Der heute veröffentlichte unabhängige Bericht des Menschenrechtsexperten und Harvard-Kennedy-School-Professors John Ruggie unterstützt die laufende Entwicklung von Richtlinien für eine künftige FIFA-Menschenrechtspolitik. Im Rahmen des laufenden diesbezüglichen Engagements ersuchte die FIFA Prof. Ruggie angesichts seiner tragenden Rolle bei der Entwicklung der Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen um Empfehlungen, wie sie die Achtung der Menschenrechte in alle Betriebstätigkeiten und Geschäftsbeziehungen integrieren kann. Der Bericht ist auf der Website der Harvard Kennedy School zu finden.

Die Richtlinien für eine künftige FIFA-Menschenrechtspolitik, die sich auf alle FIFA-Tätigkeiten erstrecken, werden veröffentlicht werden und dokumentieren, wie Art. 3 der FIFA-Statuten auszulegen ist und was die FIFA von ihren Interessengruppen hinsichtlich Menschenrechten erwartet. Mittelfristig will die FIFA gemäß internationalen Standards über geeignete Verfahren zur Beurteilung möglicher Menschenrechtsrisiken bei ihren Tätigkeiten sowie entsprechende Mechanismen zur Eindämmung und Beseitigung dieser Risiken verfügen. 

"Die FIFA bekennt sich zur Achtung der Menschenrechte", betonte FIFA-Präsident Gianni Infantino. "Ich möchte Prof. Ruggie für seine Arbeit an diesem Bericht danken, der zusammen mit der eigenen Analyse und Arbeit der FIFA das weitere Vorgehen vorgibt. Das ist ein laufender Prozess. Noch bestehen einige Probleme, aber die FIFA ist entschlossen, ihre Verantwortung zur Achtung der Menschenrechte wahrzunehmen und in diesem wichtigen Bereich unter den internationalen Sportorganisationen eine Führungsrolle einzunehmen."

Durch ihre weltweiten Fussballaktivitäten erreicht die FIFA Milliarden von Menschen, sei es durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, Infrastrukturprojekte, Bildung oder die Organisation von Wettbewerben. Diese globale Reichweite und dieser Einfluss auf so viele Menschen verpflichtet die FIFA aber auch, die Würde und die Rechte jedes Einzelnen, der von den FIFA-Tätigkeiten betroffen ist, gleichermaßen zu schützen. Alle negativen Auswirkungen auf die Menschenrechte sollten verhindert und angemessen angegangen werden.

"Die FIFA leitet und unterstützt ein globales Netzwerk von über 200 nationalen Fussballverbänden und hat über ihre Turniere Kontakt zu tausenden Unternehmen. Wie bei jeder internationalen Sportorganisation ist dieser globale Fussabdruck mit erheblichen Risiken für die Grundwürde und das Wohlbefinden der Menschen verbunden. Dies erfordert ein nachhaltiges und proaktives Vorgehen. Die Lösung dieser Probleme, für die in erster Linie andere mit ihrem Handeln verantwortlich sind, ist nicht allein Sache der FIFA. Sie muss aber ihren Einfluss nutzen, um genauso entschieden auf diese Menschenrechtsrisiken zu reagieren, wie sie dies bei ihren kommerziellen Interessen tut", sagte Prof. Ruggie.

"Mit bestehenden globalen Rahmenwerken wie den UNO-Leitprinzipien sowie dem Bericht von Prof. Ruggie können wir unsere Verantwortung definieren", erklärte Federico Addiechi, Leiter der FIFA-Nachhaltigkeitsabteilung. "Als Dachverband des populärsten Sports der Welt tragen wir bei der Entwicklung des Fussballs und der Organisation von Wettbewerben eine menschenrechtliche Verantwortung. Darüber hinaus ist die FIFA fest entschlossen, ihren Einfluss geltend zu machen, damit Menschenrechte eingehalten werden."

In den letzten Monaten unterstützte die FIFA Prof. Ruggie und sein Team über konstruktive Gespräche und Sitzungen bei der Analyse der Richtlinien und Tätigkeiten der FIFA.  

Der proaktive Auftrag der FIFA an Prof. Ruggie zur menschenrechtlichen Analyse ihrer Richtlinien und Praktiken knüpft an ihre bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Integration und Berücksichtigung der Menschenrechte bei ihren Tätigkeiten an. Die Vorgaben für die Bewerbungs- und Veranstaltungsverfahren für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ werden derzeit überprüft. Die FIFA hat sich dabei vom Büro des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte und Prof. Ruggie beraten lassen. Die FIFA-Statuten, die vom außerordentlichen FIFA-Kongress am 26. Februar 2016 verabschiedet wurden, enthalten zudem einen eigenen Artikel zu Menschenrechten (Art. 3 der FIFA-Statuten).

Neben der weiteren Institutionalisierung der Menschenrechte wird die FIFA auch die Zusammenarbeit mit Interessengruppen und ihre Maßnahmen im Bereich Menschenrechte fortsetzen und verstärken. Dazu gehören das Antidiskriminierungs-Beobachtungssystem bei der Vorrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, ethische Standards zu Kinder- und Zwangsarbeit sowie zu Arbeitsbedingungen für das FIFA-Qualitätsprogramm, die Kontrolle der Arbeitsbedingungen auf allen WM-Baustellen in Russland und Katar sowie ein Programm zur Förderung und Wahrung von Gleichstellung von Frau und Mann im Fussball.

Weitere Informationen zum FIFA-Engagement für Menschenrechte finden Sie in unserem Merkblatt.