• "xGUASTELLAx" hat das Regionalfinale "Amerika" gewonnen
  • Er gehört zu den erfahrensten Gamern der Tour
  • Entspannt, selbstbewusst und ausgeglichen will er in Berlin überzeugen

Am vergangenen Samstag in Whistler in der Nähe von Vancouver hat Giuseppe "xGUASTELLAx" Guastella seinen Gegnern beim FIFA 17 Ultimate Team Championship Final in Berlin ein deutliches Signal gesendet. Souverän holte er sich den Sieg im Regionalfinale "Amerika" der FUT Champions-Saison 2. Nach einer knappen Auftaktniederlage in Gruppe 3 der Xbox-Division fand der Routinier seinen Rhythmus und startete eine Siegesserie bis ins Endspiel. Dort setzte er sich gegen den Gewinner auf der Playstation 4 durch, den jungen Christopher "NYC_Chris" Holly. 

Mit einer soliden Defensive und explosiven Angriffen bewies der 31-jährige Amerikaner, dass ihm die Zeit nichts anhaben kann und er keine der Qualitäten eingebüßt hat, die ihm die fünfmalige Teilnahme am Grand Final des FIWC ermöglichten. Sein bestes Ergebnis erzielte er in Dubai 2012, als er das Halbfinale erreichte, aber gegen Bruce Grannec den Kürzeren zog. Der zweifache Weltmeister erklärte übrigens im vergangenen Sommer gegenüber FIFA.com, dass er den Controller an den Nagel gehängt habe, weil seine Reflexe angesichts der nahenden 30 nachließen. "Ich habe dieses Gefühl überhaupt nicht", sagt hingegen Guastella. Er hat nicht vor, dem Beispiel seines jüngeren Ex-Kollegen in nächster Zeit zu folgen. "Es bleibt ein Videospiel. Es ist ja nicht so, dass man rennen und in Form sein muss. (Lacht) Für mich geschieht alles im Kopf. Wenn man mental gut trainiert ist und sich taktisch gut vorbereitet hat, geht alles gut."

Erfolge 
- Titel: Nordamerikameister FIWC 2009, Meister der Amerika-Zone der FUT Champions-Saison 2 2017
- Bilanz beim FIWC: Achtelfinale (Barcelona 2009), Viertelfinale (Barcelona 2010), Halbfinale (Dubai 2012), Grand Final (München 2015), Achtelfinale (New York 2016)

Ganz im Gegenteil zieht "xGUASTELLAx" aus seiner Erfahrung den größten Nutzen gegen die jungen Herausforderer, die davon träumen, sich in der immer stärker werdenden Konkurrenz der FIFA-Szene einen Namen zu machen. "Ich denke, dass das ein Vorteil für mich ist", erklärt er. "Wenn ich gegen sehr junge Spieler antrete, kann ich sehen, dass sie recht nervös sind und großer Druck auf ihnen lastet. Manchmal spiele ich diesen psychologischen Vorteil aus. Ich habe einen Ruf in der FIFA-Gemeinde und spüre die Angst der Gegner, wenn sie gegen mich spielen müssen. Das ist ein großer Trumpf."

Diese Reife und sein Selbstvertrauen waren am Samstag bei seinem überbordenden Jubel zu spüren. Er ließ seiner großen Freude ohne falsche Bescheidenheit freien Lauf. Während er auf der Bühne seinen Pokal in die Höhe reckte, vergaß er nicht, Vanessa zu umarmen, die eigens zu seiner Unterstützung mitgekommen war. "Sie ist die wunderbarste Verlobte und ich liebe sie", sagt er über seine zukünftige Ehefrau, die er im Dezember heiraten wird. "Ihr verdanke ich es, dass ich so glücklich und ausgeglichen bin, und das hat sich auf mein Spiel ausgewirkt. Sie reist oft mit mir zu den Turnieren und ich spüre ihre Unterstützung, wenn sie an meiner Seite ist."

Leider wird Giuseppe im kommenden Mai ohne seine bessere Hälfte nach Berlin reisen müssen. Ausgerechnet an diesem Wochenende ist der Junggesellinnenabschied mit ihren Freundinnen geplant. Dennoch warnt der Gamer, der neben seiner Karriere als eSportler im Geschäft mit Bodenbelägen tätig ist: "Ich bin optimistisch. Ich gehe jedes Turnier mit dem Ziel an, es zu gewinnen und nichts anderes. Alle Teilnehmer in Berlin werden ihre Chance haben. Es werden super Spieler aus Europa und der restlichen Welt dabei sein, aber ich will beweisen, dass Amerika seinen Platz in der FIFA-Gemeinde hat. Ich liebe es, zu gewinnen. Aber was auch immer passiert: Ich bin jetzt schon zufrieden mit meinem Leben und spiele zum Spaß, ohne jeden Druck", sagt er zum Abschied.