Euphorisches Duo will krönenden Abschluss
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Spiele um den dritten Platz stehen im Ruf, eine unterhaltsame Angelegenheit zu sein. Doch es besteht auch die Gefahr, dass sie von den enttäuschten Erwartungen der beteiligten Teams begleitet sind. Wenn Spieler ein ganzes Turnier damit verbracht haben, von Gold zu träumen, kann der Kampf um Bronze nicht immer denselben Adrenalinschub entfesseln.

Italien und Kolumbien hingegen sehen der Gelegenheit, sich um einen Platz auf dem Podium zu duellieren, mit offensichtlicher und echter Begeisterung entgegen. In ihrem Fall geht es nicht um einen Trostpreis für das Verpassen eines Finales, von dem sie erwartet hatten, dass sie dabei sein würden. Es ist für sie eine Gelegenheit, ein Turnier, das sie schon jetzt als vollen Erfolg bezeichnen können, mit einem krönenden Abschluss abzurunden.

Italien hat schließlich seine im Vorfeld formulierten Ziele erreicht, während Kolumbien alle Erwartungen weit übertroffen hat. Die Cafeteros bereiteten selbst Brasilien lange Zeit Kopfzerbrechen, bevor sie sich dem Favoriten am Ende doch beugen mussten. Trainer Arney Fonnegra sprach im Anschluss zu Recht voller Stolz über den Auftritt seines Teams.

Das gewisse Etwas hat gefehlt

"Ich war über das Ergebnis enttäuscht, aber erfreut über die Leistung meiner Spieler, die 20 Minuten lang gegen das beste Team der Welt mithalten konnten", sagte er. "Und auch wenn wir etwas Pech hatten, möchte ich eher die großartige Reaktion meiner Spieler nach dem frühen Gegentor hervorheben."

Auch die Italiener gaben gegen Spanien in der ersten Halbzeit ihr Bestes, bevor sie sich wie allgemein erwartet geschlagen geben mussten. Trainer Roberto Menichelli hatte in jedem Fall Grund zur Freude, als er im Anschluss an die Partie im Gespräch mit FIFA.com Bilanz zog.

"Wir haben bei dieser Futsal-Weltmeisterschaft großartige Dinge geschafft, und ich bin sehr zufrieden mit den Leistungen meiner Spieler", sagte er. "Leider haben Spanien und Brasilien dieses gewisse Etwas mehr, und das machte am Ende den Unterschied. Ich dachte übrigens, dass Russland in der Lage hätte sein können, für die Überraschung zu sorgen, doch Spanien erwies sich sogar für sie als zu stark."

Eine verschworene Einheit

"Insgesamt sind wir definitiv sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir hier gespielt haben, und das Turnier ist für uns noch nicht vorbei. Nun steht uns dieses Spiel um Platz drei bevor, und glauben Sie mir, wir wollen diese Bronzemedaille. Mit Bronze um den Hals nach Hause zu fahren, wäre ein großer Erfolg. Wir wurden bei der EURO Dritter, und bei einer Weltmeisterschaft das Gleiche zu erreichen, wäre sogar ein noch besseres Ergebnis."

Menichelli ist sich aber dessen bewusst, dass ein Erfolg gegen dieses kolumbianische Team, das auf dem Weg ins Halbfinale so manchen namhaften Konkurrenten ausschaltete, alles andere als garantiert ist. Der Erfolg der Südamerikaner basierte auf den brillanten Leistungen von Torhüter Juan Lozano sowie einem unverhohlen defensiven Ansatz, und der italienische Trainer glaubt genau zu wissen, was ihn erwartet.

"Wir werden einer Mannschaft gegenüber stehen, die eine eingeschworene Einheit ist und während des gesamten Turniers hervorragend verteidigt hat", sagte er. "Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass sie auch über mehrere talentierte Einzelspieler verfügt."

Keine Motivationsprobleme

Fonnegra betonte, dass er diesen Spielern gegen Brasilien erlaubt hatte, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Dies führte zwar nicht zum Sieg, aber zum herausragenden Treffer des Halbfinales durch Jhonathan Toro. Und wie sein italienischer Kollege rechnet auch der kolumbianische Trainer nicht damit, dass er auf Probleme stoßen wird, wenn es darum geht, seine Spieler für die Herausforderung Bronzemedaille zu motivieren.

"Was ich meinen Spielern sagen werde, die nach der Niederlage traurig sind? Dass am nächsten Morgen immer wieder die Sonne scheint", erklärte er. "Wir können bereits jetzt eine positive Bilanz dieses Turniers ziehen, doch es gibt einen großen Unterschied zwischen einem dritten und einem vierten Platz."

"Nun, da wir so nah dran am Gewinn einer Medaille sind, ist es unser Ziel, nach ihr zu greifen. Italien ist natürlich eine sehr starke Mannschaft. Doch ich werde meinen Spielern sagen, dass sie frei aufspielen sollen, jedoch nicht ohne die Disziplin und die Ernsthaftigkeit, die einem Spiel um Platz drei gebührt."