"Seleção" triumphiert im Krimi von Bangkok
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Die FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Thailand 2012 ging mit einem packenden und an Dramatik nicht zu überbietenden Finale zu Ende. In einem Duell der ewigen Rivalen setzte sich Rekord-Weltmeister Brasilien gegen Spanien durch und konnte mit dem Sieg den Titel von 2008 verteidigen.

In buchstäblich letzter Minute gelang den Südamerikanern im Indoor Stadium Huamark von Bangkok der Siegtreffer zum 3:2. Zum Matchwinner wurde Neto mit seinem Treffer 19 Sekunden vor dem Schlusspfiff. Nach 1989, 1992, 1996 und 2008 sicherten sich die Brasilianer somit den fünften Titel bei diesem Turnier.  

Im Spiel um Platz drei setzte sich vorher bereits Italien gegen Kolumbien durch und sicherte sich den dritten Platz des Turniers. Nachdem die Partie im ersten Durchgang noch torlos blieb, starteten die Europäer in der zweiten Halbzeit wahrlich durch und kamen durch einen Doppelschlag von Rodolfo Fortino und einem sehenswerten Treffer von Sergio Romano zum verdienten Sieg.  

Die Ergebnisse
Finale
Spanien - Brasilien 2:3 n.V. (2:2; 0:0)
Spiel um den dritten Platz
Italien - Kolumbien 3:0 (0:0)

Tor des Tages
SpanienBrasilien, 2:2, Falcao, 36'13
In seinem dritten Finale einer FIFA Futsal-WM war Falcao für Brasilien wichtig wie nie zuvor. Die Südamerikaner lagen kurz vor dem Ende mit 1:2 zurück und suchten ihren Erfolg in der Offensive. Mit einem Schuss aus gut zwölf Metern direkt in den Winkel sorgte der Ausnahmespieler der Brasilianer für den Ausgleich. Mit dem Tor drei Minuten vor dem Ende brachte er die Südamerikaner wieder zurück ins Spiel und gab seinem Team den nötigen Schwung für die letzten Minuten. Damit legte er den Grundstein für den späteren Sieg.  

Die besonderen Momente
Last-Minute-Neto
Das Endspiel zwischen Brasilien und Spanien schien schon ins Sechsmeterschießen zu gehen, da kam Brasiliens Neto und sorgte mit einem sehenswerten Treffer Sekunden vor dem Schluss für die Entscheidung. Der Stürmer nahm einen Querpass blitzschnell auf der linken Seite auf, dribbelte geschickt um seinen Gegenspieler, zog aus halblinker Position ab und traf zum 3:2-Siegtreffer. Das Indoor Stadium verwandelte sich in ein wahres Tollhaus.

Entspannte Spanier

Ganz entspannt saß die spanische Mannschaft vor ihrem Finale auf der Tribüne und schaute sich das Spiel um den dritten Platz an. Mannschaftskapitän Kike und Co. schien das Spiel zwischen Italien und Kolumbien sichtlich zu genießen, bevor es Mitte der zweiten Halbzeit zum Aufwärmen in die Kabine ging.   

Trauriger Abgang
Juan Lozano war Kolumbiens Mann des Tages. Mit seinen Glanzparaden ließ er Italiens Stürmer schier verzweifeln. Ein ums andere Mal rettete er in höchster Not für die Südamerikaner. In der 32. Minute war er erneut zur Stelle um einen langen Ball Italiens abzufangen, doch dem kolumbianischen Torhüter sprang der Ball außerhalb des Strafraums an die Hand, und dem Schiedsrichter blieb keine andere Wahl, als die Rote Karte zu zücken. Lozano brach in Tränen aus, doch sein Abgang wurde zum Triumphmarsch. Es gab stehende Ovationen für den Klasse-Keeper, "Lozano"-Rufe, und beim Gang entlang der Zuschauerränge klatschten die Fans den tragischen Helden ab. Ein Trostpflaster für das frühzeitige Spielende.

La Ola Welle
Budenzauber war angesagt beim Finale der FIFA Futsal-WM. Im ausverkauften Stadion begeisterten die zwei Mannschaften im Finale die Massen mit ihrem packenden und technisch versierten Spiel. Bei Spaniens Auszeit kurz vor der Halbzeitpause schwappte sogar unter lautem Jubel die La Ola Welle durch die Arena. Die Zuschauer sorgten für eine gebührende Endspiel-Atmosphäre.

Zahl des Tages
152
– Mit dem Finalsieg gegen Spanien hat Brasilien eine neue Bestmarke aufgestellt. Seit nunmehr 152 Spielen haben die Südamerikaner nach regulärer Spielzeit nicht mehr verloren. Die letzte Niederlage mussten sie ausgerechnet gegen Spanien in einem Freundschaftsspiel am 08. Dezember 2005 einstecken.

Zitat des Tages
"Ganz ehrlich, das war das letzte bisschen Energie, das ich noch hatte. Beide Teams haben sich schon mental aufs Sechsmeterschießen eingestellt. Aber ich habe mir gedacht: 'Warum soll ich nicht noch etwas probieren'. Gott sei Dank hat es geklappt. Als der Ball ins Tor ging, war ich so emotional und gleichzeitig so müde, ich wusste gar nicht, was ich tun sollte."
Neto (Spieler, Brasilien) über sein zweites Tor