Der FIFA Interactive World Cup hat sich zum größten Computerspielturnier der Welt entwickelt. Doch wie bei den meisten großen Erfolgsgeschichten waren auch hier die Anfänge eher bescheiden. Heute nimmt FIFA.com Sie mit auf eine kurze Reise durch die Geschichte des FIFA Interactive World Cup. Alles begann 2004 mit der ersten Auflage des Turniers.

Das allererste Live-Qualifikationsturnier für einen FIWC fand 2004 an der Südspitze Afrikas statt. Südafrika hatte gerade den Zuschlag für die Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ bekommen und so war Johannesburg der perfekte Ort, um den ersten FIFA Interactive World Cup aller Zeiten einzuläuten. Damals war die Qualifikation für das Große Finale des FIWC nur über regionale Qualifikationsturniere möglich. Und während heute die Teilnehmer aus allen Ecken der Welt kommen, waren beim ersten FIWC nur ein paar tausend Spieler aus neun Ländern am Start und kämpften um den Titel.

Ein Brasilianer als erster Titelträger
Die erste Auflage des FIWC endete mit dem Großen Finale, das im Home of FIFA in Zürich ausgespielt wurde. Acht Finalisten kämpften um den Titel des Interaktiven FIFA-Weltfussballers. Am Ende setzte sich Thiago Carrico de Azevedo aus Brasilien durch und bekam die einmalige Gelegenheit, sich bei der FIFA World Player Gala unter seine echten Idole zu mischen.

Die Gamer von heute mögen den Künsten von Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi nacheifern, doch für Thiago war Ronaldinho der Beste der Welt. "Ich kann es gar nicht erwarten, mit Ronaldinho auf der gleichen Bühne zu stehen. Er ist einer meiner ganz großen Helden", sagte Thiago nach seinem Sieg beim Großen Finale in Zürich. Es wurde sogar noch besser für den ersten Interaktiven FIFA-Weltfussballer, denn er war live dabei und konnte zusehen, als Ronaldinho als weltbester Spieler des Jahres 2004 ausgezeichnet wurde.

2005 und 2006: Die Zeit der Lokalmatadoren
Zum zweiten Großen Finale kamen 2005 die zehn besten Computerfussballer der Welt in London zusammen. Dabei triumphierte am Ende Lokalmatador Chris Bullard und sicherte sich die begehrte Trophäe. Auch im Jahr darauf gewann ein Spieler in seinem eigenen Land, nämlich der Niederländer Andries Smit, der sich 2006 in Amsterdam den Titel holte.

Tradition setzt sich auch 2008 fort
Die Teilnehmerzahl beim FIWC stieg von Jahr zu Jahr und erreichte 2008 die Marke von 28.000. Die 32 besten waren beim Großen Finale vertreten. 20.000 Zuschauer bildeten im Sony Center in Berlin eine atemberaubende Kulisse. Auch in diesem Jahr gab es wie stets zuvor einen Gewinner aus einem Land, das bis dahin noch keinen Champion gestellt hatte: der Spanier Alfonso Ramos sicherte sich die Trophäe.

2009: Eine halbe Million Teilnehmer
Durch die Einführung der Online-Qualifikation für den FIWC schnellte die Anzahl der Teilnehmer im Jahr 2009 auf über eine halbe Million hoch. Das Große Finale 2009 fand in Barcelona statt und bildete den Höhepunkt einer fantastischen Saison. Die Veranstaltung bot für jeden etwas: Beach Soccer, Cheerleader, Balljongleure und DJs sorgten dafür, dass die Zuschauer in Barcelona nicht nur auf den virtuellen Fussballplätzen viel erleben konnten. Der Franzose Bruce Grannec gewann in einem unvergesslichen Finale den Titel durch einen 3:1-Sieg gegen den Mexikaner Ruben Morales Zerecero. Wer nun allerdings gedacht hatte, das Event von 2009 könnte nicht mehr übertroffen werden, musste sich schon im folgenden Jahr eines Besseren belehren lassen.

2010 bricht alle Rekorde
Mit der Turnierauflage 2010 des FIWC setzte das globale Turnier wieder einmal neue Maßstäbe. Die unglaubliche Zahl von 775.000 Teilnehmern zementierte den Eintrag des FIWC als größtes Computerspielturnier der Welt im Guinness Buch der Rekorde - eine Auszeichnung, die der FIWC bis heute ununterbrochen hält. Als erster Spieler aus Nordamerika gewann der U.S.-Amerikaner Nenad Stojkovic den Titel beim FIWC 2010 vor 11.000 Zuschauern am Strand von Barcelona.

2011: Der FIWC erobert Hollywood

Genau 869.543 Teilnehmer gingen beim FIWC 2011 an den Start und stellten damit einen weiteren Rekord auf. Das atemberaubende Grand Final fand dieses Mal in Los Angeles statt, wo die 24 Teilnehmer während des Turniers Luxuswohnungen, Limousinen, Yachten und Helikopter genießen konnten. "Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass ich so etwas je erleben würde", sagte Francisco Cruz, der völlig überwältigte Champion von 2011. Der damals 16-jährige Portugiese ist bis heute der jüngste Spieler, der je die virtuelle WM gewonnen hat.

2012: Der FIWC durchbricht die Millionengrenze
2012 durchbrach der FIWC erstmals die magische Marke von einer Million Teilnehmern, und zwar deutlich. Insgesamt gingen weltweit sogar 1,3 Million Spieler an den Start und hofften, ein Ticket für das Grand Final in Dubai zu ergattern. Das dreitägige Grand Final wurde per Livestream auf FIFA.com übertragen, wie auch alle folgenden Turniere. Am Ende musste ein Elfmeterschießen zwischen zwei ehemaligen Titelträgern über den Sieger entscheiden. Alfonso Ramos hatte gegen Bruce Grannec das bessere Ende für sich und war damit der erste Spieler, der den FIWC-Titel ein zweites Mal gewinnen konnte. Er nahm die Trophäe aus den Händen des italienischen Ex-Weltmeisters Luca Toni entgegen.

2013: "The Machine" holt den zweiten Titel
Für Frankreich endete 2013 das Warten auf den zweiten virtuellen Weltmeistertitel. Nach dem verlorenen Elfmeterschießen im Finale von 2012 meldete sich der Franzose Bruce "The Machine" Grannec eindrucksvoll zurück. Nachdem er in der Gruppenphase fast ausgeschieden wäre, kämpfte er sich bis ins Finale vor und konnte schließlich in der spanischen Hauptstadt seinen zweiten Titelgewinn bejubeln. Grannec und Ramos sind bis heute die einzigen Spieler, die sich FIWC-Doppelchampion nennen dürfen.

2014: Doppeltes WM-Fieber in Brasilien
2014 kamen die virtuelle und die reale FIFA Fussball-WM erstmals zusammen. Brasilien war Ausrichter der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ und des Grand Final des FIWC 2014. In Rio de Janeiro grassierte das reale und das virtuelle WM-Fieber. Die 20 Teilnehmer am Grand Final konnten ein unvergessliches WM-Erlebnis genießen. Kein Geringerer als WM-Legende Ronaldo überreichte dem Dänen August Rosenmeier die Siegertrophäe. Am Tag nach seinem Sieg auf dem Zuckerhut besuchte der 18-Jährige zusammen mit seinen Konkurrenten das WM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Frankreich. Kurz vor dem Anpfiff wurde auf den Riesenleinwänden im weltberühmten Maracanã-Stadion ein Video mit den Höhepunkten vom FIWC 2014 gezeigt. So konnten die 74.220 Fans im Stadion sehen, wie August traf, siegte und die Trophäe aus den Händen von Ronaldo entgegennahm - ein überwältigendes Erlebnis für den sprachlosen Teenager aus Dänemark.

2015: In der Heimat des Weltmeisters
Das Grand Final des FIWC 2015 fand in der Heimat des frisch gebackenen Weltmeisters Deutschland statt. In München sicherte sich erstmals ein Spieler aus Asien den Titel. Abdulaziz Alshehri war 2012 bis ins Viertelfinale und 2013 bis ins Halbfinale gekommen. 2015 holte er dann endlich den Titel und versinnbildlichte damit die Charakterstärke, die ein FIWC-Champion braucht. "Man darf nie aufgeben", sagte der neue Titelträger aus Saudiarabien auf der Bühne des Münchner Volkstheaters, "man darf nie, niemals aufgeben!"

2016: Zwei Plattformen und ein sensationelles Finale
FIWC 2016 war die erste Ausgabe des FIFA Interactive World Cup, die auf verschiedenen Spiele-Plattformen ausgespielt wurde und sie hat sich damit einen Platz in den Geschichtsbüchern des virtuellen Fussballs gesichert. Die besten eSport-Spieler auf der Xbox One und der PlayStation 4 versuchten, sich für das Grand Final, das in New York vom 20. bis 22. März stattfand, zu qualifizieren. Über 2,4 Millionen Gamer wollten einen der 32 Plätze im Grand Final ergattern. Am Ende gewann der 17-jährige Mohamad Al-Bacha den Titel, als zweiter Däne jemals. Es war ein sensationelles Endspiel über zwei Partien; für viele sogar das beste Finale jemals des größten Gaming-Turniers der Welt.