Die Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission hat unter der Leitung ihres Vorsitzenden, Michael J. Garcia, das Bieterverfahren zur Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ 2018 und 2022 überprüft. Ein entsprechender Bericht wurde im September dem Vorsitzenden der rechtsprechenden Kammer der FIFA-Ethikkommission, Hans-Joachim Eckert, übergeben. In der Folge wurde wiederholt die Forderung erhoben, der Untersuchungsbericht solle veröffentlicht werden. Zurzeit bereitet Hans-Joachim Eckert eine Stellungnahmem  zum Bericht der Untersuchungskammer vor; er hat FIFA.com in diesem Zusammenhang einige Fragen beantwortet.

Wann können wir mit Ihrer Stellungnahme rechnen?
Der Untersuchungsbericht zum Bieterverfahren zur Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 umfasst hunderte von Seiten sowie umfangreiche Anhänge. Diese Materialien sorgfältig durchzuarbeiten erfordert Zeit. Nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge wird die Stellungnahme spätestens Mitte November fertiggestellt.

Was genau wird die Stellungnahme beinhalten?
Die Stellungnahme wird einen Überblick über den Untersuchungsbericht sowie eine Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse, Folgerungen und Empfehlungen des Berichts beinhalten. Diese werden zudem kurz bewertet.

Warum wird der Bericht von Michael Garcia nicht integral veröffentlicht?
Genau genommen stammt der Hauptbericht nicht nur von Michael Garcia, sondern er wurde von diesem zusammen mit dem Vizevorsitzenden der Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission, Cornel Borbély, erstellt. Der Untersuchungsbericht über Russland und die USA wurde von Cornel Borbély alleine verfasst. Michael Garcia konnte sich an einzelnen Teilen der Untersuchung aufgrund möglicher Interessenskonflikte überhaupt nicht beteiligen, so etwa an der Überprüfung der amerikanischen Bewerbung, da er U.S.-Bürger ist. Den Untersuchungsbericht integral zu veröffentlichen, würde die FIFA-Ethikkommission sowie die FIFA insgesamt in eine äußerst schwierige rechtliche Situation bringen. Darüber hinaus müssen wir die Persönlichkeitsrechte der im Bericht genannten Personen wahren, was im Falle einer integralen Veröffentlichung des Untersuchungsberichts aller Voraussicht nach nicht gegeben wäre.

In den Medien ist zum Teil der Eindruck entstanden, dass zwischen Ihnen und Michael Garcia Uneinigkeit besteht, ob der Untersuchungsbericht veröffentlicht werden kann oder nicht. Wie sehen Sie diese Situation?
Nein, dem ist nicht so. Michael Garcia hat nie gesagt, sein Bericht solle 1:1 veröffentlicht werden. Er hat lediglich gesagt, sein Bericht solle "in geeigneter" Form veröffentlicht werden. Es ist nun Aufgabe von mir und meinem Vizevorsitzenden, diese geeignete Form auszuarbeiten. Ob diese geeignete Form in einer Stellungnahme zum Untersuchungsbericht besteht oder ob gewisse Teile des Untersuchungsberichts anonymisiert veröffentlicht werden, ist Teil meiner derzeitigen Abklärungen. Auch eine Kombination dieser Möglichkeiten wäre denkbar. Diese Entscheidung liegt also ausschließlich bei der rechtsprechenden Kammer. Weder die Untersuchungskammer noch das FIFA-Exekutivkomitee können darüber entscheiden. Zentral ist es, dass keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden.