Die FIFA und die FIFPro haben heute eine weitreichende sechsjährige Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, um die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen auszubauen und die Führung des Profifussballs auf der ganzen Welt zu verbessern.

Darüber hinaus wurde zwischen der FIFA, der FIFPro, der europäischen Klubvereinigung (ECA) und dem World Leagues Forum unter dem Dach der neuen FIFA-Kommission der Interessengruppen des Fussballs, der Vertreter der Konföderationen, Mitgliedsverbände und des Profifussballs angehören, eine Einigung erzielt. Kraft der Vereinbarung werden die Verfahren zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Spielern und Vereinen, insbesondere bei überfälligen Verbindlichkeiten, beschleunigt. Zudem wird eine neue Vorschrift erlassen, die missbräuchliches Verhalten verhindern soll, etwa in Form angeordneter Einzeltrainings für Spieler. Der Vereinbarung gingen 18-monatige Verhandlungen zwischen der FIFA und den wichtigsten Interessengruppen des Fussballs voraus.

Ebenfalls verbessert wird das Transfersystem. So hat sich die FIFA-Kommission der Interessengruppen des Fussballs darauf verständigt, eine Arbeitsgruppe zu bilden und damit zu beauftragen, das System einer umfassenden Prüfung zu unterziehen. Weitere gemeinsame Initiativen sind die kontinuierliche Einführung der Klublizenzierung, die Schaffung nationaler Kammern zur Beilegung von Streitigkeiten und der mögliche Erlass von weltweiten Mindestanforderungen für alle Interessengruppen. Ebenfalls Gegenstand der Vereinbarung sind die Gesundheit und der Schutz von Spielern, weshalb mit allen Interessengruppen Gespräche über den internationalen Spielkalender stattfinden werden. Die FIFA und die FIFPro haben sich ferner verpflichtet, die international anerkannten Menschenrechte zu achten und wo maßgebend im Fussball anzuwenden sowie Gleichberechtigung, die Interessen von Spielerinnen, den Profifrauenfussball und die Frauen im Fussball zu fördern.

Dank diesen Verpflichtungen und der heute präsentierten Vereinbarung wird die FIFPro ihre im September 2015 bei der Europäischen Kommission gegen die FIFA eingereichte Klage zurückziehen.

"Bei der Verbesserung der globalen Führung des Profifussballs haben wird heute einen großen Schritt vorwärts gemacht", betonte FIFA-Präsident Gianni Infantino. "Die FIFA, die FIFPro, die europäische Klubvereinigung und das World Leagues Forum werden wie nie zuvor zusammenarbeiten. Die Verhandlungen mit den wichtigsten Interessengruppen des Fussballs waren schwierig. Jeder musste schließlich Kompromisse eingehen. Diese Vereinbarung nützt allen und vor allem dem Fussball. Ich hoffe, dass die Gespräche rund um die umfassende Überprüfung des Transfersystems ebenso einvernehmlich verlaufen werden. Alle Parteien – Mitgliedsverbände, Konföderationen, Spieler, Vereine und Ligen – spielen dabei eine wichtige Rolle."

"Die FIFPro freut sich über das Entgegenkommen und die Bereitschaft der FIFA, auf die Bedürfnisse der Spieler einzugehen“, sagte FIFPro-Präsident Philippe Piat. "Dieses Einvernehmen macht den Weg frei für die größten Änderungen an den Transferregeln im Fussball seit 2001. Während die Klubs in den reichsten Ligen die Spieler durchwegs gut behandeln, gibt es Ligen, in denen die Arbeitsrechte der Spieler systematisch missachtet werden. Diese Änderungen werden dazu beitragen, die 60 000 Spieler, die die FIFPro vertritt, vor unfairer Behandlung zu schützen. Die FIFPro freut sich, dass andere wichtige Interessengruppen ebenfalls bereit sind, das Transfersystem zum Wohle des Fussballs zu verbessern. Wir freuen uns darauf, die Arbeiten in den kommenden Wochen aufzunehmen.“