Die FIFA-Governance-Kommission hat unter der Leitung von Miguel Poiares Maduro, dem ehemaligen Generalanwalt des Gerichtshofs der Europäischen Union, am 26. Januar 2017 am FIFA-Sitz in Zürich ihre erste Sitzung abgehalten. Das Treffen, dem auch FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura beiwohnte, wurde von FIFA-Präsident Gianni Infantino eröffnet.

Auf der Tagesordnung standen wichtige Themen wie die Umsetzung der Führungsreformen und die Aufsicht der Wahl der FIFA-Ratsmitglieder bei den Konföderationskongressen. Die Kommission beschloss dazu, die nötigen Verfahren und Dokumente zu erarbeiten, damit sie ihre Aufsichtsfunktion ordnungsgemäß wahrnehmen und die Konföderationen bei der Einhaltung der in den FIFA-Statuten verankerten Grundsätze unterstützen kann.

Weitere wichtige Diskussionspunkte:

Nachhaltigkeit und Vielfalt: Die Kommission wurde über die konkreten Maßnahmen der FIFA hinsichtlich Diskriminierungsbekämpfung, Umweltschutz, sozialer Entwicklung und Nachhaltigkeit, insbesondere mit Blick auf die kommenden FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™, informiert.

Menschenrechte: Mit Blick auf das in den FIFA-Statuten und der Vision "FIFA 2.0" festgeschriebene Bekenntnis der FIFA zur Einhaltung der Menschenrechte erörterte die Kommission die diesbezüglichen Pflichten der FIFA und die Kernelemente der FIFA-Menschenrechtspolitik, die dem FIFA-Rat zur Verabschiedung vorgelegt werden wird.

Compliance-Schulung für FIFA-Kommissionsmitglieder: Gemäß FIFA-Governance-Reglement müssen alle Mitglieder der ständigen FIFA-Kommissionen binnen sechs Monaten nach Amtsantritt und danach erneut alle zwei Jahre eine Compliance-Schulung absolvieren.

Integrität im Fussball: Die Governance-Kommission ist zwar nicht für die Regelung des Fussballs zuständig, wird diesbezüglich aber eine Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen vornehmen, die die Menschenrechte, Transparenz und Interessenkonflikte betreffen und sich auf die Integrität des Fussballs und die Glaubwürdigkeit der FIFA auswirken können.

Frauenvertretung in FIFA-Kommissionen: Die Governance-Kommission unterstreicht die Bedeutung einer angemessenen Frauenvertretung in den FIFA-Kommissionen und der strikten Durchsetzung der vorgegebenen Frauenquote im FIFA-Rat. Die Kommission wird zudem weitere Möglichkeiten prüfen, um die Beteiligung der Frauen auf allen Fussballebenen zu erhöhen. Sie würdigte zudem die erheblichen Schritte, die die FIFA-Administration jüngst zur Erhöhung der Frauenvertretung getroffen hat.

Keine staatliche Einflussnahme: Die Kommission befasste sich mit den verschiedenen Arten staatlicher Einflussnahme auf den Fussball sowie mit den bestehenden Analyse- und Präventionsinstrumenten.

Wählbarkeitsprüfungen: Die Kommission wurde darüber informiert, wie die Prüfungskommission die Wählbarkeitsprüfungen vornimmt, und erörterte die diesbezüglichen allgemeinen Standards. Anhand der Diskussion wird eine neue Version des Informationsschreibens erarbeitet, das von der Prüfungskommission zu diesen Standards veröffentlicht wird. Die Governance-Kommission wird auf Antrag der Prüfungskommission zudem eine Änderung der Regelungen zu den Wählbarkeitsprüfungen erörtern und beschließen, um deren Anwendung zu vereinfachen und deren Wirkung weiter zu erhöhen.

FIFA 2.0: Vision für die Zukunft: Die Kommission wurde ferner über die wichtigsten Ziele der FIFA-Vision und die damit verbundene zentrale Rolle des Forward-Programms informiert. Sie lobte das Dokument und versicherte der Administration ihre Unterstützung bei einigen Zielen wie der Bildung eines Fonds für Impact Investing (wirkungsorientierte Anlagen).

Im Anschluss an die Sitzung bildete der Vorsitzende zwei Arbeitsgruppen, die sich zum einen mit der Menschenrechtspolitik und zum anderen mit den Wahlrichtlinien befassen und von den Kommissionsmitgliedern Navi Pillay (ehemalige UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte) und Joseph Weiler (Professor an der New York University Law School und ehemaliger Präsident des Europäischen Hochschulinstituts) koordiniert werden.

Die FIFA-Governance-Kommission wurde im Zuge der beim außerordentlichen FIFA-Kongress im Februar 2016 verabschiedeten Reformen gebildet. Sie beschäftigt sich mit allen FIFA-Governance-Belangen und berät und unterstützt den Rat bei diesen Fragen.