Im August dieses Jahres verbesserte sich die marokkanische Nationalmannschaft in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste um einen Platz auf Rang 53. Damit setzt sich die positive Entwicklung fort, die Marokko bereits im Juli einen Sprung von acht Plätzen auf Rang 54 und damit die beste Platzierung seit 2009 eingebracht hatte.

Dieser Aufstieg ist kein Zufall, sondern vielmehr die Folge der guten Ergebnisse, die Marokko in den vergangenen Monaten erzielen konnte. Dies gilt für die Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2017 ebenso wie für die Afrika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™. Die Bilanz weist neben sieben Siegen und zwei Unentschieden nur eine einzige Niederlage vom November 2015 gegen Äquatorial-Guinea aus.

Die Platzierung in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste ist für die afrikanischen Nationalteams von besonders großer Bedeutung, weil sie die Auslosung der WM-Qualifikationen beeinflusst. Marokkos Nationalspieler Yunis Abdelhamid, der aktuell bei FCO Dijon unter Vertrag steht, sagte dazu im Gespräch mit FIFA.com: "Die verbesserte Position Marokkos in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste ist für uns enorm wichtig. Die Tatsache, dass wir zu den besten afrikanischen Mannschaften zählen, ist für uns bei den Auslosungen der kontinentalen und globalen Wettbewerbe von großem Vorteil, da wir damit im ersten Lostopf sind. Daher müssen wir die guten Resultate fortsetzen, um sowohl auf der afrikanischen Bühne als auch im Weltmaßstab die bestmögliche Platzierung zu erreichen."

Die Marokkaner sind sich also bewusst, dass ihnen die guten Leistungen der letzten Monate letztendlich den aktuell 53. Rang und damit die beste Platzierung seit 2009 beschert haben. Dazu Mourad Batna von FUS Rabat: "Die jüngsten Ergebnisse sprechen für sich, und die logische Konsequenz daraus ist, dass wir in der Weltranglisten-Wertung weiter nach vorn gerückt sind. Jetzt gilt es, nicht zu stagnieren, sondern unseren Aufschwung fortzusetzen. Das beginnt mit dem WM-Qualifikationsspiel gegen Gabun."

Marouane da Costa, Profi bei Olympiakos Piräus, führt die guten Vorstellungen der marokkanischen Nationalmannschaft auf deutliche Fortschritte sowohl im defensiven wie auch im offensiven Bereich zurück. "Unsere Auftritte in den letzten Monaten waren vorbildlich. Wir waren das erste Team, das sich für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal qualifizieren konnte. Und wir haben die letzte Runde der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 2018 erreicht. Wir schießen derzeit viele Tore. Im Gegenzug kassieren wir nur einige wenige. Das Wichtigste ist, dass wir seit der Amtsübernahme von Nationaltrainer Hervé Renard ohne Niederlage geblieben sind. Er macht seinen Job und die Mannschaft ist auf einem guten Weg."

Die Arbeit von Zaki und die Handschrift von Renard
Es ist offenkundig, dass die gemachten Fortschritte das Ergebnis der Arbeit des aktuellen Trainerstabs um Hervé Renard sind. Der Franzose hat eine gut aufgestellte und über ein interessantes Potenzial verfügende Mannschaft übernommen. Die Nationalspieler loben ihrerseits die Arbeit sowohl des jetzigen als auch des früheren Trainerstabs. Dazu Mounir Obbadi: "Die Fortschritte des marokkanischen Nationalteams begannen nicht erst mit dem Amtsantritt von Renard, sondern bereits unter seinem Vorgänger Badou Zaki, mit dem es ebenfalls gut lief. Jeder von uns weiß, dass es sich bei Renard um einen routinierten und ehrgeizigen Trainer handelt. Schließlich hat er bereits zwei Mal den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal gewonnen. Das ist schon eine beachtliche Leistung. Er kennt nahezu alle afrikanischen Nationalmannschaften sehr gut und unsere Zukunft unter seiner Führung ist vielversprechend."

Nationalverteidiger Younis Abdelhamid meint, dass sich seine Mannschaft unter Hervé Renard deutlich verbessert hat. "Bislang hat er viel für die Entwicklung unserer Nationalmannschaft geleistet. Das haben wir alle feststellen können, seit er die sportliche Verantwortung für uns übernommen hat. Er bringt viel Erfahrung mit. Überdies hat er schon zwei Mal beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal triumphiert. Außerdem ist er sehr ehrgeizig, was er auch von seinen Spielern fordert. Das alles ist sehr positiv."

Achraf Lazaar, der gerade von US Palermo zu Newcastle United gewechselt ist, sieht seinerseits Unterschiede zwischen den taktischen Konzepten von Renard und Zaki. Jeder Trainer hat seine eigenen Methoden. Dennoch bleibt für ihn die Erkenntnis, dass die marokkanische Nationalmannschaft wesentlich stärker geworden ist. "Ich persönlich bin der Auffassung, dass unser Nationalteam zuletzt große Fortschritte gemacht hat. Renard hat vieles verändert, darunter auch die Taktik. Das ist durchaus normal, da ja jeder Coach auf seine Weise arbeitet. In meinen Augen hat sich die Mannschaft unter Zaki und unter Renard weiterentwickelt. Dies spiegelt sich in den erreichten Resultaten wider."

Obgleich es der marokkanischen Nationalmannschaft nicht an Topspielern mangelt, gelang es ihr in den letzten Jahren nicht, die von ihren Fans ersehnten Erfolge einzufahren. Umso mehr erwarten ihre Anhänger jetzt, dass sie sich in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste weiter nach oben arbeitet, um vielleicht sogar zur Nummer eins in Afrika aufzusteigen und Algerien vom kontinentalen Spitzenplatz zu verdrängen.

Zum Schluss unseres Gesprächs meldet sich noch Mounir Obbadi vom OSC Lille zu Wort: "Die marokkanische Nationalmannschaft hat viele gute Spieler. Wir glauben fest an die Fähigkeiten unseres Teams. Die Fans haben uns bei Heimspielen stets unterstützt. Das hat uns geholfen, so erfolgreich zu sein. Sie wollen guten Fussball und möglichst viele Tore sehen. Das ist ihr gutes Recht. Wir werden uns auch in Zukunft Schritt für Schritt weiter verbessern."