Während in der Welt des runden Leders die Tage bis zur Enthüllung des offiziellen Logos und Slogans der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ – am 19. September in Paris - heruntergezählt werden, sprechen wir mit wichtigen Persönlichkeiten des Frauenfussballs über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Frauen-Weltmeisterschaft.

Nur die wenigsten Fussballer und Fussballerinnen kommen in den Genuss, einmal ein großes Turnier im eigenen Land spielen zu dürfen. Karina LeBlanc gehört zu diesem illustren Kreis. 2015 wurde sie als Ersatztorhüterin in den Kader für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada berufen und trat nach dem globalen Kräftemessen aus der Nationalmannschaft zurück. Zum Saisonende der NWSL im September 2015 beendete Kanadas Rekordtorhüterin endgültig ihre Karriere.

"Die Heimmannschaft zu sein, war großartig! Du konntest nicht einmal die Straße hinuntergehen. Jeder in unserem Land hat es geschaut, und das waren nicht nur die jungen Mädchen. Es waren Männer, Großväter und Großmütter. Sie alle haben die Tatsache geliebt, dass wir Gastgeber der Weltmeisterschaft waren. Die Atmosphäre im Stadion war unglaublich", erzählt eine begeisterte LeBlanc im Interview mit FIFA.com.

"Jeder liebte es, Kanadier zu sein. Es hat den Zusammenhalt in unserem Land auf ein ganz anderes Niveau gehoben. Die Menschen waren einfach so herzlich und haben die anderen Länder Willkommen geheißen. Sie trugen zum Beispiel englische Fahnen und so weiter. Das Land hat sich verändert und bis zu diesem Tag wird darüber gesprochen, dass es so ein großartiges Ereignis für Familien war."

Hätte Sie es gewusst?

  • LeBlanc wurde 2013 zur UNICEF-Botschafterin ernannt
  • Gemeinsam mit Christine Sinclair, Diana Matheson und Rhian Wilkinson gründete sie ihr eigenes Unternehmen iS4
  • Im Februar 2017 schloss sie das FIFA-Programm zur Förderung von weiblichen Führungskräften erfolgreich ab

Seit ihrem Debüt in der kanadischen Nationalmannschaft am 21. Juli 1998 hat sich nicht nur im Leben der heute 37-Jährigen, die einen Teil ihrer Kindheit auf der Insel Dominica in der östlichen Karibik verbrachte, einiges verändert, sondern auch im Frauenfussball. "Als ich mit meiner Karriere angefangen haben, waren vielleicht acht Zuschauer auf der Tribüne", erinnert sich die Torhüterin. "Als ich sie im Jahr 2015 beendete, waren die Stadien bei der WM in meinem Heimatland ausverkauft und die Spiele wurden auf der ganzen Welt gezeigt. Das Spiel ist im Hinblick auf die Anzahl der Frauen, die es spielen, gewachsen und im Hinblick auf die Anzahl der Menschen, die es unterstützen", führt sie weiter aus.

Wenn 2019 in Frankreich die nächste FIFA Frauen-WM stattfindet, werden sich wieder viele Menschen von der Athletik und Ästhetik des Frauenfussballs überzeugen können – und das nicht nur im Gastgeberland, sondern rund um den Globus.

"Mein Rat an die französischen Spielerinnen? Als aller erstes dafür sorgen, gegen Kanada zu verlieren“, so LeBlanc lachend um anschließend ernst fortzufahren "Wir haben aufgrund des steigenden Drucks sehr viele Mentaltrainings absolviert. Es ist wichtig, gut auf etwas vorbereitet zu sein, dass man so noch nicht erlebt hat."

Für LeBlanc und Co. war das Turnier nach einer 1:2-Niederlage gegen England nach dem Viertelfinale zwar beendet, die Nation stand aber geschlossen hinter ihrem Team. "Die Französinnen werden sehen, wie ihr Land sie unterstützt, egal was passiert. Wir haben früher verloren als wir wollten und ich werde den Tag danach nie vergessen, als ein Mann auf mich zukam und sagte: Ich war noch nie so stolz, Kanadier zu sein. Es wird Momente wie diese für die französischen Spielerinnen geben. Ich wünsche ihnen alles Gute und ich sage: Genießt diesen Moment. Es wird in eurem Leben nie wieder so einen Moment geben."