Ein märchenhafter Auftritt eines 16-Jährigen
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Ein Tor bei einer Weltmeisterschaft zu erzielen, ist an sich schon beeindruckend. Das mit 16 Jahren zu schaffen, macht das Ganze noch bemerkenswerter. Wenn man dann erwähnt, dass der betreffende junge Bursche Torhüter ist, wird die Geschichte noch unglaublicher. Lässt man dann aber fallen, dass der Treffer aus der eigenen Hälfte heraus erzielt wurde und dass die Salomon-Inseln, die ihre Spiele üblicherweise hoch verlieren, dadurch die Partie gewannen, hört kaum noch jemand zu, denn das alles klingt dann doch zu sehr nach einem kaum zu glaubenden Märchen.

Doch genau dies ist die wahre Geschichte von Anthony Talo, seinem unvergesslichen Schuss und dem ersten Sieg seiner Mannschaft bei einer FIFA Weltmeisterschaft. Und nachdem die Partie abgepfiffen wurde, war er genauso erstaunt wie alle anderen.

"Mit Worten kann man nicht beschreiben, wie ich mich fühle", erklärte er gegenüber FIFA.com. "Es ist einfach unglaublich. Es war meine erste Weltmeisterschaft, so dass ich nicht einmal davon geträumt habe, hier ein Tor zu schießen. Es war ein so unglaublicher Augenblick für mich. Ich möchte dieses Tor den Menschen auf den Salomon-Inseln widmen und ich hoffe, dass die Leute zu Hause, die das gesehen haben, meine Freude mit mir teilen."

Ein historischer Sieg

Talo ist einer von nur fünf Torhütern, die bislang bei einer FIFA Futsal-Weltmeisterschaft ein Tor erzielt haben, und von diesen fünf mit Abstand der jüngste. Er ist sogar der zweitjüngste Spieler überhaupt, dem es bei diesem Wettbewerb gelang, den Ball ins Netz zu setzen. Kurioserweise hat der jüngste Torschütze, Safouk Al Temyat aus Saudiarabien, einen Treffer an einem 8. Januar erzielt – an Talos Geburtstag.

Der Treffer des Torhüters der Salomon-Inseln, den er aus dem eigenen Strafraum heraus gegen Guatemala erzielte, war jedoch nicht sein erstes Tor in der Nationalmannschaft. Zwei Mal hat er schon in regionalen Wettbewerben zu Hause ins Schwarze getroffen. "Aber dieses Tor war doch ein wenig anders", räumte er ein. "Es war ganz sicher mein bislang liebster Treffer, und ich hoffe, dass in Zukunft noch einige folgen werden."

Bemerkenswert am Märchen um Talos Treffer ist, dass er eigentlich auf der Bank hätte Platz nehmen müssen, wäre Stammtorhüter Paul Huia nicht gesperrt gewesen. Aber so konnte der junge Keeper die entscheidende Rolle beim historischen Sieg seines Teams spielen und sorgte damit nach der Partie für Jubelfeiern in der Kabine, die noch auf den entferntesten Korridoren im Indoor Stadium Huamark zu hören waren.

Eine vielversprechende Zukunft

"Wir waren überglücklich", grinste der junge Keeper. "Wir haben uns einfach alle gegenseitig beglückwünscht und dann haben wir gemeinsam unsere Nationalhymne gesungen. Unsere Mannschaft ist so glücklich über diesen Ausgang. Der Unterschied heute war, dass wir alle auf dem gleichen Niveau gespielt haben, mit der gleichen Intensität. So war es in den Spielen zuvor nicht immer gewesen.

Wir haben alle hart für einander gearbeitet und uns gegenseitig motiviert. Es war eine große Teamleistung. Dieses Ergebnis und auch das, was wir gezeigt haben, beweisen, dass wir auf diesem Niveau mithalten können. Darauf können wir in Zukunft aufbauen."

Bei so jungen und talentierten Spielern wie Talo sollte die Zukunft wirklich vielversprechend sein. Weniger wahrscheinlich scheint es, dass wir noch öfter so unglaubliche Geschichten wie die des jungen Torhüters erleben werden.