Während in der Welt des runden Leders die Tage bis zur Enthüllung des offiziellen Logos und Slogans der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ – am 19. September in Paris - heruntergezählt werden, sprechen wir mit wichtigen Persönlichkeiten des Frauenfussballs über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Frauen-Weltmeisterschaft.

Genau vier Spiele absolvierte Nia Künzer bei einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft und sicherte sich mit dem letzten ihren Platz in den Geschichtsbüchern, als sie Deutschland zum WM-Titel schoss. "Die Bedeutung der Weltmeisterschaft war für mich immer ausschlaggebend. 2003 war meine einzige Weltmeisterschaft, die ich mitspielen durfte, und es hat gleich mit dem Titel geklappt", beschreibt die heute 37-Jährige im Gespräch mit FIFA.com. "Ich finde noch immer, dass es vielleicht neben den Olympischen Spielen, der größte Wettkampf und der größte Titel der Frauen ist. Es treffen sich die besten Nationen der Welt. Von daher ist die Bedeutung sehr, sehr hoch.“

Nia Künzer im Kurzprofil

  • Am 18. Januar 1980 wurde Nia Tsholofelo Künzer in Mochudi, Botswana geboren
  • Position: Abwehr, defensives Mittelfeld 
  • Vereine: Eintracht Wetzlar, VfB Gießen, 1. FFC Frankfurt
  • Erfolge: 7x Deutsche Meisterin, 7x Pokalsiegerin und 3x UEFA Women’s-Cup-Siegerin
  • Teilnahme an einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft (2003 in den USA)
  • Im Finale Schweden erzielte sie den Siegtreffer für das DFB-Team. Es war das letzte Golden Goal überhaupt

Seit ihrem Auftritt auf der großen Fussballbühne sind bereits drei weitere Weltmeisterschaften in China VR (2007), Deutschland (2011) und Kanada (2015) ausgetragen worden. 2019 steht nun die nächste Auflage auf der Agenda und wirft bereits ihre Schatten voraus, wenn am 19. September das offizielle Logo präsentiert und vom 14.-19.September die ersten Spiele in der europäischen Qualifikation ausgetragen werden. Was für eine WM zu erwarten sein wird? Künzer hat da schon eine gewisse Vorstellung.

"Ich erwarte, dass 2019 in Frankreich die Mannschaften enger zusammenrücken und die vermeintlich schwächeren Teams Anschluss halten. Es wird wieder eine Entwicklung in Sachen Athletik zu erkennen sein. Ich erwarte aber auch, dass technisch und taktisch sehr hart gearbeitet wurde. Frankreich wird versuchen, zu Hause den Titel zu holen. Es wird sehr spannendes Turnier und es bleibt die Frage, ob die schwächeren Teams für eine Überraschung sorgen können. Oder ob einer der Favoriten den Titel holt."

In den Genuss eine WM im eigenen Land als Spielerin erleben zu dürfen, kam die Diplom-Pädagogin nicht. Bereits am 15. November 2003 bestritt Künzer ihr letztes Spiel für die Nationalmannschaft. Ganz ohne die Weltmeisterin von 2003  musste man in Deutschland 2011 jedoch nicht auskommen. Bei den Länderspielen der Deutschen Frauen kam sie – dank ihrer großen Sachkenntnisse - als TV-Expertin zum Einsatz. Dass sich die Fans auch 2019 auf einen hochklassigen Wettbewerb freuen können, davon ist die UNICEF-Botschafterin des Mädchenfussball-Projekts "Galz & Girls" in Windhoek überzeugt.

"Frankreich freut sich wahnsinnig darauf, dieses Turnier auch eimal ausrichten zu können - und zwar für die Frauen. Sie haben in den letzten Jahren gerade auf Klubebene sehr viel bewegt. Lyon und Paris vorneweg genannt. Sie haben sehr erfolgreiche, international besetzte Mannschaften und arbeiten sehr professionell. Die französische Nationalmannschaft spielt seit einigen Jahren einen technisch wunderbaren Fussball. Was ihnen noch fehlt ist ein großer Titel. Alle Franzosen können mithelfen, dass ihre Mannschaft – vielleicht die Goldene Generation, die es bei den Männern auch schon gab - in zwei Jahren Weltmeister wird und endlich diesen großen Titel holt. Ich erwarte, dass die Bevölkerung das gesamte Turnier, wie man es bei Heim-Weltmeisterschaften gewohnt ist, extrem unterstützt."

Nähere Infos zum Golden Goal von Nia Künzer finden Sie HIER