• Das Regionalfinale in Miami wurde von Brasilianern dominiert
  • Besonders beeindruckte der Champion Rafael "Rafifa 13"
  • Inzwischen hat das Wunderkind bei PSG unterschrieben

Ob mit dem Ball am Fuß oder dem Controller in der Hand: Brasilien befindet sich im Aufwind. In der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft führt das Land souverän die Tabelle an, in der jüngsten FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste eroberte es wieder Platz eins. Doch die Heimat des Joga Bonito brilliert auch im eSport allgemein und im virtuellen Fussball im Besonderen. Dies zeigte sich beim FIFA Ultimate Team Regionalfinale in Miami, in dem die Hälfte der sechs Tickets für die FIFA 17 Ultimate Team Championship in Berlin von Brasilianern geholt wurde. 

Das Finale war sogar eine rein brasilianische Angelegenheit zwischen Lucas Gonçalves und Rafael Fortes, in dem der Letztgenannte die Oberhand behielt. "Auch wenn wir noch nicht sehr viele hochdotierte Turniere haben, gibt es viele Live-Events und eine große Community von Gamern, die es gewöhnt sind, unter Druck zu spielen", analysiert der Brasilianer im Gespräch mit FIFA.com. "Das erklärt unseren Erfolg in Miami. Wir waren fünf Brasilianer, die teilgenommen haben. Vier sind über die Gruppenphase hinausgekommen und drei haben sich für Berlin qualifiziert." 

Der gerade 21-jährige Fortes kann bereits sechs Jahre Wettkampferfahrung, eine Teilnahme am FIWC 2014 sowie zwei brasilianische Meistertitel vorweisen. Aber durch den Triumph in Florida nahm seine Karriere erst richtig Fahrt auf. Er war über das gesamte Turnier hinweg beeindruckend und bezwang im Finale der Xbox-Division den kolumbianischen Favoriten Javier "Janoz CFI" Muñoz. Damit stellte er unter Beweis, dass er ein Wettkämpfer der Extraklasse ist. Seine Leistungen weckten das Interesse von Paris Saint-Germain. Ende März wurde er von den Franzosen verpflichtet.

"Alles, was ich seit 2011 gemacht habe, hat gezählt, aber das Finale von Miami hat wirklich den Ausschlag gegeben", sagt der neue Teamkamerad von August "Agge" Rosenmeier und von Lucas "DaXe" Cuillerier. "PSG ist im eSport ein großer Klub, sowohl in League of Legends als auch in FIFA. Es ist etwas Besonderes für mich, zu diesem Klub zu stoßen, vor allem wegen seiner besonderen Geschichte mit Brasilien", sagt er lächelnd in Anspielung auf Leonardo, Rai, Ronaldinho oder Thiago Silva.

"Mein Leben hat sich komplett verändert. Heute kann ich sagen, dass ich ein Profispieler bin. Bisher habe ich in einem Social-Media-Unternehmen gearbeitet, aber nach meiner Unterschrift bei PSG habe ich gekündigt, um mich zu 100 Prozent auf mein Spiel zu konzentrieren. Das ist eine wunderbare Gelegenheit. Nun habe ich perfekte Bedingungen, um Erfolg zu haben. Natürlich hat die Verpflichtung durch PSG für großes Medieninteresse gesorgt. Ich habe viele Anfragen erhalten", sagt der brasilianische Jung-Star. Dennoch gilt seine ganze Konzentration seinem Ziel, im kommenden Mai in Berlin zu brillieren und sich für das Grand Final des FIWC 2017 zu qualifizieren. 

Hätten Sie's gewusst?
- Die erste Auflage des FIWC im Jahr 2004 wurde von einem Brasilianer gewonnen: Thiago Carrico de Azevedo
- Wendell Lira, Gewinner des FIFA Puskás-Preises 2015, hat seine Karriere als Fussballer beendet, um professioneller FIFA-Gamer zu werden und seinen eigenen YouTube-Kanal zu eröffnen
- Das nächste Regionalfinale in Amerika findet am 22. April in Vancouver statt.