Cardinal genießt Parallelen zu Ronaldo
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Er ist 27, trägt das portugiesische Nationaltrikot mit der Nummer sieben und ist ein überaus gefährlicher Torjäger. Das klingt vertraut? Nun, die Rede ist nicht von Cristiano Ronaldo, sondern von Cardinal, der allerdings auf dem besten Wege scheint, im Futsal eine ähnliche Ausnahmestellung einzunehmen wie sein Landsmann und Superstar im Fussball.

Seine Ausbeute von sieben Treffern in den bisherigen vier Spielen der Portugiesen bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft 2012 in Thailand macht deutlich, welchen Wert er für die Auswahl von Trainer Jorge Braz hat. Der Coach stimmt denn auch in das Loblied auf Cardinal ein. "Cardinal ist ein Ausnahmespieler, eine der besten Sturmspitzen im weltweiten Futsal", so seine Einschätzung.

"Und er weiß, dass er sich noch weiter steigern kann. Er konzentriert sich darauf, kleine Details zu verbessern und spielt dabei ein großartiges Turnier. Neben all seinen fussballerischen Stärken ist er auch ein großartiger Mensch. Und er ist nur zufrieden, wenn er gewinnt. Wenn er sich weiterhin steigern kann, dann wird er ganz ohne Zweifel schon bald zu den Allerbesten gehören", erklärte Braz gegenüber FIFA.com.

Ronaldo als Inspiration
Wie diese Einschätzung des geborenen Gewinners und Perfektionisten durch den Trainer zeigt, sind die Parallelen zu Ronaldo also keineswegs mit Alter, Rückennummer und Nationalität erschöpft. Dies wiederum ist der Tatsache geschuldet, dass der Topstar von Real Madrid für Cardinal eine große Inspiration darstellt. Zudem ist sich der aufstrebende Futsal-Star durchaus der Bedeutung seiner Rückennummer bewusst.

"Ich bin sehr stolz und glücklich, diese Nummer zu tragen", so Cardinal im Interview mit FIFA.com. "Schließlich ist Cristiano mein großes Vorbild im Fussball. Natürlich vergleiche ich mich nicht mit ihm, aber ich hoffe, dass auch ich Portugal in diesem Trikot würdig repräsentieren kann. Außerdem passt die Nummer im Moment besonders gut zu mir, schließlich habe ich bisher genau sieben Tore bei diesem Turnier auf dem Konto."

Allerdings hofft Cardinal sicher, dass diese Übereinstimmung in der Viertelfinalpartie gegen Italien endet. Schließlich liegt er im Rennen um die Torjägerkrone derzeit nur zwei Treffer hinter dem Russen Eder Lima, der sieben seiner bisherigen neun Treffer gegen die Salomon-Inseln erzielte. Doch der Portugiese ist keineswegs auf den Goldenen Schuh von adidas fixiert.

Team-Erfolg steht über persönlichen Ehrungen
"Natürlich wäre es toll, diese Auszeichnung zu bekommen, aber sie ist nicht mein wichtigstes Ziel", stellte er klar. "Das Wichtigste für mich ist immer die Mannschaft. Sicher würde mir der Gewinn des Goldenen Schuhs viel bedeuten, aber allzu viel Zeit verschwende ich nicht auf solche Gedanken."

Auch wenn persönliche Preise für ihn nicht im Mittelpunkt stehen, gibt Cardinal dennoch gerne zu, dass er bessere Chancen als je zuvor auf individuelle Auszeichnungen hat. "Ich habe nie besser gespielt als jetzt", sagte er selbstbewusst. "Ich bin in Topform und habe das Gefühl, dass ich in jedem Spiel treffen könnte. Aber ich weiß, dass ich mich weiter verbessern muss, um ein perfektes Turnier zu spielen. Ich fühle mich derzeit sehr gut in Form. Aber das Niveau des Turniers wird sich weiter steigern, also muss auch ich mich steigern. Ich hoffe und glaube allerdings, dass meine besten Momente bei diesem Turnier erst noch kommen."

Angesichts seiner bisherigen Form dürfte es den Italienern bei solchen Worten kalt den Rücken herunter laufen. Den Azzurri ist durchaus bewusst, dass ihnen ein Stürmer gegenüber steht, der derzeit ein enormes Leistungshoch erlebt. Und auch die gesamte portugiesische Mannschaft konnte beim 4:1-Sieg gegen Paraguay enorm beeindrucken.

"Wir haben wirklich gut gespielt", meinte auch Cardinal. "Wir wussten, dass wir gegen Paraguay eine starke Leistung zeigen mussten, um das Spiel unter Kontrolle zu halten, und genau das ist uns auch gelungen. Die Balance im Team war perfekt. Jeder konnte unsere Entschlossenheit sehen, im Turnier zu bleiben. Jetzt freuen wir uns auf das Viertelfinale und sehen dem Gegner recht gelassen entgegen. Der einzige Unterschied zwischen Italien und Ägypten besteht für uns darin, dass wir Italien besser kennen, so dass wir uns noch besser vorbereiten können. Wir wissen, dass sie ein gutes Team haben und uns das Leben schwer machen werden. Trotzdem denke ich, dass wir diese Partie genießen werden. Wir haben unser wichtigstes Ziel bei diesem Turnier schon erreicht. Jetzt geht es nur noch darum, alles herauszuholen und so weit wie nur möglich zu kommen."

Und mit einem Cardinal in seiner derzeitigenTopform könnte das noch ziemlich weit sein…