Assis hat nur ein Ziel vor Augen
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Italiens Nationalspieler Saad Assis ist der Prototyp eines Futsal-Spielers. Geboren und aufgewachsen in Brasilien eignete sich der 1,68 Meter große Filigrantechniker seine fussballerischen Fähigkeiten auf den Straßen von Sao Paulo an, um sie später in den Top-Ligen seines Heimatlandes, Italien und Spanien zu perfektionieren.

Mittlerweile gehört der 33-Jährige zu den weltbesten und erfolgreichsten Spielern, ist für den FC Barcelona in Spaniens Futsal-Oberhaus aktiv und gewann mit der Squadra Azzurra bei der FIFA Futsal-WM 2008 sowie der UEFA Futsal EURO 2012 die Bronzemedaille. In Thailand will das 68-Kilogramm-Leichtgewicht mit der Nazionale den nächsten Schritt nach vorne machen.

"Der Traum von uns allen ist es, dieses Turnier zu gewinnen. Aber natürlich haben auch einige andere Teilnehmer dieses Ziel vor Augen. Es ist keine leichte Aufgabe, da vor allem Brasilien, Spanien und Russland enorm stark sind. Wir werden alles versuchen, aber es wird sehr schwer", sagte er im Exklusiv-Interview mit FIFA.com.

Respekt und Zuversicht
Bevor es im Halbfinale zu einem Duell gegen den Europameister oder den Vize-Europameister kommen könnte, bekommen es Assis und Co. in der Runde der letzten 16 mit Ägypten, das als einer der vier besten Gruppendritten den Sprung in die K.o.-Phase schaffte, zu tun. Für den erfahrenen Goalgetter kein Selbstläufer, wie er erklärte.

"Wir wissen nicht allzu viel über Ägypten. Ich denke, dass wir die nächsten zwei Tage Videoanalyse betreiben werden. Sie müssen über einige Qualitäten verfügen, ansonsten hätten sie nicht so klar gegen die Tschechische Republik gewonnen, die uns vor zwei Jahren bei der EURO aus dem Turnier geworfen hat. Wir sind allerdings zuversichtlich, dass wir das Viertelfinale erreichen, wissen aber gleichzeitig, dass wir unseren besten Futsal zeigen müssen, um unseren nächsten Gegner am Montag zu bezwingen", sagte Assis, dem beim weltweiten Kräftemessen in Thailand in den drei Gruppenspielen drei Treffer gelangen.

"Ich mache nur meinen Job und helfe dem Team. Als Stürmer mag ich es natürlich, Tore zu erzielen, aber am Ende zählt nur der gemeinsame Erfolg", gab er angesprochen auf seine bisherigen Leistungen bescheiden zu Protokoll.

Assis: Können mit den besten Nationen mithalten
Bisher lief es für ihn und seine Mitspieler jedenfalls rund. Die Gruppe D, in der man es mit Australien (9:1), Argentinien (3:2) und Mexiko (5:2) zu tun bekam, schloss die Mannschaft von Trainer Roberto Menichelli mit der Maximalausbeute von neun Punkten ab. In der K.o.-Runde erwartet die Südeuropäer nun allerdings ein härteres Programm, doch Assis ist guter Dinge, dass man bis zum Ende bei der WM dabei sein wird.

"Im Vergleich zu 2008 haben wir ein völlig anderes Team. Die Mannschaft ist um einiges jünger als damals, trotzdem verfügen wir über sehr gute Spieler. Als Kollektiv sind wir im Vergleich zur weltweiten Spitze definitiv in der Lage, mit den besten Futsal-Nationen bei dieser WM mitzuhalten."

Das müssen die Italiener auch, denn nur so können sie sicherstellen, Assis' Erwartungen zu erfüllen. "Ich habe nur ein Ziel vor Augen, und das ist der Sieg im nächsten Spiel. Das ist mein Job, dafür spiele ich in Italiens Nationalmannschaft und auf Klubebene für Barcelona."