Die letzte Runde vor der Gruppenphase der CAF Champions League wird von nordafrikanischen Klubs dominiert. Sie stellen sieben der 16 verbleibenden Mannschaften in Afrikas größtem Vereinswettbewerb. Im April geht es weiter. Algerien, Ägypten und die DR Kongo sind dabei die einzigen Länder, die noch zwei Vertreter im Wettbewerb haben.

Das Spiel der Woche
Zamalek – Union Douala 2:0

Zamalek bescherte dem neuen Trainer Alex McLeish zu seinem Start in die CAF Champions League einen Sieg. Das 2:0 in Kairo gegen Union Douala aus Kamerun bedeutet in der Addition ein souveränes 3:0. Der ehemalige schottische Nationaltrainer, der den fünfmaligen Titelträger Ende Februar übernommen hat, konnte sich dabei schon Mitte der ersten Halbzeit über die Führung durch Mahmoud Kahraba freuen. Der im vergangenen Sommer zu Zamalek gewechselte Außenbahnspieler stand zuletzt in der Kritik. Nach schwachen Leistungen ist er nicht in Ägyptens Kader für das bevorstehende Qualifikationsspiel für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal gegen Nigeria berufen worden. Gegen Douala zeigte er jedoch seine Stärken. Kahraba war von den Gästen nie in den Griff zu kriegen. Diese konnten noch von Glück sagen, dass sie das Spiel bis eine Minute vor Schluss offen hielten. Erst dann beseitigte Ahmed Tawfik mit einem Abstauber die letzten Zweifel.

Die Überraschungen
Vital'O – Enyimba 2:1
CNaPS Sport – Wydad Casablanca 2:1

Die beiden ehemaligen afrikanischen Champions Enyimba und Wydad Casablanca hatten in ihren Heim-Hinspielen bereits einen Großteil der Arbeit erledigt und jeweils mit 5:1 gewonnen. Dennoch hätten ihre Fans wohl nicht damit gerechnet, dass sie die Rückspiele in Burundi bzw. Madagaskar verlieren würden. Und doch ist es genau das, was dem nigerianischen und dem marokkanischen Meister widerfahren ist. Beide verloren auswärts mit 1:2. Dabei war Enyimba in Bujumbura mit der selben Mannschaft gestartet, die Vital'O im Hinspiel besiegt hatte und ging sogar durch Ikechukwu Ibenegbu in Führung. Doch die tapfere Heimmannschaft drehte das Spiel durch Tore von Shashiri Nahimana und Laudit Mavugo und kam so zu einem Sieg für die Moral.

Die anderen Spiele
Titelverteidiger TP Mazembe setzte sich überraschend knapp mit einem 3:2 in der Addition gegen St. George durch. Jonathan Bolingi schoss im Heimspiel das einzige Tor der Partie – in der 88. Minute, vom Elfmeterpunkt aus. Mazembes neuer Trainer Hubert Velud hatte sich im Tor für Sylvain Gbohouo statt für Afrika-Legende Robert Kidiaba entschieden und der Nationalspieler der Elfenbeinküste dankte es mit reihenweise Klasseparaden. Die Raben könnten in der nächsten Runde auf ihre Landsleute von Vita Club treffen. Die Mannschaft aus der DR Kongo spielte in Mosambik gegen Ferroviario 1:1, hatte aber das Hinspiel daheim mit 1:0 gewonnen.

MO Bejaia warf mit Club Africain einen früheren Gewinner der afrikanischen Königsklasse aus dem Wettbewerb. Im rein nordafrikanischen Duell gewann der Neuling aus Algerien mit 2:0 und setzte sich damit in der Addition mit 2:1 durch. Mehr Glück war dem anderen tunesischen Vertreter beschieden. Etoile du Sahel schlug Olympique Khouribga ebenfalls mit 2:0 und siegte so in der Addition mit 3:1. Freuen konnte sich auch der südafrikanische Klub Mamelodi Sundowns, der mit einem 3:1 in der Addition weiter kam. Im Hinspiel bei AC Leopards hatte es nach 90 Minuten 1:1 gestanden. Eine Enttäuschung erlebten hingegen die Kaizer Chiefs, die die Niederlage aus dem Heimspiel gegen ASEC Mimosas nicht mehr wett machen konnten. In der Elfenbeinküste kamen die Südafrikaner nicht über ein torloses Remis hinaus. Unterschiedlich auch die Schicksale der beiden letztjährigen Halbfinalisten Al Merreikh und Al Hilal aus Sudan. Merreikh gewann auch das zweite Spiel gegen die Warri Wolves aus Nigeria mit 1:0 und somit in der Addition mit 2:0. Hilal dagegen schied aufgrund der Auswärtstorregelung gegen den libyschen Klub Al Ahli aus, dessen Tor bei der 1:2-Niederlage in Sudan sich so als besonders wertvoll erwies.

Der Spieler der Woche
Letztes Jahr wurde Ramadan Sobhi zum zweitjüngsten ägyptischen Nationalspieler nach Mido. Falls es noch eines Beweises für das Talent des 18-Jährigen bedurft hatte, so wurde dieser spätestens mit dem Galaauftritt mit Al Ahly gegen Recreativo do Libolo aus Angola erbracht. Sobhi, der auf dem Flügel ebenso spielen kann wie zentral, brachte die Roten Teufel schon früh in der Partie aus spitzem Winkel in Führung. Auch an Al Ahlys zweitem Tor war er beteiligt. Dabei spielte Sobhi den Ball im zweiten Durchgang mit der Hacke auf Walid Soliman und dieser flankte auf den ghanaischen Stürmer John Antwi. So kam Afrikas erfolgreichster Verein mit 2:0 in der Addition weiter.

Statistik
4 – So viele Tore haben die bislang erfolgreichsten Schützen im Wettbewerb geschossen. Mamadou Diawara von Recreativo do Libolo ist dabei bereits ausgeschieden, aber Reda Hajhouj (Wydad Casablanca) und Mfon Udoh (Enyimba) können ihre Bilanz noch verbessern.

Zitat
"Ich sage jetzt etwas, das jeden überraschen wird: Ich wollte gar nicht auf diese Weise treffen. Als ich am Verteidiger vorbei war, wollte ich eigentlich einen Pass spielen. Dann habe ich den Ball aber nur mit der Schuhspitze erwischt und er ist rein gegangen. Über die Zeitlupe war ich selbst überrascht, denn im Fernsehen sah es so aus, als sei es ein bewusster Torschuss gewesen."
Ramadan Sobhi (Al Ahly)