In der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste vom August kletterte Kasachstan zwar nur einen Platz nach oben, doch mit dem 96. Rang konnten die Zentralasiaten ihre bisherige Bestmarke des vorangegangenen Monats (97.) erneut verbessern. Das größte Binnenland der Welt setzte damit seinen seit Beginn dieses Jahres andauernden Aufstieg in der Weltrangliste fort und machte in den vergangenen acht Monaten sage und schreibe 36 Plätze gut.

Im Februar musste man sich mit einer bescheidenen Verbesserung um nur einen Rang auf Platz 131 zufrieden geben, doch bereits im darauffolgenden Monat ging es gleich sechs Plätze nach oben. Nach einer Verbesserung um zwei weitere Positionen konnten die Kasachen im Juni sogar fünf Plätze gutmachen, ehe sie im vergangenen Monat ihre Bestmarke erreichten.

Diese beeindruckende Aufwärtsspirale ist jedoch keine große Überraschung, zumal das Team in diesem Jahr noch ungeschlagen ist. Unter Talgat Baysufinov feierte Kasachstan in einem Freundschaftsspiel im März einen 1:0-Sieg über Aserbaidschan, ehe man drei Tage später Georgien ein 1:1 abringen konnte. In einem Freundschaftsspiel in der VR China verzeichneten die Zentralasiaten im vergangenen Monat einen weiteren knappen Erfolg, der kurz vor der im September beginnenden Europa-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ einen Motivationsschub zur richtigen Zeit brachte.

Denkwürdige Qualifikationen
Die ehemalige Sowjetrepublik konnte sich zwar noch nie für die große Bühne des Weltfussballs qualifizieren, durfte im Laufe der Zeit jedoch über die eine oder andere Überraschung jubeln, was für das Heimspiel gegen Gruppenfavorit Polen im kommenden Monat Mut machen sollte.

Nach der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1991 nahm Kasachstan erstmals an der WM-Qualifikation für die Endrunde 1998 in Frankreich teil – damals noch als Mitglied der asiatischen Fussballkonföderation AFC. Der Neuling sorgte mit dem Gruppensieg in der ersten Qualifikationsrunde auf dem ganzen Kontinent für Furore, zumal auch Irak – immerhin WM-Teilnehmer 1986 – sowohl auswärts als auch zu Hause besiegt werden konnte. Dies führte unweigerlich zu einem kometenhaften Aufstieg in der Weltrangliste: Der 2:1-Auswärtserfolg über Irak katapultierte die Kasachen im Juni 1997 auf Rang 136 – eine Verbesserung um 25 Plätze.

Die Hoffnungen auf eine überraschende WM-Qualifikation wurden jedoch in der letzten Qualifikationsrunde zunichte gemacht, als sich Kasachstan in seiner Gruppe hinter der Republik Korea, Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Usbekistan mit dem letzten Platz begnügen musste. Mit Unentschieden gegen Korea und Japan sowie einem 3:0-Heimsieg über die VAE sorgte man dennoch für Achtungserfolge. Unterdessen verzeichnete das Land mit Rang 107 seine bis dato beste Platzierung.

In der Qualifikation für die WM 2002 in Korea/Japan konnten die Kasachen diesen Erfolg beinahe wiederholen. Sie mussten erneut gegen die favorisierten Iraker antreten und sorgten mit zwei Unentschieden auch diesmal für eine Überraschung. Am Ende waren sie punktgleich mit den Irakern, die jedoch die bessere Tordifferenz zu Buche stehen hatten. Obwohl sie den Sprung in die letzte Qualifikationsrunde verpasst hatten, wurden sie im Mai 2001 für ihre großartigen Leistungen mit einer weiteren Verbesserung um 18 Plätze auf Rang 106 belohnt. Im Dezember desselben Jahres schafften sie mit Platz 98 erstmals den Sprung unter die besten 100 Mannschaften der Welt.

Weiterentwicklung in Europa
Der Wechsel zur UEFA machte die Sache für Kasachstan zunächst nicht einfacher. Doch das Bestreben, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, setzte sich auch in der europäischen Konföderation mit gelegentlichen Sprüngen nach vorne fort. In ihrer ersten EM-Qualifikation für die Endrunde 2008 überraschten die Kasachen mit einem 2:1-Erfolg über Serbien, womit sie sich um 27 Plätze auf Rang 116 verbesserten – der bis dato größte Sprung nach vorne.

Diese Fortschritte spiegelten sich auch auf Vereinsebene wider, als der FK Astana letztes Jahr zur ersten kasachischen Mannschaft avancierte, die sich für die Gruppenphase der UEFA Champions League qualifizieren konnte. Wenig überraschend stellt der zweimalige kasachische Meister auch die meisten Spieler der Nationalmannschaft. In der Mannschaft, die China mit 1:0 besiegte, standen nicht weniger als sechs Spieler des jungen Klubs – allen voran Kapitän Samat Smakov.

"In unserem Land ist Fussball die Sportart Nummer eins", erklärt Yerlan Kozhagapanov, Präsident des kasachischen Fussballverbandes KFF. "Acht Prozent aller Sportler spielen Fussball. Man kann durchaus von einem Nationalsport sprechen. Wir suchen daher nach Möglichkeiten, den Fussball weiterzuentwickeln."

"Wir haben ehrgeizige Ziele. Ich denke, die größten Erfolge des kasachischen Fussballs liegen noch vor uns. Sie werden sich in der Zukunft einstellen, weil unsere jungen Spieler berühmte Champions, berühmte Sportler werden möchten."

Es wird sich zeigen, ob es Kasachstan gelingen wird, den großen Durchbruch zu erzielen und in der Qualifikation für die WM 2018 in Russland in einer Gruppe mit Rumänien, Dänemark, Montenegro und Armenien zu bestehen. Die Geschichte hat uns jedoch gelehrt, dass diese Mannschaft keinesfalls unterschätzt werden darf.