Acht Mal in Folge haben in der CONCACAF Champions League Mannschaften aus Mexiko den Titel gewonnen. Seit der Umstrukturierung der kontinentalen Königsklasse zur Saison 2008/09 haben ausschließlich Teams aus der mexikanischen Liga MX die Trophäe geholt und die CONCACAF-Zone bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft vertreten.

Und auch die drei letzten Titel des Vorläuferwettbewerbs CONCACAF Champions' Cup hatten mexikanische Klubs geholt, die es somit sogar auf elf Titelgewinne in Folge bringen. Diese Zahlen belegen nicht nur eindrucksvoll die Stärke des mexikanischen Fussballs, sondern zeigen auch, wie schwer es für nicht-mexikanische Klubs ist, den wichtigsten Vereinswettbewerb der Region zu gewinnen.

In dieser Woche stehen die Halbfinal-Hinspiele der Saison 2016/17 auf dem Programm und noch halten zwei MLS-Klubs ihre jeweiligen Landesfarben hoch. Der FC Dallas aus den USA und die Vancouver Whitecaps aus Kanada könnten in den nächsten vier Partien Fussballgeschichte schreiben und sich mit einem Erfolg den Startplatz bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2017 in den Vereinigten Arabischen Emiraten sichern. Allerdings treffen beide Mannschaften auf mexikanische Gegner: der FC Dallas muss sich mit Pachuca messen während die Vancouver Whitecaps auf den letztjährigen Zweitplatzierten Tigres UANL treffen.

Willkommene Herausforderung
Für MLS-Klubs ist es auch aus terminlichen Gründen stets schwer, sich in den K.o.-Runden der CONCACAF Champions League gegen mexikanische Teams durchzusetzen. Denn während die Liga MX bereits mitten in der Rückrunde der Meisterschaft steht, ist die MLS gerade erst Anfang des Monats in die neue Saison gestartet. Für Dallas und Vancouver hatte die Saison 2017 mit der Viertelfinalrunde des Wettbewerbs begonnen. Dort setzte sich Dallas gegen Arabe Unido aus Panama durch, während die Vancouver Whitecaps gegen die New York Red Bulls siegten. Hinzu kommen nur noch einige wenige Ligaspiele. Entsprechend schwer dürfte es für Dallas und Vancouver werden, in den nun anstehenden Halbfinalen ihre Bestleistung abzurufen.

Auch wenn es für sein Team noch früh in der Saison ist, ist Dallas-Trainer Oscar Pareja überzeugt, dass sein Team dem Gegner Pachuca in Hin- und Rückspiel Einiges abfordern kann. "Für uns ist das immer eine großartige Herausforderung", so der aus Kolumbien stammende Trainer gegenüber FIFA.com. "Es ist ein Privileg und eine Ehre, die MLS in dieser Phase zu vertreten und auf ein Team wie Pachuca zu treffen. Wir sind sehr optimistisch. Wir glauben an uns und wir sind überzeugt, in Hin- und Rückspiel gute Leistungen zu zeigen. Darauf bereiten wir uns vor."

Ganz ähnlich äußert sich auch Whitecaps-Trainer Carl Robinson, der sein junges Team auf die Reise nach Mexiko vorbereitet, wo sie am Dienstag im einschüchternden Estadio Universitario gegen die Tigres antreten. "Das ist eine unglaubliche Erfahrung für die jungen Spieler in unserem Kader", so der ehemalige walisische Nationalspieler. "Das wird für viele eines der größten Spiele ihrer Karriere und das sollten sie entsprechend genießen. Sie dürfen es nicht einfach so verstreichen lassen, sondern müssen jede Minute in Hin- und Rückspiel genießen, denn eine derartige Gelegenheit darf man nicht vergeuden."

Gelingt der Durchbruch?
Ein etwas genauerer Blick in die Geschichte der CONCACAF Champions League kann Dallas und Vancouver durchaus in der Hoffnung bestärken, den Voraussagen trotzen und sich Ende April den Titel sichern zu können. So fehlte beispielsweise Real Salt Lake in der Saison 2010/11 nur ein einziges Tor, um sich als erstes U.S.-amerikanisches Teams seit Los Angeles Galaxy im Jahr 2000 den Titel zu sichern. Am Ende setzte sich doch Monterrey gegen das Team aus Utah durch, wenn auch nur denkbar knapp mit einem 3:2 im Gesamtergebnis nach Hin- und Rückspiel. Monterrey sollte auch die nächsten zwei Auflagen der CONCACAF Champions League gewinnen. 2014/15 stieß Montreal Impact mit starken Leistungen bis ins Finale vor. Der erste Titelgewinn für Kanada und einen MLS-Klub schien möglich, doch am Ende war Club America doch zu stark für das Team aus Quebec und setzte sich im Gesamtresultat mit 5:3 durch.

In den Reihen der Vancouver Whitecaps steht ein Spieler, der tatsächlich den wichtigsten Vereinswettbewerb der CONCACAF schon einmal gewonnen hat, und zwar in dem Jahr, als es letztmals einen nicht-mexikanischen Sieger gab. 2005 trug Christian Bolanos zum Erfolg des costaricanischen Spitzenklubs Deportivo Saprissa bei, der zudem bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft in Japan den dritten Platz belegte.

"Wir müssen an unsere Chance glauben und als geeintes Team auftreten", so der costaricanische Nationalspieler. "Wir stehen im Halbfinale. Diese Chance müssen wir nutzen. Es spielt keine Rolle, ob die Tigres angeblich stärker am Ball sind oder was auch immer aus den Zahlen in den Medien abgeleitet wird. Das hier ist Fussball. Wir spielen 180 Minuten und wir müssen sehr clever spielen. Wenn wir in Mexiko ein 0:0 holen können, wäre das großartig und würde uns viel Selbstvertrauen schenken."

Ein günstiges Ergebnis bei den Tigres würde den Whitecaps für das entscheidende Rückspiel am Mittwoch, 5. April, im BC Place-Stadion in Vancouver eine gute Ausgangsposition verschaffen. Noch wichtiger ist ein gutes Hinspielresultat für Dallas, das am Mittwoch im heimischen Toyota-Stadion antritt. Das entscheidende Rückspiel folgt dann am Dienstag, 4. April, im Estadio Hidalgo in Pachuca.

Dallas-Torhüter Chris Seitz kann das Duell gegen die Tuzos kaum noch erwarten. "Wir gehen mit großem Siegeswillen in jedes unserer Spiele", so der Torhüter. "Natürlich müssen wir insbesondere in der Defensive sehr gut stehen. Es geht über Hin- und Rückspiel und wir kennen den Gegner ziemlich gut. Wir wissen, dass es für uns eine große Herausforderung ist."