Thueanklang: "Alles ist möglich"
© Getty Images

Normalerweise legen Trainer in Interviews größten Wert darauf, zu betonen, dass der Schlüssel zum Erfolg in der mannschaftlichen Geschlossenheit ihres Teams liegt. Wenn man allerdings Victor Hermans, Coach der thailändischen Futsal-Nationalmannschaft, auf Suphawut Thueanklang anspricht, merkt man schnell, dass es sich bei der Nummer neun des Gastgebers der FIFA Futsal-WM 2012 um einen ganz besonderen Akteur handeln muss.

"Suphawut ist der große Star unseres Teams. Er ist ein sehr intelligenter Spieler, mit dem man gut arbeiten kann. Abgesehen davon ist er ein ganz normaler Junge. Ich bin erstaunt, dass er hier in Thailand und nicht im Ausland aktiv ist. Er ist beidfüßig und ein Gewinner-Typ. Ich bin mir sicher, dass er seinen Weg bei einem großen Verein in Europa gehen wird", erklärte Hermans gegenüber FIFA.com.

Wir dachten uns, dass wir uns einen solchen Spieler nicht entgehen lassen dürfen und sprachen vor dem Abschlusstraining Thailands mit dem 23-Jährigen über das WM-Achtelfinale gegen Europameister Spanien, seine Spielphilosophie und Karriereziele.

Suphawut, der Einzug in das Achtefinale war eine Zitterpartie. Wie geht es Ihnen nach diesem dramatischen Erreichen der K.o.-Runde?
Ich bin sehr glücklich, dass wir die zweite Phase der Weltmeisterschaft erreicht haben. Auf dieses Ziel haben wir mehr als ein Jahr hingearbeitet und freuen uns nun auf die nächste Partie.

Was bedeutet dieser Erfolg der Futsal-Nationalmannschaft für die Menschen in Thailand? Es scheint, als würde das ganze Land mit Ihnen fiebern.
Es bedeutet den Menschen in meinem Heimatland sehr viel, da sie darauf gehofft haben, dass wir das Achtelfinale erreichen. Wir stehen im Fokus der Öffentlichkeit, da alle Fans auf uns blicken. Wenn wir Erfolg haben, sind unsere Anhänger glücklich.

In der Runde der letzten 16 treffen Sie nun auf Europameister Spanien. Was erwarten Sie sich von der Partie gegen den WM-Favoriten?
Wir haben mit Sicherheit eine Chance, das Viertelfinale zu erreichen. Unser größter Vorteil ist, dass wir vor unseren eigenen Fans in unserer Heimat spielen. Wir werden mehr als 100 Prozent in dieser Begegnung geben, dann ist alles möglich.

Sie gelten als der beste Spieler im Team Thailands. Wie bewerten Sie Ihre Rolle in der Mannschaft?
Ich weiß, dass jeder von mir sehr viel erwartet. Ich mache im Trikot meines Heimatlandes nur meinen Job und gebe in jeder Partie alles, was in mir steckt. So werde ich auch das Spiel gegen Spanien angehen, und alles aus mir rausholen, um gemeinsam mit meinen Teamkollegen Erfolg zu haben.

Derzeit spielen Sie in Thailand Futsal. Ihre starken Leistungen bei der WM lösen jedoch Begehrlichkeiten aus. Welche persönlichen Ziele verfolgen Sie in Ihrer Karriere?
Mein Traum ist es, irgendwann einmal in Europa professionell Futsal zu spielen. Ich war bereits in Iran aktiv, möchte aber nun den nächsten Schritt machen und nach Europa gehen.

Auf dem Platz haben wir Sie als unbekümmerten und technisch starken Akteur kennengelernt. Was für ein Typ sind Sie abseits des Feldes?
Ich bin ein sehr offener und freundlicher Charakter, der mit jedem gut auskommt. Ich unterhalte mich gerne mit meinen Mitmenschen und freue mich, wenn ich mein Futsal-Wissen an Kinder weitergeben kann. Das macht mir unheimlich Spaß, da ich meine Erfahrung dem Nachwuchs näherbringen kann.

Es ist sehr unterhaltsam, der thailändischen National-Auswahl bei dieser WM zuzuschauen. Wie würden Sie den Spielstil Ihrer Mannschaft beschreiben?
Unser Kader besteht aus sehr vielen jungen Spielern, die ihre erste WM bestreiten. Wir versuchen, in der Defensive sicher zu stehen, um dann gefährliche Konterangriffe zu starten. Leider fehlt es uns in der einen oder anderen Situation an Erfahrung. Daraus resultieren dann Fehler, die auf diesem Level von unseren Gegnern bestraft werden.

Victor Hermans ist ein sehr erfahrener Trainer, der auf Sie große Stücke hält. Wie wichtig ist er vor dem Spiel gegen Spanien?
Unser Coach wird uns akribisch auf die Partie gegen Spanien vorbereiten. Er legt großen Wert darauf, dass wir in der Defensive geordnet stehen und immer wieder Nadelstiche nach vorne setzen.

Gibt es etwas, das Sie den Fans kurz vor dem vielleicht wichtigsten Spiel Ihrer Karriere gegen Spanien noch sagen möchten?
Ich wünsche mir, dass unsere Fans das Stadion gegen Spanien voll machen. Ich glaube, es ist Platz für 7.000 Zuschauer, und ich möchte am liebsten keinen freien Platz sehen, wenn ich das Spielfeld betrete. Wenn wir die volle Unterstützung unserer Anhänger spüren, dann haben wir eine Chance, gegen Spanien zu bestehen.