• In Doha findet diese Woche der FIFA Technical Experts´ Workshop 2018 statt
  • Das Seminar ist Teil von FIFA-Präsident Gianni Infantinos "FIFA 2.0"-Strategie
  • Der Fokus liegt auf dem neuen FIFA-Programm zur technischen Kompetenzförderung

    Die Sonne steht hoch am Himmel an diesem Januartag in Doha. Die Temperaturen bewegen sich um die 20 Grad, und ein lauer Wind weht. Dort, wo 2022 die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft stattfinden wird, herrscht perfektes Fußballwetter. Unweit der Aspire Academy, in der die besten Nachwuchssportler des Landes trainieren und ihrer Teilnahme am Heimturnier nacheifern, ist lautes Kinderlachen zu hören. Während eine Juniorenauswahl auf dem Platz ein ums andere Mal Spielszenen einstudiert und den Worten ihres Trainers lauscht, jagen im Park daneben Deema und Amir dem Ball hinterher.

Beim zweijährigen Amir sieht das noch ein bisschen unkoordiniert aus, als er den Pass seiner sechsjährigen Schwester zu stoppen versucht. Kein Wunder, schließlich kann der Junge erst seit Kurzem laufen. Aber den Spaß, den er dabei empfindet, scheint dies keineswegs zu schmälern. Sowohl er als auch Deema strahlen mit der Sonne um die Wette, und es ist deutlich zu sehen, dass das Fussballfieber die beiden ergriffen hat. In vier Jahren werden sie bei der WM in ihrer Heimat zusammen mit Tausenden von Menschen aus der ganzen Welt die besten Spieler anfeuern. Sie werden Siege bejubeln, Niederlagen betrauern und damit vor allem den Fussball feiern.

Beim FIFA Technical Experts’ Workshop 2018 ist die weltweite Fussballfamilie bereits zu Gast im Emirat am Persischen Gold. Zumindest in kleiner Ausführung. 75 FIFA-Experten aus 45 Ländern kommen in Doha in dieser Woche zu einem Seminar zusammen, das Teil von Gianni Infantinos "FIFA 2.0"-Strategie darstellt, welche das Spiel weiterentwickeln, seine Integrität schützen und es in alle Ecken der Erde führen soll.

"Das Ziel des Workshops – dem ersten dieser Art seit fünf Jahren – ist es, die FIFA-Experten mit unterschiedlichem Hintergrund und Tätigkeitsgebiet unter anderem über unsere neue Struktur und Philosophie "FIFA 2.0" sowie das kürzlich eingeführte Programm zur technischen Kompetenzförderung zu informieren", sagt Jürg Nepfer, FIFA Head of Technical Development Services, und ergänzt: "Jeder Mitgliedsverband hat mit ganz speziellen Herausforderungen zu kämpfen. Auf die jeweiligen Bedürfnisse möchten wir durch maßgeschneiderte Programme eingehen."

Beim Workshop in Doha steht die Aus- und Weiterbildung der Technischen Direktoren, der weiblichen und männlichen Instrukteure in den Mitgliedsverbänden, die Entwicklung des Frauenfussballs sowie die Jugend- und Grassrootsförderung im Mittelpunkt.

"Für uns ist es von großer Bedeutung, näher bei den Mitgliedsverbänden zu sein, ihnen zu mehr Eigenständigkeit zu verhelfen und damit unseren Projekten eine größere Nachhaltigkeit zu vermitteln. In diesem Zusammenhang ist uns die Zusammenarbeit mit den Konföderationen, die ebenfalls mit ihren technischen Direktoren vertreten sind, sehr wichtig", sagt Nepfer.

In theoretischen sowie praktischen Aktivitäten, für die sowohl im Plenum als auch in Kleingruppen gearbeitet wird, werden Inhalte der bestehenden und zukünftigen FIFA-Programme diskutiert und Werte wie Transparenz, Zugehörigkeit, Verantwortlichkeit und Kooperation gelebt.

"Wenn ich hier so in die Runde schaue, dann wird mir wieder bewusst, was ich am Fussball so liebe: die Diversität." Mit diesen Worten begrüßte Mansoor Al Ansari, der Generalsekretär des Katarischen Fussballverbandes, die Teilnehmer von allen Kontinenten, die in großer Erwartung dem Austausch in Doha entgegenblicken. "Fussball verändert sich kontinuierlich. Ich freue mich sehr auf diese Woche, die erfüllt sein wird vom Informationstransfer, der uns helfen wird, uns zu verbessern", sagt Sergui Aleinikov, Fussballlegende aus Italien. Und Islam Akhmedov, FIFA-Experte aus Usbekistan, erklärt: "Der Workshop bietet für uns Teilnehmer die seltene Gelegenheit, uns zu treffen und Wissen auszutauschen, um den Fussball weltweit voranzubringen:"

Auf die Präsentation von Neuerungen und den Ideenaustausch ist auch Betty Wong, in Hong Kong tätige FIFA-Expertin, gespannt. „Frauenfußball hat sich bereits sehr gut entwickelt in Hong Kong. Früher hatten wir nur ein Nationalteam und keinen Grassrootsfußball. Nun haben wir einen Frauenfußballbeauftragten im Verband und eine stabile Finanzierung, die es uns ermöglicht, vielen Mädchen die Chance zum Fußballspielen geben. Die Zukunft leuchtet hell, und ich freue mich sehr, über meine Erfahrungen zu berichten und im Gegenzug inspirierende Gedanken aufzunehmen“, sagt sie.

Der Workshop ist ein Schritt, das starke Netzwerk von Experten in verschiedenen Themenbereichen auszubauen und damit die FIFA-Zielsetzungen, Programme und Philosophie in den Mitgliedsverbänden weltweit umzusetzen und das Spiel in den nächsten Jahren in Zahlen und Qualität weiter zu entwickeln. Deema und Amir werden davon profitieren – ohne das im Moment auch nur zu erahnen. Sie spielen weiterhin unbekümmert im Park und treten mit unbändiger Freude und purer Faszination gegen den Ball.

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