Vom Sand aufs Parkett
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Als vielseitig einsetzbare Spieler gelten gemeinhin Fussballer, die auf allen Positionen in einer Mannschaft zu herausragenden Leistungen fähig sind. Die Bedeutung des Begriffs Vielseitigkeit bekommt indes einen zusätzlichen Aspekt, wenn man die Geschichte von Morgan Plata kennt.

2007 gehörte Plata zur Auswahl Mexikos, die überraschend das Finale der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft erreichte. Auch wenn El Tri das entscheidende Duell gegen Gastgeber Brasilien verlor, konnte sich der 1,64 Meter große Angreifer über die Auszeichnungen mit dem Silbernen Ball von adidas für den zweitbesten Torschützen sowie den Bronzenen Ball von adidas für den drittbesten Spieler des Turniers freuen.

Heute, fünf Jahre später, strebt Plata nach einem ähnlichen Erfolg – dies allerdings in der Futsal-Nationalmannschaft, die in Thailand 2012 erstmalig in ihrer Geschichte an einer FIFA Futsal-Weltmeisterschaft teilnehmen wird. "Alles begann damit, dass Ramon Raya, der auch Trainer der Beach-Soccer-Nationalmannschaft ist, mir riet, dass ich im Vorfeld der Qualifikation mein Glück in der Mannschaft versuchen sollte", blickte Plata für FIFA.com zurück. "Am Anfang war es sehr fremd, denn ich hatte noch nie Futsal gespielt. Doch ich konnte mich schnell anpassen, wir schafften die Qualifikation und nun sind wir bereit für die große Herausforderung, die uns bevorsteht", ergänzte er.

Vielseitigkeit und Erfahrung
Plata gehört damit zu den sieben mexikanischen Akteuren, die mit der Erfahrung einer Beach-Soccer-Weltmeisterschaft nach Thailand reisten. Doch er ist der einzige unter ihnen, der zudem auch Profi im traditionellen Fussball gewesen ist. "Das war zwischen 2008 und 2009, als ich bei den Dorados Sinaloa war. Nach dieser Erfahrung beschloss ich, wieder zum Sand zurückzukehren. Ich hätte nie gedacht, dass ich noch einen dritten Belag kennenlernen würde", erklärte der 30 Jahre alte Stürmer.

Für ihn besteht der größte Unterschied zwischen den beiden Disziplinen im Tempo des Spiels. "Der Futsal ist dynamischer, schneller. Hier wird der Ball angenommen und weitergespielt, man hat ihn sogar weniger am Fuß als im Beach Soccer. Andererseits muss ein Torjäger vor allem Tore schießen, das ändert sich nicht. Und letztlich ist alles Fussball, nicht wahr?", führte der Angreifer an, der in der kontinentalen Qualifikation in Guatemala drei Tore erzielte.

Plata gab zu, dass ihn der Futsal gefesselt hat. "Sowohl das Spiel wie auch die Weltmeisterschaft selbst sind so großartig, das hätte ich nicht gedacht. Ich kann es kaum erwarten, dass es losgeht. Es stimmt, dass ich Spielern gegenüber stehen werde, die viele Jahre mehr Erfahrung darin haben, doch ich fühle mich nicht unterlegen. Für mich ist es nun eine doppelte Herausforderung, mich mit ihnen zu messen und zu gewinnen."

Plata möchte zwar weiterhin in beiden Disziplinen aktiv sein, doch im Moment gehört seine ganze Konzentration Thailand 2012. "Die Gruppe ist schwer. Argentinien und Italien sind Großmächte, und was wir von Australien gesehen haben lässt darauf schließen, dass es ebenfalls ein sehr schwerer Gegner wird. Doch die meisten von uns kennen sich gut, und wir haben WM-Erfahrung. Das könnte sich für uns als nützlich erweisen", sagte er. Zum Abschluss verkündete er eine ebenso optimistische wie realistische Botschaft. "Wir haben uns gewissenhaft vorbereitet und werden kämpfen. Im Finale zu stehen, ist ein Traum, doch das Ziel besteht darin, eine gute Rolle zu spielen."