Wenn eine Mannschaft "Aufsteiger des Jahres 2016" ist, dann Frankreich mit seinem Sprung von Platz 25 auf Platz sieben in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. FIFA.com wirft deshalb noch einmal einen genaueren Blick auf die Gründe für das spektakuläre Comeback der Mannschaft von Didier Deschamps in der Weltelite.

Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass Frankreichs Bleus von den 17 Länderspielen dieses Jahr nur ein einziges verloren haben. Diese eine Niederlage jedoch gab es zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: Im Finale der UEFA EURO 2016 gegen Portugal nämlich. Bis dahin hatte Frankreich ein sehr überzeugendes Turnier gespielt und insbesondere Deutschland im Halbfinale besiegt. Doch dann kam im Finale das Tor von Eder in der Verlängerung und der Traum vom Titelgewinn im eigenen Land war ausgeträumt.

Unterm Strich machte Frankreich in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste trotzdem zehn Plätze gut und rangiert zum Jahresende dank eines ausgezeichneten Starts in die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ auf Platz sieben. Von der Enttäuschung in Saint-Denis zeigten sich die Franzosen jedenfalls so weit erholt, dass sie sich in der Qualifikationsgruppe A die Tabellenführung sicherten. Dabei hatte der Weg nach Russland 2018 mit einem torlosen Remis gegen Belarus zunächst noch wenig überzeugend begonnen. Dann aber folgten Siege gegen Bulgarien (4:1), die Niederlande (1:0) und Schweden (2:1).

Neue Chefs und neue Gesichter
Es ist eine Bilanz, auf die Nationaltrainer Didier Deschamps angesichts der zahlreichen Rückschläge umso stolzer sein darf. Stammspieler wie Karim Benzema und Mamadou Sakho musste er aus dem Kader werfen, Mathieu Valbuena lief seiner Form hinterher und Raphaël Varane und Lassana Diarra fielen kurz vor Turnierbeginn verletzt aus. Trotzdem glänzte Deschamps mit hervorragender Mannschaftsführung. Er förderte eine neue Hierarchie mit neuen Chefs und verpasste der Auswahl eine Blutauffrischung.

Im Angriff bestätigte Antoine Griezmann spätestens mit seinen beiden Toren im Nachbarschaftsduell mit Weltmeister Deutschland im Europameisterschafts-Halbfinale, dass an ihm kein Weg mehr vorbei führt. Dimitri Payet erwies sich als einer der besten Techniker im Kader der Nationalmannschaft und schoss wichtige Tore. Paul Pogba zog im Mittelfeld gekonnt die Fäden und machte sich mit seinen gerade einmal 23 Jahren unverzichtbar.

2015/16 führte Deschamps zudem junge Spieler wie Anthony Martial und Kingsley Coman an die Nationalmannschaft heran, die mit ihrer Geschwindigkeit jede gegnerische Abwehr über die Außenbahnen knacken können. Einen N'Golo Kanté hievte die Traumsaison mit Leicester City im März zum ersten Mal in die Nationalmannschaft. Er überzeugte auf Anhieb und stand zum Auftakt der EM von Anfang an auf dem Platz.

Inzwischen hat Deschamps seine Achse gefunden. Trotzdem hält er die Tür offen und den Geist wach, setzt immer wieder neue Reizpunkte – auch, indem er beispielsweise Spieler beruft, die es sich eigentlich mit der Nationalmannschaft schon verscherzt hatten. Das bewies er auch 2016, als er an André-Pierre Gignac festhielt, obwohl dieser in Mexiko spielt, kurz vor der Europameisterschaft Adil Rami reaktivierte oder Kevin Gameiro zum Start der WM-Qualifikation zurückholte.

Sollte die Qualifikation für Russland 2018 auch in den kommenden Monaten so weiter laufen wie bisher, ist für die französische Nationalmannschaft ein weiterer Aufstieg in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste nicht ausgeschlossen. Dann könnte sie sogar erneut dorthin gelangen, wo sie zu Beginn des Jahrtausends schon einmal stand: Ganz an der Spitze...