Argentinien hat bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Kolumbien 2016 Geschichte geschrieben – nach Brasilien (fünf Mal) und Spanien (zwei Mal) sicherte man sich durch ein 5:4 gegen Russland als dritte Nation den WM-Titel.

Im Duell zwischen der besten Offensive des Turniers (Russland) und der besten Defensive (Argentinien) war es zunächst die Verteidigung, die den Ton angab. Es war ein vorsichtiger Beginn im Coliseo el Pueblo von Cali, beide Mannschaften riskierten wenig – entweder aus Nervosität oder aus Angst vor dem Konter.

Richtig gefährlich wurde es erst, als Sergey Abramov mit einer Volleyabnahme die Reflexe von Nicolas Sarmiento testete, während die Südamerikaner vor allem aus der zweiten Reihe ihr Glück versuchten. Das 1:0 von Eder Lima für Russland fiel dann allerdings aus kurzer Distanz, indem er erst selber schoss und dann den Nachschuss verwandelte.

Der Jubel dauerte 26 Sekunden, dann hatte Alamiro Vaporaki egalisiert. Nun war die Partie ein wenig offener, so dass Leandro Cuzzolino wenige Sekunden vor dem Seitenwechsel von der zweiten Strafstoßmarke aus das zweite Tor der Südamerikaner markierte, die damit erstmals in Front lagen.

Nach der Pause sollte dieses Endspiel an Drama und Tempo deutlich zunehmen. Eder Lima – wer sonst – markierte rasch den 2:2-Ausgleich, doch dann kam die Phase, in der die Albiceleste letztlich die Grundlage für den WM-Titel legte.

Alan Brandi stellte per Doppelpack innerhalb einer knappen Minute auf 4:2, so dass die Mannschaft von Diego Giustozzi nun in der Position war, die sie am liebsten hat – sie konnte sich fallenlassen und eine Führung verteidigen. Das zahlte sich knapp zwei Minuten vor dem Ende dann auch aus, als Russland mit fliegendem Schlussmann spielte und Constantino Vaporaki fast von der eigenen Torzone aus ins verwaiste Netz der Europäer traf.

Eine 5:2-Führung zwei Minuten vor Schluss ist normalerweise eine klare Vorentscheidung – doch dass der Futsal unberechenbar ist, wurde in diesem Endspiel einmal mehr demonstriert. 101 Sekunden waren nach dem fünften Tor der Argentinier noch zu spielen, doch Russland erzielte durch Eder Lima (sein zehnter Turniertreffer) und Dmitry Lyksov innerhalb dieser Zeitspanne tatsächlich noch zwei Tore zum 4:5. Eine echte Großchance auf den Ausgleich konnten sie allerdings nicht mehr herausspielen, so dass am Ende die blau-weiß gekleideten Argentinier den WM-Titel bejubelten.