• Indien erreicht Platz 100 in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste
  • Die Mannschaft liegt nur noch sechs Plätze hinter ihrem Allzeithoch vor 21 Jahren
  • Das Team macht während der zweiten Amtszeit von Trainer Stephen Constantine gute Fortschritte

Indien sorgt im Fussball nur selten für Schlagzeilen. Doch während es bei den meisten asiatischen Teams aktuell keine Veränderung gab, kletterte das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste um einen Platz auf Position 100. Damit ist Indien eines von nur zwei asiatischen Ländern, die sich im vergangenen Monat in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste verbessern konnten. Das andere ist Jordanien, das ebenfalls um einen Platz auf Position 109 kletterte.

Es handelt sich zwar nur um eine kleine Verbesserung, doch Indien ist damit erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder in den Top 100 der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste vertreten. Das gab es bislang nur zwei Mal. Kurz nach Einführung der Weltrangliste 1993 rangierte Indien kurzzeitig auf Platz 99. Im Februar 1996 erreichten die Inder mit Platz 94 dann ihre bislang beste Platzierung. In den zwei Jahrzehnten danach trudelten die Südostasiaten allerdings immer weiter und fielen bis auf Platz 173 im März 2015 zurück.

Aufschwung unter Constantine
Seitdem allerdings hat sich Indien (mit einer kurzen Unterbrechung) wieder beständig nach oben gearbeitet. Im Juni 2015 hatte Indien Platz 141 inne, vor allem wegen eines 2:0-Erfolgs im Gesamtresultat gegen Nepal in der Vorausscheidung der WM-Qualifikation für Russland 2018, der dem Team eine Verbesserung um 26 Plätze bescherte. In der zweiten Runde der WM-Qualifikation ging es allerdings noch einmal bergab. Indien verlor sieben von acht Spielen, musste seine WM-Hoffnungen begraben und fiel bis April 2016 nochmals bis auf Platz 162 zurück.

Das 'Aus' in der WM-Qualifikation war zwar bitter, doch der Wille des Teams, sich weiter zu verbessern, wurde dadurch nur noch mehr angestachelt. Im Juni 2016 siegte Indien in der Qualifikation für den AFC Asien-Pokal 2019 mit 7:2 im Gesamtresultat gegen Laos und verbesserte sich in der Juli-Weltrangliste auf Platz 152. Es folgten zwei Siege in Freundschaftsspielen gegen Bhutan (3:0) und Puerto Rico (4:1). Diese sorgten für einen weiteren Aufstieg bis auf Platz 129 zu Beginn des Jahres 2017.

Der Aufstieg der Inder in der Weltrangliste spiegelt recht genau die Fortschritte wider, die das Team unter Trainer Stephen Constantine macht. Der Engländer hatte Indien bereits von 2002 bis 2005 trainiert und wurde Anfang 2015 erneut zum Nationaltrainer ernannt. Sieht man von den Rückschlägen gegen Teams wie Iran, Oman, Turkmenistan und Guam in der zweiten Runde der asiatischen WM-Qualifikation ab, hat Indien in der zweiten Amtszeit des Trainers bereits eine ganze Menge erreicht.

"2016 hat die indische Nationalmannschaft deutliche Fortschritte gemacht, sowohl in der Weltrangliste wie auch auf dem Spielfeld", schrieb der 54-Jährige, der auch schon die Nationalteams von Sudan und Ruanda betreute, im Januar in seinem Blog. "Wir sind auf Position 129 ins neue Jahr gestartet. Das war unsere beste Platzierung seit zehn Jahren. Von unseren letzten elf Spielen haben wir neun gewonnen."

Asiatische Ambitionen
Und es sollte noch besser kommen. Constantines Schützlinge starteten erfolgreich ins Jahr 2017. Im März holten sie in einem Freundschaftsspiel gegen Kambodscha einen 3:2-Sieg. Zum Auftakt der dritten Qualifikationsrunde für den AFC Asien-Pokal siegten sie dann mit 1:0 in Myanmar. Stürmerstar Sunil Chhetri erzielte den Siegtreffer in der Nachspielzeit und beförderte Indien damit an die Spitze der Qualifikationsgruppe, in der außerdem noch Kirgisistan und Macau spielen.

Der erste Auswärtssieg in Myanmar seit 64 Jahren katapultierte die Inder in der April-Weltrangliste um 31 Plätze nach vorn auf Position 101. Von dort war es nur noch ein kleiner Schritt zurück in die Top 100 in der Mai-Rangliste. "Beim Antritt meiner zweiten Amtszeit hier in Indien habe ich gesagt, dass es gute Tage aber auch schlechte Tage geben wird", so Constantine. "Wir brauchten anfangs noch etwas Zeit, um uns zu finden und mussten einige Umstellungen vornehmen, damit das Team auf einem für Indien angemessenen Niveau spielen kann. Es bleibt noch viel zu tun. Das wichtigste Ziel ist jetzt die Qualifikation für den AFC Asien-Pokal."