Alle zwei Jahre zieht der Fussball ganz Afrika in seinen Bann, wenn der CAF Afrikanische Nationen-Pokal über die Bühne geht und die Fans begeistert. 2017 ist das Austragungsland Gabun, das sich in den letzten Tagen der Vorbereitung auf das Turnier besonders fein herausgeputzt hat. Außer um die afrikanische Krone kämpfen die 16 teilnehmenden Nationen auch um das Ticket für den FIFA Konföderationen-Pokal im Juni und Juli 2017 in Russland. Titelverteidiger ist die Elfenbeinküste.

FIFA.com wirft wenige Stunden vor dem Anpfiff der Eröffnungspartie am 14. Januar in Libreville einen Blick auf die teilnehmenden Mannschaften und Akteure und macht Sie mit den wichtigsten Favoriten, den interessantesten Spielern, die ihre Klasse bestätigen beziehungsweise erstmals auf sich aufmerksam machen wollen, sowie mit den Außenseitern vertraut.

Die Teilnehmer
Gruppe A: Gabun, Burkina Faso, Kamerun, Guinea-Bissau
Gruppe B: Algerien, Tunesien, Senegal, Simbabwe
Gruppe C: Elfenbeinküste, DR Kongo, Marokko, Togo
Gruppe D: Ghana, Mali, Ägypten, Uganda

Die Favoriten
Auch wenn sich der dreimalige Afrika-Meister Nigeria nicht für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2017 qualifizieren konnte und Mannschaften wie Südafrika, Kongo, Äthiopien, Sudan und Sambia das gleiche Schicksal ereilte, andere ehemalige Turniersieger wie die Elfenbeinküste als aktueller Titelträger sind in Gabun 2017 mit von der Partie. Die Ivorer haben beim bevorstehenden Turnier ihren insgesamt dritten Titel im Visier. Allerdings bekommen sie es in ihrer Gruppe mit zwei früheren Champions zu tun. Vor allem mit Marokko, das ausgerechnet von Trainer Hervé Renard betreut wird, der die Ivorer in Äquatorial-Guinea 2015 zum Gewinn der kontinentalen Krone geführt und drei Jahre zuvor mit Sambia triumphiert hatte.

Der viermalige Afrikameister Kamerun ist seit dem Rücktritt von Samuel Eto'o aus der Nationalmannschaft auf der Suche nach Alternativlösungen. Wenn man sich die Gruppe mit Gabun, das neben dem Heimvorteil auf einen seit zwei Jahren glänzend aufgelegten Pierre-Emerick Aubameyang bauen kann, und Burkina Faso, Finalist von 2013, ansieht, bleibt den Kamerunern dafür allerdings nicht mehr viel Zeit.

Was Algerien anbelangt, so waren die Nordafrikaner bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ zwar das beste afrikanische Team, ihr Start in die WM-Qualifikation für Russland 2018 verlief aber eher holprig. Ihr Ziel für dieses Turnier lautet daher, sich durch den zweiten Titelgewinn wieder in der Spitzengruppe des kontinentalen Fussballs zu etablieren. Dazu müssen sie sich aber erst einmal in ihrer Gruppe gegen Senegal, das über ein beeindruckendes Offensivpotenzial verfügt, und Tunesien, das mannschaftlich und taktisch stets hervorragend aufgestellt ist, durchsetzen.

Die Außenseiter
Rekord-Afrikameister Ägypten ist mit breiter Brust nach Gabun gereist. Schließlich ist es für die Nordafrikaner bereits die 23. Teilnahme am kontinentalen Turnier, das sie zudem schon sieben Mal gewinnen konnten. Und natürlich haben sie sich vorgenommen, nach zuletzt drei verpassten Auflagen Revanche zu nehmen. Das Los bescherte ihnen allerdings mit dem viermaligen Titelträger Ghana und Mali zwei schwere Gegner.

Die DR Kongo als frühere afrikanische Fussballmacht, die 1968 und 1974 die kontinentale Krone gewann, peilt ihrerseits den dritten Titel an, wobei sie auf eine Mannschaft setzt, die sowohl zahlreiche junge Talente wie auch Routiniers von TP Mazembe und aus den großen europäischen Ligen in ihren Reihen hat.

Für Uganda, Togo und Simbabwe ist die Qualifikation für Gabun 2017 bereits ein Erfolg, da diese Teams seit mehreren Jahren nicht gerade zu den Schwergewichten des afrikanischen Fussballs zählen. Guinea-Bissau schließlich hat mit der Qualifikation für dieses Turnier schon Geschichte geschrieben, da es zum ersten Mal überhaupt beim kontinentalen Turnier vertreten ist. Dort wird sich der Neuling rasch daran gewöhnen müssen, im Rampenlicht zu stehen. Denn Guinea-Bissau wird die Ehre zuteil, im Stadion der Freundschaft von Libreville das Eröffnungsspiel gegen das gastgebende Team zu bestreiten.

Die Spieler im Fokus
Mit dem Ende der internationalen Karriere von Yaya Touré, Didier Drogba und Samuel Eto'o sind es zehn von insgesamt 14 als Afrikas Fussballer des Jahres ausgezeichnete Spieler, die bei der Turnierauflage 2017 nicht mehr dabei sind. Zum Glück sind wenigstens die beiden letzten Spieler des Jahres in Gabun am Start. Beide werden von Beginn an unter besonderer Beobachtung stehen. Auf Pierre-Emerick Aubameyang, der 2015 zu Afrikas Fussballer des Jahres gekürt wurde, ruhen die Hoffnungen eines ganzen Volkes. Und er selbst hofft natürlich, in Gabun auf dem gleichen Niveau zu spielen wie mit Borussia Dortmund in der Bundesliga, wo er inzwischen als einer der besten Torjäger gilt. Riyad Mahrez, sein Nachfolger als bester Spieler des afrikanischen Kontinents, heimste in jüngster Zeit jede Menge Titel und Auszeichnungen ein, allen voran den Gewinn des englischen Meistertitels mit Leicester City und die Wahl zum besten Spieler der Premier League in der vergangenen Saison. Jetzt möchte er seine Trophäensammlung gern noch um den Gewinn der afrikanischen Krone mit Algerien erweitern.

Aubameyang und Mahrez waren noch junge Nachwuchsspieler, die von späteren Erfolgen träumten, als Emmanuel Adebayor 2008 den kontinentalen Titel holte. Acht Jahre danach war der inzwischen 33-jährige Ex-Torjäger des FC Arsenal und von Real Madrid zwar vereinslos, suchte und fand aber dennoch eine neue Herausforderung, indem er ein spezielles Fitness-Programm absolvierte, um Togo beim diesjährigen Turnier so gut wie nur möglich zu helfen.

Ebenfalls unter Beobachtung stehen werden die Auftritte mehrerer hoffnungsvoller Talente, die das Erbe ihrer berühmten Vorfahren antreten wollen. Zu ihnen gehören die Ivorer Eric Bailly und Serge Aurier sowie die Kameruner Clinton N'Jie und Vincent Aboubakar. Ägyptens Angreifer Mohamed Salah hat bereits in Basel, Florenz, Chelsea und aktuell bei AS Rom von sich reden gemacht. Unterstützt wird er von dem 19-jährigen Ramadan Sobhi, der derzeit als eines der größten Talente im afrikanischen Fussball gehandelt wird und der vor Kurzem dank seiner herausragenden Leistungen bei Al Ahly von Stoke City verpflichtet wurde.

Schließlich werden auch die durchschlagskräftige Offensivabteilung der DR Kongo, in der sich vor allem Cedric Bakambu, Dieumerci Mbokani, Jeremy Bokila und der hoffnungsträchtige Jonathan Bolingi hervortun, und das Team aus Senegal, dessen Trainer Aliou Cissé auf die erfahrenen Moussa Sow und Mame Biram Diouf sowie im offensiven Mittelfeld auf den schwer zu stoppenden Sadio Mané, der mit dem FC Liverpool in der Premier League für Furore sorgt, zählen kann, Hoffnungen machen.

Wissenswertes
Der CAF Afrikanische Nationen-Pokal Gabun 2017 ist die 31. Auflage dieses Wettbewerbs.
Dauer des Turniers: 14. Januar bis 5. Februar 2017
Spielorte: Libreville, Franceville, Port-Gentil und Oyem
Der Turniersieger vertritt Afrika beim FIFA Konföderationen-Pokal Russland 2017.