Die Final-Trainer haben das Wort
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Wenige Stunden vor dem Endspiel der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Thailand 2012 sprach FIFA.com exklusiv mit Venancio López und Marcos Sorato, den Trainern der spanischen und der brasilianischen Auswahl, die sich im Finale gegenüberstehen werden. Hier erfahren Sie, was die beiden auf fünf Fragen vor dem entscheidenden Duell am Sonntag geantwortet haben.

Was halten Sie von Ihrem Endspielgegner?
López (ESP): Nun, ich sage nichts Weltbewegendes, wenn ich erkläre, dass Brasilien eine herausragende Mannschaft hat. Abgesehen von den vier Weltmeistertiteln und der großen Erfahrung, die damit einhergeht, haben sie immer eine Antwort auf jedes Problem, mit dem sie in einem Spiel konfrontiert werden. Und das ist etwas ganz Besonderes. Dennoch erwarte ich ein enges Finale und vertraue auf die Fähigkeiten meiner Mannschaft.

Sorato (BRA): Ich glaube, dass Spanien gegenwärtig die beste Mannschaft der Welt ist, denn eigentlich kann ich keine Fehler erkennen. Alle haben Respekt vor diesem Team, denn sie sind überall stark: im Angriff, in der Abwehr, bei ruhenden Bällen. Außerdem verfügen sie über Spieler, die eine Partie alleine entscheiden können. Im Augenblick sind sie jedenfalls das kompletteste Team. Dennoch ist der Ausgang des Finales völlig offen.

Was ist die größte Stärke Ihres Teams?
López (ESP): Die Siegermentalität. Die mentale Stärke überträgt sich auf das Spiel und auf den Platz, und das erklärt, warum wir in jeder Beziehung in allen unseren Spielen bisher auf höchstem Niveau gespielt haben.

Sorato (BRA): Man muss den Erwartungen gerecht werden in einem Turnier, bei dem man sich in den K.o.-Runden keinen Fehler erlauben darf. Natürlich haben die brasilianischen Spieler von Haus aus viel Talent, aber jetzt haben wir uns auch in der Abwehr verbessert und sind wesentlich variabler in unserem Spiel geworden.

Welches war der entscheidende Moment in diesem Turnier, der erst den Finaleinzug ermöglicht hat?
López (ESP): Sicherlich die Partie gegen die Russen. Der Verlierer musste nach Hause fahren, und es hätte auch uns treffen können. Aber dann haben wir gegen einen großen Titelfavoriten eine erstklassige Leistung gezeigt.

Sorato (BRA): Es war das Spiel gegen Argentinien. Die Aufholjagd war entscheidend und hat gezeigt, wozu mein Team fähig ist. Sie hat auch offenbart, dass wir bereit sind, es mit jeder Herausforderung aufzunehmen, die das Turnier noch für uns bereithält.

Was war die große Überraschung in diesem Turnier?
López (ESP): Zweifellos, dass Kolumbien das Halbfinale erreicht hat. Sie haben in der Defensive Großes geleistet und besitzen technisch äußerst starke Spieler. Da sie eine junge Mannschaft haben, steht ihnen die Zukunft weit offen.

Sorato (BRA): Ganz sicher Kolumbien. Ich wusste bereits, wie stark sie technisch sind. Dennoch muss man hervorheben, dass sie mit einer Mannschaft, die praktisch nur aus Amateuren besteht, so weit im Turnier gekommen sind. Dem Trainer und auch den Spielern gebührt ein großes Lob.

Welche Bedeutung hat Ihrer Ansicht nach die WM in Thailand 2012 für den Futsal?
López (ESP): Nun, die Qualität der Spiele war wirklich herausragend. Man hat gesehen, dass Futsal nicht nur eine Sportart, sondern auch ein sehenswertes Spektakel ist. Wenn wir etwas weiter denken, kann man auch feststellen, dass Futsal an sich ein äußerst wichtiges Element in der Ausbildung von Fussballspielern ist.

Sorato (BRA): Das Turnier hat gezeigt, dass es wichtig ist, auf eine breite Basis, auf die Ausbildung eigener Spieler zu setzen. Brasilien und Spanien haben in dieser Hinsicht die beste Arbeit geleistet und dominieren auch weiterhin. Es ist wichtig, dass man diese Lektion lernt und konsequent – auch mit Unterstützung der FIFA – weiterarbeitet.