Libyen setzt auf routiniertes Duo
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Im Fussball gilt die Erfahrung nach wie vor als ein entscheidendes Kriterium. Daher sind die Nationaltrainer ständig auf der Suche nach Routiniers, die in der Lage sind, ihren Mitspielern wertvolle Unterstützung zu geben und selbst in schwierigen Phasen nicht die Nerven verlieren.

Das sieht Pablo Prieto, Trainer des libyschen Nationalteams bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Thailand 2012, nicht anders. Dies umso mehr, da seine Mannschaft zahlreiche Akteure in ihren Reihen hat, die zum ersten Mal am Stelldichein der weltbesten Futsal-Nationen teilnehmen. Prieto kann indes auf die Erfahrung des Duos Mohamed Rahoma und Rabia Abdel bauen.

Bei beiden Routiniers handelt es sich um Spieler, die bereits bei der vorherigen Auflage des WM-Turniers in Brasilien 2008 mit von der Partie waren. Der Trainer hofft, dass Libyen dank ihrer Hilfe die überaus schwere Vorrundengruppe mit dem amtierenden Titelträger Brasilien, Portugal und Asienmeister Japan einigermaßen heil übersteht.

Heikle Mission
Rahoma und Abdel werden wohl über sich hinauswachsen müssen, zumal ihre Mannschaftskollegen allesamt ihr erstes internationales Turnier bestreiten. Hinzu kommt, dass einige ihrer Mitspieler bisher erst einige wenige Futsal-Spiele absolviert haben. Also werden die beiden ihr Bestes geben, um ihren Teamkollegen in punkto Sicherheit und Selbstvertrauen tatkräftig zur Seite zu stehen.

Dazu Abdel im Gespräch mit FIFA.com: "Diese Weltmeisterschaft hat für uns eine große Bedeutung, und wir sehen ihr voller Ungeduld, aber auch mit einer gewissen Skepsis entgegen, vor allem die neu in die Mannschaft gekommenen Spieler. Sie müssen ihre Zweifel möglichst abstreifen, da wir in einer äußerst ausgeglichenen Gruppe mit drei Schwergewichten spielen. Sie müssen mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein und frei von jeglichen Selbstzweifeln in dieses Turnier gehen."

Rahoma stimmt seinem Teamkameraden, der sich mit ihm ein Zimmer im Mannschaftshotel teilt, in allen Punkten zu. "Mit Rabia spiele ich seit mehr als sechs Jahren zusammen. Für uns ist dies die zweite Teilnahme an einer FIFA Futsal-Weltmeisterschaft, und wir werden versuchen, unserer Mannschaft so gut wie möglich zu helfen. "

Zusammenspiel und gegenseitiges Verständnis
Dass sich Rahoma und Abdel nahezu blind verstehen, merkt der Beobachter sofort. Beide sind auch abseits des Spielfeldes miteinander befreundet und waren gemeinsam für den katarischen Klub Al Wasl aktiv. Rahoma, der gerade einmal elf Monate älter ist als sein Freund Abdel, hofft derzeit darauf, dass sich dieses eingespielte Zusammenwirken schon am Donnerstag, wenn Libyen im ersten Gruppenspiel auf Portugal trifft, auszahlen wird.

"Auf dem Spielfeld haben wir unterschiedliche Aufgaben. Während Rabia im Angriff spielt, bin ich für die Abwehr zuständig. Doch mit Gottes Hilfe werden wir der Mannschaft sowohl zu Toren als auch zu Sicherheit in der Abwehr verhelfen. In unserer Gruppe bekommen wir es mit drei Top-Mannschaften zu tun. Ich für meinen Teil hoffe, dass wir gegen Portugal und Japan mithalten und uns dann gegen den Weltmeister Brasilien so teuer wie möglich verkaufen können."

Abdel schließt sich dem Realismus seines Mannschaftskollegen an. "Im Futsal gibt es keine leichten Spiele. Wie stark Brasilien ist, brauchen wir nicht zu betonen. Entscheidend wird unser Auftaktspiel gegen Portugal sein, denn ein günstiges Ergebnis würde uns den nötigen Schwung für die beiden restlichen Partien verleihen."

Abdel hat bereits ein Mal gegen den amtierenden Weltmeister gespielt, nämlich 2010. Damals erzielte er bei der 1:2-Niederlage das Tor für die Nordafrikaner. Auf sein Tor gegen Brasilien ist er verständlicherweise sehr stolz. Nun hofft er, dass ihm erneut ein Treffer gegen die Südamerikaner gelingen möge, und natürlich auch gegen Portugal und Japan.

Schließlich ist das Toreschießen Abdels Aufgabe, während Rahoma für die Stabilität der Abwehr zuständig ist. Doch die wohl wichtigste Rolle der beiden besteht in Thailand darin, die jungen Teamkameraden unter ihre Fittiche zu nehmen, für die es der erste Auftritt auf der größten internationalen Futsal-Bühne ist.