Skorovich: Russlands Ruhepol
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Angesichts der Erfolgsbilanz der letzten Jahre zählt Russland bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Thailand 2012 neben Brasilien und Spanien eindeutig zum Kreis der Favoriten.

Bis jetzt hat die Mannschaft von Trainer Sergey Skorovich diesen Status mit zwei souveränen Kantersiegen über die Salomon-Inseln (das 16:0 ist zugleich der bislang höchste Sieg im laufenden Turnier) und gegen Guatemala (9:0) auch auf eindrucksvolle Weise bestätigen können. Damit machten die Russen ihren Einzug in die K.o.-Runde bereits im zweiten Gruppenspiel perfekt und stellten einmal mehr unter Beweis, dass sie zu den weltbesten Futsal-Nationen gehören.

Mit bisher 25 Treffern erwies sich Russlands Offensive zudem als erfolgreichste Angriffsreihe der ersten zwei Gruppenspiele. Überdies ist Russlands Torhüter Gustavo bislang der einzige Schlussmann, der noch kein Gegentor zugelassen hat.

Furioser Auftakt
Der spektakuläre Start in dieses Turnier belegt, dass Russland in Thailand zum engsten Kreis der Titelanwärter zu zählen ist, wenngleich Trainer Skorovich davon nichts wissen möchte. "Wir arbeiten professionell und verspüren keinerlei Druck. Die eigentlichen Favoriten sind Europameister Spanien und Weltmeister Brasilien."

Vielleicht will der mit 39 Jahren noch junge Auswahltrainer auf diese Weise den Druck von seiner Mannschaft fernhalten. Im Übrigen ist er trotz der haushohen Siege über die Salomon-Inseln und Guatemala der Auffassung, dass sein Team noch einiges verbessern muss.

"Wir haben zwei gute Spiele gemacht. Man muss aber auch sehen, dass beide Gegner nicht zu den stärksten dieses Turniers gehören. Die Partien der K.o.-Runde werden sich auf einem anderen Niveau abspielen. Ich sage nicht, dass wir bisher noch nichts erreicht haben, zumal jede Mannschaft auch ihre Stärken hat. Natürlich war es leichter, gegen die Salomon-Inseln zu gewinnen als gegen Guatemala. Gegen die Mittelamerikaner hatten wir zuletzt 2010 gespielt. Damals konnten wir sie erst in der Verlängerung besiegen."

In der Ruhe liegt die Kraft
Der bei großen Turnieren übliche Erwartungsdruck scheint beim russischen Nationaltrainer, der seine Mannschaft bei der jüngsten UEFA Futsal EURO in Kroatien bis ins Finale führte, kaum Wirkung zu zeigen. Stattdessen nimmt der stets gut gelaunte Skorovich die Dinge in aller Regel ohne jegliche Verbissenheit.

Als er erfuhr, dass Spaniens Auswahltrainer Venancio López sich die Partie gegen Guatemala im Stadion ansah, meinte er trocken: "Er ist mein Freund – und er verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Ich habe gesehen, wie er sich Karten für das Spiel kaufte."

Bei der Frage nach den Ambitionen seines Teams in Thailand sowie nach seinem Eindruck von den bisherigen Spielen bei diesem Turnier wechselte Skorovich allerdings rasch die Tonlage. "Wir müssen immer versuchen, noch besser zu werden. Unser Ziel hier ist das Finale. Bis jetzt waren die Spiele nicht gerade hart umkämpft, mit Ausnahme der Partie zwischen Argentinien und Italien. Das Beste steht noch bevor."

Angesprochen auf seine Mannschaft und den Stolz, in Thailand sein Land zu repräsentieren, meinte er lediglich: "Lassen Sie uns Weltmeister werden, dann bekommen Sie die Antwort auf diese Frage." Falls es für Russland weiterhin so gut läuft wie bisher, werden wir uns mit der Antwort wohl bis zum 18. November gedulden müssen.