• Schweiz auf Platz 5 der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste
  • Souveräner Tabellenführer in der WM-Qualifikation
  • "Wir dürfen stolz auf unseren Fussball sein"

55 europäische Nationen kämpfen seit September vergangenen Jahres um die Tickets für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™. Jedes dieser Teams hat bislang sechs Spiele absolviert – lediglich zwei davon holten dabei die Maximalausbeute von 18 Punkten. Dass dies zum einen der amtierende FIFA-Weltmeister Deutschland ist, mag keine große Überraschung sein, viel mehr dagegen die Performance der zweiten Mannschaft mit weißer Weste.

Die Schweiz hat nämlich seit nunmehr über einem Jahr nicht mehr verloren [Anm.d.Red.: die Niederlage im Elfmeterschießen gegen Polen im EM-Achtelfinale ausgenommen.] und holte seit dem 1:2 gegen Belgien Ende Mai 2016 neun Siege und drei Unentschieden.

So ist es auch wenig verwunderlich, dass sich die Eidgenossen erstmals seit 1993 in den Top 5 (damals Platz 3) der aktuellen FIFA/Coca-Weltrangliste wiederfinden und dabei Ex-Champions wie Frankreich (9), Spanien (11), Italien (12) oder England (13) hinter sich gelassen haben.

"Man hat viel investiert in die Ausbildung, auch in die Trainerausbildung, und im Juniorenbereich gearbeitet. Es kann natürlich sein, dass in so einem kleinen Land die eine oder andere Generation nicht so passt und vielleicht mehr oder weniger talentiert ist. Aber mit der Bereitschaft, etwas zu verbessern, können wir in eine positive Zukunft blicken", hatte Vladimir Petkovic kurz vor seinem Amtsantritt im Sommer 2014 vorhergesagt und sollte Recht behalten.

Dabei war diese Erfolgsgeschichte keineswegs leicht zu prophezeien, wie auch Leistungsträger Xherdan Shaqiri noch in Erinnerung ruft, denn nach dem Turnier in Brasilien und den Rücktritten  von Trainer Ottmar Hitzfeld sowie Kapitän Diego Benaglio musste ein Umbruch vollzogen werden. "Der Kern ist geblieben und es sind nochmals ein paar junge Spieler dazugekommen. Wir haben einen tollen Mix im Team, aus Routiniers und jungen Wilden. Ein Team, das den Schweizer Fans noch viel Freude bereiten wird."

Mit dem Schwung vom Achtelfinal-Einzug am Zuckerhut [Anm.d.Red.: 0:1-Pleite gegen Argentinien] startete die Nati weiter durch, qualifizierte sich souverän für die UEFA EURO 2016, wo man ebenfalls in der Runde der letzten 16 den Kürzeren zog, und ist nun auf dem besten Weg nach Russland 2018.

"Die meisten unserer Nationalspieler sind noch sehr jung. Diese beeindruckenden Spieler sind in den größten Ligen Europas aktiv und beweisen dort Tag für Tag ihre Klasse. Wir müssen vor keiner anderen Nationalmannschaft Angst haben", ist auch der frühere schweizerische 51-malige Nationaltorhüter Pascal Zuberbühler im FIFA.com-Interview voll des Lobes über die aktuelle Generation. "Die Mannschaft hat einen fantastischen Start in der WM-Qualifikation hingelegt, insbesondere natürlich mit dem Sieg gegen Portugal. Der Nationaltrainer führt das Team in die richtige Richtung. Wenn die Mannschaft weiterhin so gut arbeitet, kann sie in Zukunft noch große Erfolge feiern."

Mit Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach) im Tor, Stephan Lichtsteiner (Juventus Turin), Shaqiri (Stoke City) sowie FIFA U-17-Weltmeistern von 2009 wie Granit Xhaka (FC Arsenal) oder Ricardo Rodriguez (AC Mailand) verfügen die Schweizer über zahlreiche Top-Spieler, die sich ihre Sporen bereits auf internationaler Bühne verdient haben. Komplettiert wird die Auswahl von neuen hungrigen Talenten wie beispielsweise Breel Embolo (Schalke 04).

"Es wurden zur rechten Zeit, nämlich in den 90er Jahren, Projekte durchgeführt, die sich um die Förderung der Talente bemühten und diesen Job auch wirklich gut machten", analysiert Jakob Köbi Kuhn, der von 2001 bis 2008 auf der Bank des Nationalteams der Schweiz saß, vor einige Jahren gegenüber FIFA.com den Erfolg seines Landes. "Wir wurden in der ganzen Welt nicht nur beneidet, sondern auch oft von Menschen aus aller Herren Länder gefragt: 'Wie kommt es, dass so ein kleines Land im internationalen Fussball bestehen kann?' Es gibt natürlich einige Väter dieses Erfolges, aber wir dürfen stolz auf unseren Fussball sein."

Gegen Andorra (31. August) und in Lettland (3. September) sind nun die nächsten sechs Punkte fest eingeplant, um zum Abschluss der Qualifikation gegen Ungarn (7. Oktober) und in Portugal (10. Oktober) die elfte WM-Teilnahme insgesamt und die vierte in Folge perfekt zu machen.

Wenn das gelingt dürfen die Eidgenossen zweifelsohne noch ein klein wenig stolzer sein.