Am Sonntag, 5. Februar, wird der Titel im CAF Afrikanischen Nationen-Pokal zum 31. Mal vergeben. Die Protagonisten in Libreville heißen Kamerun und Ägypten. Im Laufe der Jahre hat uns dieses Turnier schon viele unvergessliche Endspiele beschert. FIFA.com blickt zurück auf einige der spannendsten und wichtigsten Begegnungen.

1957: Ägypten – Äthiopien 4:0
Am 16. Februar 1957 wurde Geschichte geschrieben. In Sudan standen sich Ägypten und Äthiopien im ersten Endspiel um den Afrikanischen Nationen-Pokal gegenüber. Wenn man sich die heutige Bedeutung des Turniers ansieht, ist umso bemerkenswerter, dass bei der Premiere damals nur drei Mannschaften um den Titel wetteiferten und Äthiopien sogar per Freilos ins Finale kam. Ägypten – Sieger im Halbfinale gegen Gastgeber Sudan – hatte den ersten seiner sieben kontinentalen Titel einem Mann zu verdanken: Mohamed Ad-Diba. Der Stürmer machte das Spiel seines Lebens und alle vier Tore. Damit stellte er einen Rekord für Endspiele auf, der bei der Afrikameisterschaft bis heute Gültigkeit hat. Elf Jahre später dann schrieb er erneut Turniergeschichte, als er am Finale 1968 teilnahm – als Schiedsrichter.

1962: Äthiopien – Ägypten 4:2
Fünf Jahre später schrieb Ägypten wieder Geschichte, wenn auch nicht so wie gewünscht. Denn bei dieser Gelegenheit avancierte die Mannschaft zum ersten und einzigen Team, das in einem Endspiel um den Afrikanischen Nationen-Pokal zwei Mal führte und dennoch verlor. Gastgeber Äthiopien gelang die Revanche. Sechs Minuten vor Schluss hatten die Nordafrikaner noch mit 2:1 geführt, wurden dann jedoch in die Verlängerung gezwungen und unterlagen in deren Verlauf noch dramatisch durch Tore von Italo Vassalo und Mengistou Worku.

1965: Ghana – Tunesien 3:2
Ghanas Black Stars waren zwei Jahre zuvor erstmals Afrikameister geworden. In Tunesien gelang ihnen die Titelverteidigung – aber erst nach einem wahren Kampf der Titanen. Nach 90 Minuten stand es zwischen Titelverteidiger und Gastgeber 2:2. Frank Odoi traf nach sechs Minuten in der Verlängerung zum entscheidenden 3:2 für Ghana.

1972: Kongo – Mali 3:2
Als der Afrikanische Nationen-Pokal erstmals in Kamerun ausgetragen wurde, gab es im Finale abermals einen Krimi mit fünf Toren. Das Spiel kippte zudem binnen sieben Minuten in der zweiten Hälfte. Länger benötigte Kongo nicht, um aus einem 0:1-Rückstand eine 3:1-Führung zu machen. Tore von Francois M'Pele und Michel M'Bono (2) bescherten Kongo den ersten und bis heute einzigen kontinentalen Titel.

1974: Zaire – Sambia 2:0
210 Minuten waren nötig, um 1974 den Sieger zwischen Zaire und Sambia zu ermitteln. Zum ersten und bislang einzigen Mal in der Geschichte des Afrikanischen Nationen-Pokals musste ein Rückspiel die Entscheidung bringen. Das erste Spiel war nach Verlängerung 2:2 ausgegangen, ein Elfmeterschießen war zu dieser Zeit laut Reglement noch nicht vorgesehen, also mussten die Spieler zwei Tage darauf erneut antreten. Zaire, dem der schon sicher geglaubte Sieg im ersten Spiel durch den Ausgleich in der 120. Minute noch entrissen worden war, sorgte im Entscheidungsspiel für klare Verhältnisse. Mulamba Ndaye – bereits Doppeltorschütze im ersten Spiel – traf wieder zweifach und sicherte so den Sieg.

1984: Kamerun – Nigeria 3:1
Zwei Jahre nachdem Kamerun bei seiner Premiere bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft ungeschlagen geblieben war, holten sich die Unzähmbaren Löwen ihren ersten Titel beim Afrikanischen Nationen-Pokal mit einem packenden 3:1 über Nigeria in der Elfenbeinküste. Dabei war Kamerun in der Gruppenphase Ägypten unterlegen und erst über das Elfmeterschießen gegen Algerien überhaupt ins Endspiel gerutscht. Auch im Finale geriet die Mannschaft in Rückstand, machte dann aber ihrem Beinamen alle Ehre und drehte die Parte noch durch Tore von Rene N'Djeye, Theophile Abega und Ernest Ebongue.

1992: Elfenbeinküste – Ghana 0:0 (11:10 n.E.)
Keine Tore in den ersten 120 Minuten der regulären Spielzeit und der Verlängerung – aber was die Elfenbeinküste und Ghana danach an Spannung boten, entschädigte für alles. Es wurde ein echtes Herzschlagfinale mit Spannung bis zum Schluss. Nicht weniger als 24 Elfmeter waren nötig, bevor der Sieger feststand. Schließlich triumphierte die Elfenbeinküste, als Alain Gouamene den Schuss von Tony Baffoe hielt. Für die Elefanten ist es ihr bislang einziger Titel beim Afrikanischen Nationen-Pokal.

1994: Nigeria – Sambia 2:1
Es war ein Spiel der Emotionen, nicht einmal ein Jahr, nachdem 18 Spieler aus Sambias Nationalmannschaftskader bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren. Angesichts dessen kam es fast schon einem Wunder gleich, dass Sambia trotzdem bis ins Finale stürmte. Mehr noch: In Tunis gelang sogar die frühe Führung nach nur vier Minuten, doch dann drehte Emmanuel Amunike mit einem Doppelpack das Spiel.

1996: Südafrika – Tunesien 2:0
Bedeutungsschwer auch das Endspiel zwei Jahre darauf in Südafrika, wo die wild entschlossenen Bafana Bafana zusätzlich von ihrem frenetischen Publikum unterstützt wurden. Zwei Tore von Mark Williams entschieden dieses Finale, 80.000 im Stadion feierten – allen voran Nelson Mandela.

2000: Kamerun – Nigeria (4:3 n. E.)
Das spannendste Endspiel der letzten Jahre fand in Lagos statt, wenn auch diesmal nicht mit Happy End für die Gastgeber. Denn Nigeria hatte sich zwar nach zwei Toren Rückstand bravourös wieder herangekämpft, doch Kamerun – mit dem jungen Samuel Eto'o in bestechender Form – setzte sich im Elfmeterschießen durch. Rigobert Song drosch den entscheidenden Ball in die Maschen.

2012: Sambia - Elfenbeinküste (8:7 n. E.)
Sieben der letzten acht Endspiele endeten 0:0 oder 1:0 und die Auflage 2012 machte dabei keine Ausnahme. Doch auch wenn das Spiel an sich kein großer Thriller war, so hatte Sambias Erfolg gegen die hochfavorisierten Ivorer schlussendlich jede Menge Dramatik zu bieten. Der Triumph wurde den 30 Menschen gewidmet, die ihr Leben am 27. April 1993 verloren hatten. Damals bestiegen Sambias Trainer Godfrey Chitalu und sein Stab sowie die Spieler ein Flugzeug, das sie zu einem WM-Qualifikationsspiel gegen Senegal nach Dakar bringen sollte. Doch stattdessen stürzte die Maschine kurz nach dem zweiten Tankstopp in Gabuns Hauptstadt Libreville in den Atlantischen Ozean. Alle 30 Passagiere, davon 25 sambische Nationalspieler bzw. Angehörige des Trainerstabes, kamen bei dem Absturz ums Leben. Im Vorwege des Finales 2012, in dem die Elefanten Kolo Toure und Gervinho Nerven vom Punkt zeigten, legte die Chipolopolo Blumen am Strand Librevilles nieder.