Ungarns Fussball investiert in die Zukunft

(FIFA.com)
Hungarian football investing in its future
© FIFA.com
  • Ungarns Fussballverband (MLSZ) plant den Bau von bis zu 40 neuen Spielfeldern
  • Kauf von Defibrillatoren soll Leben retten
  • Projekte "sehr wichtig für die ungarische Fussballfamilie und Gesellschaft"

Das Schöne am Fussball ist ja, dass er quasi überall gespielt werden kann. Zwei Tore, die manchmal nur aus ein paar leeren Flaschen oder aus Schultaschen bestehen, ein Ball und los kann es gehen. Klar ist aber auch, dass bessere Rahmenbedingungen auf lange Sicht auch für besseren Fussball sorgen. Es macht einfach mehr Spaß, wenn der Ball sprichwörtlich im Netz zappelt und ein sauberer Untergrund sorgt dafür, dass man seine technischen Fähigkeiten ganzjährig besser entwickeln kann.

Das weiß man natürlich auch beim Ungarischen Fussballverband (MLSZ) und genau aus diesem Grund hat man sich entschieden, landesweit zahlreiche neue Kunstrasentrainingsplätze zu schaffen, die 40x20 Meter groß sein werden und so für verbesserte Trainingsbedingungen sorgen sollen. In den Genuss dieser neuen Felder kommen vor allem Jugendsportklubs und Schulen – so stehen die Plätze vormittags den Schulen zur Verfügung, nachmittags und abends den Vereinen, teilweise auch aus Nachbarstädten. 

Erhoffte Effekte durch die Spielfelder

  • so viele Kinder wie möglich zum Fussball bringen
  • gesunden Lebensstil fördern
  • sozialen Zusammenhalt fördern, Kriminalität verringern
  • Lokalpatriotismus stärken

"Die Entwicklung der Infrastruktur, das Bauen von Plätzen für den Breitensport und Jugendfussball, sind entscheidende Säulen unserer Strategie", sagte Márton Vági, Generalsekretär des MLSZ. Die Standorte stehen noch nicht fest, wobei der MLSZ benachteiligten Regionen des Landes bevorzugen möchte." Diese Ziele fanden natürlich auch bei der FIFA Anklang, die sich daher rasch entschlossen hat, das Vorhaben im Rahmen des FIFA-Forward-Programms finanziell zu unterstützen.
* Fakten Spielfelder*

  • Bis zu 40 neue Plätze entstehen
  • 20 solcher Felder wurden bereits 2017 gebaut
  • Nutzung durch Schulen und Vereinen
  • Gesamtkosten: 4 Millionen $
  • FIFA-Forward-Beteiligung: 800.000 $

Wer weiß – vielleicht bringt der zweifache Vize-Weltmeister auf diesem Weg ja irgendwann einen neuen Ferenc Puskás oder Sándor Kocsis hervor?

Auch auf medizinischem Gebiet will man in Ungarn die Infrastruktur verbessern und hat sich zur Anschaffung neuer Defibrillatoren entschieden, die über das ganze Land verteilt werden. "Plötzlicher Herzanfälle treffen nicht nur Profispieler, sondern auch Schiedsrichter und Amateurspieler. In solchen Fällen hat der Patient eine Chance auf vollständige Genesung, wenn er sofort und professionell wiederbelebt wird. 'Zeit=Leben' trifft hier eindeutig zu, denn die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Defibrillation nimmt mit jeder Minute um sieben bis zehn Prozent ab", erläutert MLSZ-Verwaltungschef János Zelei.

Fakten Defibrillatoren

  • Anschaffung 1000 neuer Defibrillatoren
  • Verteilung in ganz Ungarn
  • Gesamtkosten: 2 Millionen $
  • FIFA Forward Beteiligung: 800.000 $

"Während die Wiederbelebung einen Spieler am Leben hält, ist es die Defibrillation, die das Herz zurück in den normalen Rhythmus bringt. Ohne Defibrillation stirbt der Spieler", erklärt Professor Efraim B. Kramer, Turnierarzt für die FIFA Fussball-WM Russland 2018, die medizinischen Hintergründe. "Der Kauf von Defibrillatoren wird Leben retten. Dieses Projekt des Ungarischen Fussballverbands ist ein tolles Beispiel für andere."

"Leider haben wir tragische Ereignisse auf den Feldern erlebt, die wir nie vergessen werden. Die Prävention durch die Bereitstellung von Defibrillatoren ist essentiell. Diese beiden Projekte sind sehr wichtig für die ungarische Fussballfamilie und Gesellschaft", fügt Generalsekretär Vági hinzu.

"Wir sind davon überzeugt, dass Entwicklungsprojekte wie jene des Ungarischen Fussballverbands (MLSZ) einen bleibenden globalen Effekt haben", schließt Joyce Cook, FIFA-Direktorin Mitgliedsverbände. "Dieses Projekt, das von unseren Kollegen der Medizinischen Kommission unterstützt wurde, sollte helfen, Leben zu retten. Solche Investitionen in die Entwicklung des Fussballs stehen zweifelsohne für einen weiteren Schritt in Richtung sicherer und nachhaltigerer Fussball-Anlagen und wir hoffen, dass sie weltweit als Beispiel für viele andere Fussballverbände dienen werden."

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