Die FIFA-Disziplinarkommission hat die spanischen Vereine Atlético de Madrid und Real Madrid für Verstöße im Zusammenhang mit dem internationalen Transfer und der Registrierung von Spielern unter 18 Jahren bestraft.

Die beiden Vereine wurden des Verstoßes gegen mehrere Bestimmungen betreffend den internationalen Transfer und die Erstregistrierung minderjähriger Spieler sowie gegen andere maßgebende Vorschriften zur Registrierung und Teilnahme bestimmter Spieler an Wettbewerben für schuldig befunden.

Wegen Verstoßes gegen Art. 5, 9, 19 und 19bis sowie die Anhänge 2 und 3 des Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern ("Reglement") wurde gegen die beiden Vereine ein nationales und internationales Transferverbot für zwei volle aufeinanderfolgende Transferperioden verhängt. Die Transfersperre, die nicht für die laufende Registrierungsperiode gilt, da diese vor Mitteilung der Entscheide eröffnet wurde, gilt für jeweils den gesamten Verein – mit Ausnahme der Frauen-, Futsal- und Beach-Soccer-Teams. Weiterhin möglich ist die Freigabe von Spielern.

Atlético de Madrid und Real Madrid wurden ferner mit einer Geldstrafe von CHF 900.000 und CHF 360.000 sowie einer Ermahnung belegt und angewiesen, die Situation aller fraglichen minderjährigen Spieler binnen 90 Tagen zu legalisieren. 

Die Entscheide, die auf den jeweiligen Umständen im Einzelfall basieren, wurden den betreffenden Parteien heute mitgeteilt. Ihnen gingen Ermittlungen zuerst der FIFA Transfer Matching System GmbH (FIFA TMS) und danach der FIFA-Disziplinarkommission im Rahmen des eingeleiteten Disziplinarverfahrens voraus. Die Ermittlungen betrafen mehrere minderjährige Spieler, die über verschiedene Zeiträume zwischen 2007 und 2014 (Atlético de Madrid) sowie 2005 und 2014 (Real Madrid) bei den Vereinen registriert waren.

Die FIFA setzt sich sehr für den Schutz der Rechte von Spielerinnen und Spielern unter 18 Jahren ein – sowohl im Amateur- als auch im Profifussball. Aus diesem Grund sind sowohl der internationale Transfer Minderjähriger als auch die Erstregistrierung Minderjähriger in einem Land, dessen Staatsbürgerschaft sie nicht besitzen, verboten – ausgenommen sind besondere Fälle (vgl. Art. 19 des Reglements), die vom Ausschuss bewilligt werden müssen, der von der Kommission für den Status von Spielern zu diesem Zweck eingesetzt wurde. Die Vorschriften zum Schutz Minderjähriger müssen deshalb strikte angewandt werden. Dies wurde vom Sportschiedsgericht mehrfach bestätigt. Die Zulassung weiterer Ausnahmen über diejenigen hinaus, die sorgsam verfasst und in den Wortlaut des Reglements aufgenommen wurden, würde unweigerlich zu Missbräuchen führen, die die Intention der Regelung untergraben würden. 

Das webgestützte Transferabgleichungssystem (TMS) ist für die Überwachung des internationalen Transfermarkts und der Einhaltung der geltenden Bestimmungen eine wichtige Plattform und sorgt für mehr Transparenz und hohe Standards.