Brasilien
Der brasilianische Fussballverband Confederação
Brasileira de Futebol (CBF) wurde 1914 gegründet und ist seit 1923
Mitglied der FIFA. In dieser Zeit haben die diversen
Nationalmannschaften des Landes eine Titelsammlung angehäuft, die
für sich spricht: Fünf FIFA-Weltpokale, acht Copa Américas, vier
FIFA Junioren-Weltmeisterschaften, drei
FIFA-U-17-Weltmeisterschaften, zwei FIFA Konföderationen-Pokale,
drei FIFA-Futsal-Weltmeisterschaften, eine FIFA
Beach-Soccer-Weltmeisterschaft und diverse kontinentale Titel. In
der Geschichte des Fussballs gehört der brasilianische Verband zu
denen mit den meisten Titelgewinnen der Welt.
Tatsächlich gibt es nur einen einzigen Schönheitsfleck in der Bilanz der Heimat von Pelé: Beim "eigenen" FIFA-Weltpokal im Jahr 1950 unterlag die Seleção im vierten Endspiel um den Jules-Rimet-Pokal vor 174.000 enttäuschten Zuschauern im Maracanã-Stadion gegen Uruguay mit 1:2.
Fussball ist der absolute Lieblingssport der Brasilianer. Dahinter rangieren der Motorsport, und hier insbesondere die Formel 1, Volleyball, Basketball und Tennis. Aber allein der unvergessene Ayrton Senna konnte einen ähnlich großen Status der Verehrung erlangen wie die berühmtesten Fussballer des Landes.
Schon allein bei der bloßen Erwähnung des Landes Brasilien taucht das Bild vom ungekrönten König Pelé vor dem geistigem Auge auf. Aber natürlich haben auch unzählige andere Superstars das grün-gelbe Trikot der Auriverde getragen. Ihre Namen lauten Garrincha, Didi, Vava, Zagallo, Tostão, Zico, Jairzinho, Carlos Alberto, Socrates, Bebeto, Romario, Cafu, Ronaldo, Ronaldinho und Roberto Carlos, um nur einige Spieler zu nennen, die heute im kollektiven Bewusstsein eines Landes verankert sind.
Wollte man sich jedoch tatsächlich nur auf einen einzigen Akteur konzentrieren, dann könnte es nur einen geben, der den Titel des vielleicht größten Fussballers verdient hat: Edson Arantes Do Nascimento, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, hat als Pelé bereits in ganz jungen Jahren von sich reden gemacht. Mit gerade einmal elf Jahren entdeckt, schloss sich das Wunderkind seinerzeit im Alter von 15 Jahren dem FC Santos an. Nicht einmal ein Jahr später bestritt er sein erstes Meisterschaftsspiel und schoss gegen die Corinthians gleich sein erstes Tor. 1958 debütierte er als 17-Jähriger beim FIFA-Weltpokal in Schweden. Und dank des ersten im Fernsehen übertragenen Endspiels verfiel gleich die gesamte Fussballwelt dem Charme des jungen Pelé. 1977, nach drei gewonnenen FIFA-Weltpokalen und 1281 Toren in 1363 Begegnungen (Weltrekord), beendete "O Rei" ("der König") seine Karriere.
Heute sind es Ronaldinho (mit richtigem Namen Ronaldo Assis De Moreira) und Kaká (Ricardo Izecson Santos Leite) - die ebenfalls vom FC Santos kommen - die als die Perlen des brasilianischen Fussballs gehandelt werden.
Aber auch Futsal und Beach Soccer stehen bei den Brasilianern hoch im Kurs. Bester Beleg dafür ist der Erfolg der jeweiligen Nationalmannschaften in diesen beiden Sportarten. Von insgesamt fünf FIFA-Futsal-Weltmeisterschaften hat Brasilien satte drei gewonnen. Die Statistik beim Beach Soccer nimmt sich sogar noch beeindruckender aus: Von den bislang zwölf ausgetragenen Weltmeisterschaften gingen nur zwei nicht an Brasilien - 2001 gewannen die Portugiesen, die wiederum gerne "die Brasilianer Europas" genannt werden, 2005 triumphierten die Franzosen.
Geschichte
Das heutige Brasilien wurde ursprünglich von den
Arawak und den Kariben im Norden, den Tupí-Guarani an der Ostküste
und im Amazonasbecken, den Ge im Osten und Süden des Landes sowie
den Pano im Westen bevölkert.
Es wird häufig davon gesprochen, dass einer der ersten europäischen Seefahrer in Brasilien der Spanier Vicente Yáñez Pinzón war, der am 26. Januar 1500 in der Nähe des heutigen Recife an Land ging. Doch offiziell war es der Portugiese Pedro Alvares Cabral, der als Entdecker Brasiliens betrachtet wird: Seine Flotte segelte auf der Suche nach Indien südlich des heutigen Bahia am 22. April 1500 ein. Seit 1530 hatte die portugiesische Krone eine Kolonialpolitik eingeführt, die über Jahrhunderte hinweg andauerte und beendet wurde, als Dom Pedro I. am 7. September 1822 die Unabhängigkeit des Landes erklärte.
Nach seiner Unabhängigkeit war Brasilien zunächst ein Kaiserreich. Im November 1889 führte ein Militärputsch unter Führung des Generals Manuel Deodoro da Fonseca zur Abdankung von Kaiser Peter II. - in Brasilien wurde die Republik ausgerufen. Nach einer langen Periode der Instabilität, die zwischenzeitlich sogar in einem Militärregime gipfelte (1964-1985), kehrte zur Freude der Bevölkerung schließlich doch die Demokratie nach Brasilien zurück.
Seit 27. Oktober 2002 ist nun Luiz Inacio Lula da Silva, genannt Lula, Präsident der Bundesrepublik Brasilien. Er hat sein Amt am 1. Januar 2003 angetreten. Der äußerst populäre Lula hat sich zum Ziel gesetzt, die Kluft zwischen Arm und Reich im Land so gut es geht zu verkleinern.
Wirtschaft
Brasilien war ursprünglich ein vornehmlich
agrarisch strukturiertes Land. In den 60er und 70er Jahren des
vorigen Jahrhunderts erlebte es ein großes industrielles Wachstum,
so dass Brasilien mit Beginn der 80er Jahre eine moderne
diversifizierte Wirtschaft vorweisen konnte. Dieses Wachstum ging
indes einher mit einer starken Ausbeutung der natürlichen
Ressourcen, insbesondere Kohle und Eisenerz.
Fast ein Viertel der weltweiten Kaffeeproduktion stammt von den Plantagen in den Bundesstaaten São Paulo, Paraná, Esperíto Santo und Minas Gerais. Brasilien gehört auch zu den weltweit größten Produzenten von Zuckerrohr (aus dem nicht nur Zucker, sondern auch Alkohol für einen 2,5 Millionen Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark gewonnen wird), Rizinus, Kakao, Mais und Orangen. In großen Mengen angebaut werden zudem Sojabohnen, Tabak, Kartoffeln, Baumwolle, Reis, Weizen, Maniok und Bananen. In fast allen Bundesstaaten des Landes spielt zudem die Schaf- und Rinderzucht eine große Rolle.
Der brasilianische Regenwald birgt eine große Zahl natürlicher Reichtümer wie etwa Tungöl, Kautschuk, Carnauba-Wachs, Caroa-Fasern, Heilpflanzen, Pflanzenöle, Harze sowie Bau- und Möbelholz. Trotz der großen Vorkommen an Erzen und Mineralien hat sich der Bergbau in Brasilien erst in jüngster Zeit entwickelt.
Geografie
Als größtes Land Südamerikas bedeckt Brasilien fast
die Hälfte der Fläche des Kontinents. Im Osten und Norden wird
Brasilien vom Atlantik begrenzt. Die Nachbarländer im Norden sind
Venezuela, Guyana, Surinam und Französisch-Guyana. Im Westen grenzt
Brasilien an Argentinien, Paraguay und Peru, im Nordwesten an
Kolumbien und im Süden an Uruguay. Einzig Chile und Ecuador haben
in Südamerika keine gemeinsame Grenze mit Brasilien.
Mit einer Fläche von 8.547.404 km² ist Brasilien nach Russland, China, Kanada und den USA das fünftgrößte Land der Erde. Die maximale Ausdehnung des Landes von Norden nach Süden beträgt 4.345 km, und es erstreckt sich auf einer Breite von maximal 4.330 km. Die Atlantikküste ist die am dichtesten besiedelte Region des Landes. Hier befinden sich auch die beiden großen Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro. Die Hauptstadt Brasilia, deren Einwohnerzahl 2003 geschätzte 2.094.000 betrug, befindet sich jedoch mehr als 1.000 km im Landesinneren.
Zahlen und Fakten
Brasilien zählt nicht weniger als 184.101.110
Einwohner, was es zum fünftbevölkerungsreichsten Land der Erde
macht. Fast 88 Prozent der Brasilianer sind Katholiken, während
rund fünf Millionen Protestanten sind. Zudem gibt es auch eine
kleine jüdische Gemeinde.
Das Land ist in fünf Regionen unterteilt: Den Mittleren Westen, den Norden, den Nordosten, den Süden und den Südosten. Diese fünf Regionen wiederum sind in 26 Bundesstaaten untergliedert. Rio de Janeiro, der Austragungsort der ersten drei FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaften (2005, 2006 und 2007), befindet sich im Staat Rio de Janeiro, einem Teil der Region Südosten.
Bekannt ist dieses Gebiet vor allem für sein enormes Potenzial an Wasserkraft. Wohl auch deshalb zählt die Region mit fast 73 Millionen Einwohnern (etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung) zu den am dichtesten besiedelten des Landes. Hier herrscht auch die größte Bevölkerungsdichte (78,09 Einwohner/Quadratkilometer) und die stärkste Verstädterung (90 Prozent). Typisch für das Land sind die abgerundeten Gebirgsformationen, die "Hügelmeer" oder "Zuckerbrote" genannt werden. Dabei handelt es sich um Granitformationen mit zerklüfteten Gipfeln, von denen der bekannteste der "Zuckerhut" in Rio de Janeiro ist.
Die Landessprache Brasiliens ist Portugiesisch. Insbesondere in den Städten des Südens sprechen viele Brasilianer jedoch ihrer Herkunft wegen noch eine zweite Sprache wie Deutsch oder Italienisch. Ein Ausdrucksmittel ist indes allen Brasilianern gemein: la samba - der Samba.



