stieß er mit seinem Verteidiger Daniel Krch zusammen und blieb bewusstlos am Boden liegen. Der gegnerische Stürmer Francis Koné leistete sofort erste Hilfe. 

"Ich kann nicht zusehen, wie jemand erstickt, ohne etwas zu tun. Das ist unmöglich", sagt Koné im Gespräch mit  FIFA.com. "Ich habe nicht gezögert." Er griff seinem Gegner mit den Fingern in den Mund, damit dieser seine Zunge nicht verschluckt. "Ich bin kein Mediziner und habe keine Sanitäterausbildung, aber ich weiß, was man in einer solchen Situation tun muss", erklärt er. Aus gutem Grund: Es ist das vierte Mal in seiner Karriere, dass er auf diese Weise eingreift.

Kurzprofil von Francis Koné
- Geboren am 29. November 1990 in Bondoukou (Elfenbeinküste) als Sohn einer togoischen Mutter
- Größe: 1,89 Meter
- Ausbildung in Abidjan im Ausbildungszentrum Bibo
- Stationen als Profi: FC San Pédro (Elfenbeinküste), Muangthong United FC (Thailand), PTT Rayong FC (Thailand), Al-Musannah SC (Oman), SC Olhanense (Portugal), Honved Budapest (Ungarn), 1. FC Slovácko (Tschechische Republik)
- Zweifacher Nationalspieler für Togo

"Ja, das klingt unglaublich, aber es ist mir schon einmal in Thailand und zwei Mal in der Elfenbeinküste passiert", bestätigt er. "Beim ersten Mal habe ich dem keine Bedeutung beigemessen. Aber wenn es ein zweites und dann ein drittes und ein viertes Mal passiert, ist das ganz schön häufig. Das zweite Mal war traumatisch, weil ich wirklich spürte, dass der Spieler von uns geht."

Held wider Willen
Dieses vierte Mal waren die Kameras da, denn das mediale Interesse an der tschechischen Liga ist groß. Das Video seiner Heldentat ging um die Welt. Koné ist inzwischen ein wahrer Held, doch er wehrt ab. "Nur Gott macht dich zum Helden. Es war sein Wille, dass ich diesen Mann rette", sagt Koné, der sich seitdem vor Interviewanfragen kaum retten kann und viele Auszeichnungen erhält. "Ich habe das Gefühl, ein Star zu sein. Man erkennt mich auf der Straße und bittet mich um Autogramme und Selfies. Ich werde zum Abendessen eingeladen und bekomme Preise. Doch was ich auf dem Platz getan habe, ist für mich normal."

Dass seine vier Heldentaten überhaupt erwähnt werden, akzeptiert er nur, weil sie zu den großen Momenten seiner noch jungen Karriere gehören - "es ist schließlich keine Kleinigkeit". Doch Koné nennt außerdem seine Erinnerungen an die ersten Länderspiele. Denn der Lebensretter ist auch togoischer Nationalspieler. "Ich bin zwei Mal in den Kader der Sperber berufen worden. Ich arbeite hart, um wieder zur Nationalmannschaft eingeladen zu werden. Mein größter Traum ist, an der Seite von Emmanuel Adebayor zu spielen. Er ist mein Vorbild", sagt er offenbar ohne gemerkt zu haben, dass er für Tausende von Menschen inzwischen selbst ein Vorbild ist.

https://www.facebook.com/martin.berkovec.7/posts/1390235264330254?pnref=story

("Ich möchte mich bei Francis Koné bedanken, dessen schnelles Handeln mich gerettet hat. Nochmals DANKE!")