Selbst für den Weltmeistertitel würde ich meinen Bart nicht abrasieren!

João Matos

João Matos lässt in seinem Gespräch mit FIFA.com eine Lachsalve los. Sein Look ist aufsehenerregend, und das weiß er auch. Wenn man sich Fotos anschaut, die ihn bei der WM 2012 in Thailand zeigen, seiner ersten FIFA Futsal-Weltmeisterschaft, ist der Unterschied deutlich erkennbar. Damals hatte er noch ein glatt rasiertes Gesicht und kurze Haare.

"Alles begann bei der Europameisterschaft 2014", meint der 29-jährige Libero. "Dort habe ich mich zum letzten Mal mit einer Klinge rasiert. Seitdem verwende ich nur noch einen elektrischen Rasierapparat. Und der Bart wird gepflegt wie die Haare: mit Shampoo und Rasiercreme, und gekämmt wird er auch", fügt er gut gelaunt hinzu.

Nach zwei Jahren sind für João Matos zwei Dinge ganz klar: "Mein Gesicht gefällt mir nicht mehr ohne Bart. Außerdem ist er so etwas wie mein Markenzeichen geworden."

Und als wir ihn fragen, ob er versprechen würde, seinen Bart abzurasieren, wenn er dafür den WM-Titel bekommt, antwortet er mit dem eingangs erwähnten Satz. "Ich sage noch einmal, dass ich mir mein Gesicht ohne Bart nicht mehr vorstellen kann. Selbst wenn ich Weltmeister werde, würde ich ihn mir nicht abrasieren."

Sein "Markenzeichen" hat in Kolumbien große Resonanz gefunden, vor allem bei den einheimischen Fans, die ihn um ein Selfie nach dem anderen bitten. Tatsächlich war er der letzte portugiesische Spieler, der nach dem 4:0-Achtelfinalsieg gegen Costa Rica das Parkett verließ.

"Es ist egal, ob es nun wegen des Bartes ist, weil wir gut gespielt haben oder sympathisch sind. Die Leute zahlen, um sich Portugal-Spiele anzuschauen, und verdienen unseren Respekt. Außerdem ist es sehr schön, die Zuneigung der Fans zu spüren, insbesondere wenn man so weit von zu Hause weg ist", meint der Spieler von Sporting Lissabon.

Auch auf dem Platz markant
Doch João Matos, der sich seine Großeltern, Eltern, Geschwister und seinen Sohn auf die Arme tätowieren lassen hat und am 28. Oktober auf die Geburt einer Tochter wartet, hat allerdings auch auf dem Spielfeld prägnante Spuren hinterlassen.

Eine seiner herausragenden Fähigkeiten mag den Fans vielleicht entgangen sein, doch seinen Teamkameraden sicher nicht und schon gar nicht den Gegnern. Matos ist ein ausgesprochen dynamischer und schneller Libero mit einem guten Blick für Teamkameraden, die besser positioniert sind als er. Tatsächlich hat er bei dieser WM schon drei Vorlagen geliefert.

"Es ist einfach, wenn man in einer solchen Mannschaft spielt. Wir verfügen über Spieler, deren Klasse über dem Durchschnitt liegt. Und alle wissen, welche Rolle ihnen zukommt und was sie tun müssen, um die Teamleistung zu steigern", so Matos, der schon als Kind mit dem Futsalspielen begonnen hat und seither nichts anderes mehr machen möchte. "Wenn man als Kind ständig mit dem Ball gespielt hat, muss einem diese Sportart einfach gefallen!"

Ihm ist auch bewusst, dass in der Nationalmannschaft einige Spieler die erste und andere die zweite Geige spielen. "Ricardinho und Cardinal tragen vielleicht etwas mehr Verantwortung, das bestreite ich nicht. Das Gute ist, dass sie die Gegner auf sich ziehen und sich dadurch Chancen für uns andere Spieler ergeben."

Bis jetzt scheint die Strategie der Portugiesen jedenfalls aufgegangen zu sein. "Allerdings war es nicht leicht", betont er. "Selbst gegen Panama mussten wir hart arbeiten. Doch ich muss sagen, ohne die Gegner unterschätzen zu wollen, dass Portugal sich gut auf dieses Turnierstadium vorbereitet hat."

Als nächstes trifft das Team nun im Viertelfinale auf Aserbaidschan, den einzigen Debütanten, der den Sprung unter die besten acht Mannschaften des Turniers geschafft hat. "Das ist ein Gegner, der stark von den Einzelspielern abhängig ist und über sehr gute verfügt. Die eingebürgerten Brasilianer haben ihre Qualität schon unter Beweis gestellt. Es wird wichtig sein, sie unter Kontrolle zu bekommen."

Die Frage, ob Portugal Weltmeister werden wird, möchte er nicht beantworten. "Es wäre ein Fehler, so etwas zu sagen, obwohl wir noch nie etwas gewonnen haben. Wir denken von Spiel zu Spiel. Wir haben noch drei 'Endspiele' vor uns und dürfen uns nicht von solchen Gedanken aus der Konzentration bringen lassen."