Zur Verstärkung des Einsatzes für die Achtung der Menschenrechte hat die FIFA einen unabhängigen Beratungsausschuss gebildet, dem internationale Experten der Vereinten Nationen, von Gewerkschaften, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft angehören. Der Beratungsausschuss für Menschenrechte wird die FIFA in allen Belangen beraten, die die Mitglieder des Ausschusses für die Wahrnehmung der Verantwortung der FIFA hinsichtlich Menschenrechten als maßgebend erachten.

Der Ausschuss wird mindestens zweimal pro Jahr tagen. Die erste Sitzung findet am 13. März 2017 am FIFA-Sitz in Zürich statt. Nach jeder Sitzung wird ein Bericht zu den Empfehlungen des Ausschusses an die FIFA und zu den Maßnahmen, die die FIFA zur Umsetzung der Empfehlungen getroffen hat, veröffentlicht. Wann der erste Bericht veröffentlicht wird, entscheidet der Ausschuss bei der Sitzung am 13. März. Der betreffende Termin wird anschließend mitgeteilt.

Dem Beratungsausschuss gehören (in alphabetischer Reihenfolge) die folgenden Personen an, die aufgrund ihrer Erfahrung in Menschenrechtsfragen ausgewählt wurden:

  • William Anderson (adidas)

  • Rachel Davis (Shift)

  • Ignacio Packer (Terre des Hommes)

  • Sylvia Schenk (Transparency International Deutschland)

  • Theo van Seggelen (FIFPro)

  • Lene Wendland (Büro des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte)

  • Brent Wilton (The Coca-Cola Company)

  • Ambet Yuson (Bau- und Holzarbeiter Internationale)

"Die Arbeit des Beratungsausschusses ist ein weiterer wichtiger Schritt im Bestreben, unser Engagement zugunsten der Menschenrechte zu verstärken. Wir freuen uns sehr, so hochrangige Experten an Bord zu haben, die uns mit ihrem Fachwissen unterstützen und uns überall dort kritisieren werden, wo wir uns nach ihrer Ansicht verbessern müssen. Kein anderer Sportverband verfügt über einen solchen Beratungsausschuss. Wir freuen uns auf die gemeinsame Pionierarbeit", betonte FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura.

"Ich begrüße den Beschluss der FIFA zur Bildung eines Beratungsausschusses für Menschenrechte, der, sofern er wie geplant funktioniert, der FIFA dabei helfen wird, ihre Pflichten im Bereich Menschenrechte zu erfüllen und wirksame Maßnahmen gegen Menschenrechtsrisiken im Zusammenhang mit FIFA-Veranstaltungen zu treffen. Der Fussball hat weltweit eine riesige Fangemeinde, die alle sozialen Grenzen überwindet. Das eröffnet der FIFA enorme Möglichkeiten, entschlossen für die Menschenrechte einzutreten, auch dort, wo sie ganz direkt tätig ist“, sagte Lene Wendland, Beraterin für Wirtschaft und Menschenrechte beim Büro des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte.

"Die Gründung des Beratungsausschusses für Menschenrechte ist ein Schritt in die richtige Richtung auf unserem Weg zur Umsetzung der Empfehlungen von Prof. John Ruggie. Wir erwarten, dass der Ausschuss auch wirklich unabhängig agieren und seriös und konkret auf die Sorgen der Arbeitnehmer vor Ort eingehen kann“, sagte Ambet Yuson, Generalsekretär der Bau- und Holzarbeiter Internationale.

"Ich habe die Einladung in diesen Ausschuss angenommen, weil die Durchsetzung der Menschenrechte in der täglichen Arbeit der FIFA denjenigen hilft, die von der Tätigkeit der FIFA, einschliesslich der Lieferkette, betroffen sind. Zudem werden weltweit Instrumente gefördert, die gewährleisten, dass das Engagement zugunsten der Menschenrechte nicht durch korrupte Machenschaften unterwandert wird“, erklärte Sylvia Schenk, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Sport bei Transparency International Deutschland.

"Wir freuen uns, im Beratungsausschuss für Menschenrechte mitzuwirken, der der FIFA bei deren Engagement für die soziale Nachhaltigkeit des Fussballs tragfähige Leitlinien vorgeben wird, und zusammen mit der FIFA sämtliche Menschenrechtsthemen aufzunehmen, die für die Organisation und den Sport, den sie vertritt, von Belang sind“, betonte Brent Wilton, Direktor für internationale Arbeitsrechte bei The Coca-Cola Company.

Der neue Beratungsausschuss, der die FIFA bei ihrem Engagement für die Menschenrechte beraten und unterstützen wird, wurde auf Initiative von FIFA-Präsident Gianni Infantino eingesetzt. Mögliche Bereiche, zu denen der Ausschuss Empfehlungen abgeben wird, sind Arbeitsstandards, Gesundheit und Sicherheit, Eigentumsrechte, Schutz, Diskriminierung und Meinungsfreiheit. Die Mitglieder werden auf unabhängiger Basis tätig sein und für ihre Tätigkeit weder finanziell noch anderweitig entschädigt. Weitere Informationen zur Aufgabe und zur Arbeitsmethode des Ausschusses sind im Pflichtenheft geregelt, das in Rücksprache mit zahlreichen Vertretern internationaler Organisationen, Gewerkschaften, der Bürgergesellschaft und von FIFA-Geschäftspartnern erarbeitet wurde.

Der Ausschuss ist Teil des systematischen Bestrebens der FIFA, ihr Engagement zugunsten der Menschenrechte zu verstärken. Neben zahlreichen weiteren Initiativen gehört dazu auch die Verankerung eines unmissverständlichen Bekenntnisses der FIFA zur Einhaltung der Menschenrechte in den FIFA-Statuten im Februar 2016 und im FIFA-Strategiepapier "FIFA 2.0: Vision für die Zukunft". Für die nächsten FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ wurden zusammen mit dem lokalen Organisationskomitee in Russland und dem Obersten Rat für Organisation und Nachhaltigkeit in Katar Verfahren für die Kontrolle der Arbeitsstandards entwickelt. Die FIFA hat zudem mit Erfolg ein Antidiskriminierungs-Beobachtungssystem lanciert und arbeitet an der Integration von Menschenrechtskriterien in das Bewerbungsverfahren für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™.

Weitere Informationen zur FIFA-Menschenrechtspolitik sind im folgenden Merkblatt zu finden.