Positives Feedback ist im Fussball immer willkommen, denn daraus entsteht positive Energie, die auf lange Sicht zum Erreichen der gesteckten Ziele beiträgt. Genau diesen Weg will die peruanische A-Nationalmannschaft derzeit einschlagen.

Nachdem das Team in der Südamerika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ nur vier der ersten 18 Punkte geholt hatte, schien für die Peruaner schon früh alles vorbei zu sein. Doch die Ergebnisse, die man im letzten Drittel des Jahres 2016 erzielen konnte, ließen wieder Hoffnung aufkommen.

Peru konnte in diesem Zeitraum nämlich zehn Punkte in sechs Partien einheimsen, allerdings liegt noch immer ein harter Weg vor dem Team. Momentan rangieren die Peruaner mit 14 Punkten auf dem achten Platz, mit fünf Punkten Rückstand auf das fünftplatzierte Argentinien, das nach derzeitigem Stand die Playoff-Runde bestreiten würde. Allerdings haben die Peruaner schon einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht. Sie haben ihr Schicksal nämlich wieder selbst in der Hand.

Das Wiedererstarken Perus spiegelt sich auch in den jüngsten Entwicklungen der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste wider. Im September belegten die Peruaner noch den 26. Platz, im Oktober den 23., im November, Dezember und Januar den 19. und im Februar erreichten sie dann den 18. Platz, die beste Platzierung aller Zeiten.

Das Wiedererstarken der Mannschaft und dieser historische Meilenstein haben natürlich auch in der Sportpresse des Landes sowie bei den peruanischen Fans für einen positiven Widerhall gesorgt. Nun träumt man davon, nach 1982 zum ersten Mal auf die Weltbühne zurückzukehren.

Und was halten die Protagonisten selbst von diesem vielversprechenden Formhoch Perus? "Die Nationalmannschaft entwickelt sich", erklärte der offensive Mittelfeldspieler Christian Cueva kürzlich. "Wir haben viel Zeit verloren, doch jetzt sind wir uns unseres Potenzials bewusst und machen unsere Sache gut", erklärte der Mittelfeldspieler gegenüber Pressevertretern in Brasilien, wo er in den Reihen des FC São Paulo zu überzeugen weiß.

Doch wird das Team diesen Schub nutzen können, um sich für die WM 2018 in Russland zu qualifizieren? "Wir sind uns alle des Talents und der Fähigkeiten der Mannschaft bewusst. Die Voraussetzungen für einen Startplatz bei der WM sind gegeben", meint der talentierte 25-jährige Mittelfeldspieler.

Nachwuchsspieler bringen Schwung ins Team
Cueva gehört zu den zahlreichen jungen Talenten, die Nationaltrainer Ricardo Gareca seit seiner Amtsübernahme im März 2015 ins Team eingebunden hat. Er setzte sein Vertrauen in sie und ließ sie bei den beiden letzten Auflagen der Copa América 2015 in Chile (Peru belegte den dritten Platz) und 2016 in den USA (Peru wurde Fünfter) Erfahrungen sammeln.

Wenn man sich einmal die Startelf des WM-Qualifikationsspiels gegen Brasilien im November anschaut, bei dem Peru mit 0:2 unterlag, waren nur zwei Spieler älter als 30 Jahre, nämlich der Innenverteidiger Alberto Rodríguez (32) sowie der Stürmer Paolo Guerrero (33), Mannschaftskapitän und unumstrittener Führungsspieler.

Außerdem bot Gareca an jenem Tag gegen die Brasilianer unter anderem den linken Verteidiger Nilson Loyola (22) sowie den Mittelfeldspieler Pedro Aquino (21) auf. Es ist zu erwarten, dass im Endspurt des Qualifikationsturniers auch der defensive Mittelfeldspieler Renato Tapia (21) sowie die offensiveren Andy Polo (21) und Edison Flores (22) und der Verteidiger Miguel Trauco (24) weiterhin eine Hauptrolle spielen werden.

Mit dieser Formel ist es dem Trainer gelungen, auch erfahreneren Akteuren wie dem Torhüter Pedro Gallese (26), den Abwehrspielern Aldo Corzo (27), Christian Ramos (28) und Yoshimar Yotún (26) sowie dem Rechtsaußen André Carrillo (25) zu einer weiteren Leistungssteigerung zu verhelfen. Das Team scheint sich eine eigene Identität erarbeitet zu haben, die darauf basiert, das Spiel nicht aus der Hand zu geben.

Teamkapitän Guerrero war nach der Niederlage gegen Brasilien voll des Lobes für Gareca. "Wenn ich beim Verband das Sagen hätte, würde ich seinen Vertrag verlängern. Man muss berücksichtigen, welche Veränderungen er in der Mannschaft bewirkt hat, mit welcher Aggressivität wir jetzt in die Spiele gehen, über wie viel Selbstbewusstsein die einzelnen Spieler nun verfügen, was für ein Team wir haben und wie positiv sich viele Spieler entwickelt haben. Man muss alles bewerten, und es ist hauptsächlich positiv."

Am nächsten Doppelspieltag der WM-Qualifikation tritt Peru auswärts beim fast schon ausgeschiedenen Venezuela an und empfängt anschließend Uruguay. "Es wird entscheidend sein, alle sechs Punkte mitzunehmen", hat Gareca bereits das eine oder andere Mal gesagt. Er hält die Qualifikation für möglich. "Ich werde mich nie geschlagen geben, solange wir rechnerisch noch eine Chance haben. Ich glaube daran, dass dieses Jahr ein wichtiges für uns werden könnte."