• Alan Brin ist ein Wegbereiter des E-Sports 
  • Er ist Trainer des französischen Gamers "PSG Daxe" 
  • Er coachte Bruce Grannec zu zwei Triumphen beim FIWC

Alan Brin ist ein Wegbereiter des E-Sports. Als einer der ersten erkannte er das Potenzial der Disziplin, betreute den legendären Bruce Grannec und trainiert inzwischen Lucas "Daxe" Cuillerier. 

"Für mich ist der E-Sport ein richtiger Sport. Die Zutaten sind die gleichen. Es braucht Arbeit, eine gesunde Lebensführung, Strenge, mentale Stärke, Respekt und Bescheidenheit. Wenn man dies alles nicht hat, kommt man nicht weit", erklärt der Franzose im Gespräch mit FIFA.com.

Geborener Trainer
"Ich bin relativ spät zum Videospiel gekommen, mit etwa 26. Ich war nicht unbedingt der talentierteste, aber auf der psychologischen Seite gab ich nie auf. Irgendwann stellten wir ein Team zusammen und tourten durch Frankreich, um Turniere zu veranstalten. Ich wurde bald zu demjenigen, der redet, die Strategie festlegt und die anderen motiviert..."

Das war vor über zehn Jahren. Es scheint eine Ewigkeit her zu sein. Der E-Sport steckte noch in den Kinderschuhen. "Das wurde alles recht spontan gemacht, wir waren nur eine Handvoll leidenschaftlicher Gamer. Es gab kein Online-Gaming, alles lief in lokalen Netzwerken. Jeder brachte sein Material mit und wir stellten irgendwas auf die Beine", erzählt der Zal genannte Pionier mit rauer Stimme.

Bestätigen
Inzwischen arbeitet Brin für die E-Sport-Sparte von Paris Saint-Germain. Er wurde im letzten Jahr engagiert, um sich um die Neuverpflichtung "Daxe" zu kümmern. Die Arbeitsbedingungen sind natürlich wesentlich komfortabler geworden, aber gleichzeitig stiegen der Ergebnisdruck und die Erwartungshaltung. Trotz einer respektablen Saisonleistung mit der Teilnahme an mehreren Regionalfinals und der Qualifikation für das Ultimate Team Championship in Berlin konnte sich der junge Hoffnungsträger noch nicht für den weltweiten Saisonhöhepunkt qualifizieren. 

Am 5. August in London wird Brin versuchen, seinen Schützling bei der ersten Auflage des FIFA Interactive World Cup zum Sieg in der Xbox-One-Division zu führen, um sich endlich für das Grand Final des FIWC 2017 zu qualifizieren. Ein Wettbewerb, den Grannec 2009 und 2013 mit ihm als Coach zwei Mal gewinnen konnte.

Brin in den Worten von Grannec:
"Mit ihm ist es nie vorbei. Selbst wenn du denkst, dass du nicht ins Spiel kommst und es dir entgleitet, findet er die richtigen Worte im richtigen Augenblick und bringt dich manchmal dazu, ein Ergebnis zu drehen, obwohl du selbst nicht mehr daran geglaubt hast. Er spielt eine sehr wichtige Rolle." 

Psychologie
Zal sieht übrigens eine Menge Parallelen zwischen "Daxe" und seinem ehemaligen Schützling. "Er hat die gleiche seltene Eigenschaft wie Bruce, dass man ihm nie etwas zwei Mal sagen muss. Wenn du ihm einen Rat gibst, nimmt er ihn an und setzt ihn sofort um. Er ist noch sehr jung und hat ein enormes Verbesserungspotenzial."

"Es ist anders als die Rolle eines Fussballtrainers, denn FIFA ist ein Einzelsport. Ich sehe mich ein wenig wie ein Boxtrainer. Ich arbeite mit meinen Spielern viel an der Psychologie. Das läuft über Gespräche, die kleinen Details. Es ist nicht meine Aufgabe, dem Spieler beizubringen, wie er dieses oder jenes Dribbling macht. Ich arbeite mit meinem Spieler im mentalen Bereich. Vor, während und nach dem Wettbewerb."