Torras und Spaniens "Barça"-Connection
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Spanien ist im Augenblick unbestreitbar die dominante Kraft im Fussball, und genauso unbestreitbar ist die Rolle des FC Barcelona beim Aufwärtstrend von La Roja. Andere Klubs haben natürlich ebenfalls einen großen Anteil daran, aber dass der Weltmeister die Basis seines Teams im Camp Nou gefunden hat und seine Spielweise an die des FC Barcelona anlehnt, ist weithin akzeptiert.

Ein ähnliches Phänomen könnte sich jetzt im Futsal entwickeln, denn sechs Akteure des 14-köpfigen spanischen Kaders spielen auf Vereinsebene im Trikot mit den weinroten und blauen Streifen. Barcelonas Futsal-Abteilung nähert sich mit Riesenschritten dem Erfolg der Fussballsparte an. 2012 holte man bereits den zweiten spanischen Meistertitel in Folge und zum ersten Mal die europäische Krone.

Eine Schlüsselrolle bei den Erfolgen auf Vereins- und Nationalmannschaftsebene spielt Torras, ein Spieler, der bei der UEFA Futsal EURO Anfang des Jahres mit dem Goldenen Schuh von adidas ausgezeichnet wurde und vorher mit seinem Team bereits viele Auszeichnungen gesammelt hatte. Und wenn der Preis für den besten Torjäger vielleicht auch irreführend sein könnte, was seine Rolle angeht (die entspricht nämlich eher einem Xavi als einem David Villa), so unterstreicht er doch seine konstant wichtige Rolle in der spanischen Auswahl. Seitdem hat der 32-Jährige mit Barça weitere Erfolge gefeiert. Der Spieler, der 2004 mit La Roja bereits Weltmeister wurde, glaubt, dass sein Nationalteam vom Selbstvertrauen und Zusammenhalt profitieren kann, die bei den Katalanen gefördert werden.

"Das ist eine ganz wichtige Sache für uns", erklärte er gegenüber FIFA.com. "Es kann nur nützlich sein, viele Teamkameraden zu haben, die sich gut kennen und schon tolle Erlebnisse miteinander hatten. Es ist ganz entscheidend, dass du deine Kollegen gut kennst, ihnen voll vertraust und weißt, was sie auf dem Spielfeld als nächstes tun werden. Das ist die Grundlage für jede Mannschaft, und wir haben Glück, dass wir darauf zählen können. Aber ich muss sagen, dass das nicht nur die Spieler von Barcelona betrifft. In diesem Kader kennen wir uns alle sehr gut, weil wir schon seit langem zusammenspielen. Wir folgen alle denselben Prinzipien, und ich bin sehr dankbar, dass ich Teamkameraden habe, mit denen mir das Futsalspielen so viel Spaß macht."

Dieser Spaß am Spiel wurde auch bei Spaniens 8:3-Kantersieg gegen Panama deutlich, bei dem Torras sich durchschlagskräftig und in Bestform präsentierte. Nach dem Europameistertitel sind die Erwartungen an ihn und seine Mannschaftskameraden hoch. Als einer von drei Spielern, die vor acht Jahren bereits Futsal-Weltmeister wurden, kann der Routinier von Barça sicher gut einschätzen, wie gut die Chancen stehen, an den Erfolg von damals anzuknüpfen.

"Was die Einzelspieler angeht, sind wir ein ganz anderes Team als die Mannschaften von 2004 und 2008", meinte er. "Die aktuellen Spieler haben einen anderen Stil als die vorherigen, obwohl alle gleichermaßen hochklassig sind. Aber das Wichtigste für uns ist, dass unsere Philosophie, unsere Prinzipien und unser Zusammenhalt gleich geblieben sind. Es stimmt schon, dass es einen Generationswechsel gab, aber mit dem Sieg bei der EURO haben wir bewiesen, dass dieser positiv verlaufen ist. Außerdem hat uns dieser Erfolg den Glauben daran gegeben, dass wir hier bei der Weltmeisterschaft das Finale erreichen und hoffentlich den Pokal holen können."

"Wir wissen allerdings auch, wie schwer das werden wird", fügte er hinzu. "Hier dreht sich nicht alles nur um uns und Brasilien. Ich sehe hier viele Teams, die dieses Turnier gewinnen können: Russland, Italien, Iran, Argentinien, Portugal…sie alle haben mit Sicherheit das Zeug dazu. Wir wissen, dass wir ein super Turnier spielen müssen, um die WM erneut zu gewinnen."