Während in der Welt des runden Leders die Tage bis zur Enthüllung des offiziellen Logos und Slogans der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ – am 19. September in Paris - heruntergezählt werden, sprechen wir mit wichtigen Persönlichkeiten des Frauenfussballs über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Frauen-Weltmeisterschaft.

Der Weg von Sara Doorsoun in die deutsche Frauen-Nationalmannschaft war ein steiniger. Zwar absolvierte die heute 25-Jährige einige Partien in den U-15, U-17 und U-19-Nachwuchsteams, ihr Debüt im Dress der DFB-Frauen gab sie unter Silvia Neid allerdings erst am 3. März 2016 beim SheBelieves Cup. Seit Steffi Jones das Amt als Bundestrainerin übernommen hat, gehört Doorsoun zum festen Bestandteil der A-Nationalelf und kam auch während der UEFA Women’s EURO zum Einsatz.

"Für mich war es eine ganz große Sache, weil ich noch nie bei einem internationalen Turnier dabei sein durfte. Mit der Mannschaft so viel Zeit zu verbringen und Erfahrungen zu sammeln, war schon eine ganz tolle Angelegenheit. Dazu gehört auch, die anderen Teams zu sehen, denn so oft sieht man die nicht", zieht die Mittelfeldakteurin im Interview mit FIFA.com positive Bilanz, auch wenn für Deutschland die EM bereits im Viertelfinale zu Ende war.

"Durch den Verein kenne ich solche Niederlagen nicht. Es war die erste Niederlage in dieser Form für mich. Auch das muss man erst verarbeiten und lernen, damit umzugehen. Es sind nun einige Wochen vergangen und wir kommen positiv zurück."

Eine Einstellung, die in den nächsten Tagen benötigt wird, denn für sie und ihr Team steht mit dem Beginn der Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ die nächste Herausforderung an. Am Samstag startet das Ensemble von Bundestrainerin Jones den Weg nach Frankreich mit der Partie gegen Slowenien. Drei Tage später folgt das Spiel gegen die Tschechische Republik.

"Die Qualität im Kader ist wirklich sehr gut. Wir haben während des Turniers (Europameisterschaft, Anm. d. R.) viele Dinge gut gemacht, und darauf werden wir aufbauen. Die Dinge, die wir nicht so gut gemacht haben, die haben wir analysiert und die wollen wir verändern. Ich denke, dass wir dann nach wie vor eine gute Rolle spielen", beschreibt Doorsoun, deren Vater aus dem Iran und Mutter aus der Türkei stammt, die Chancen der DFB-Frauen.

"Die anderen Mannschaften haben aufgeholt und Dinge verbessert. Es ist nicht mehr so einfach Tore zu schießen. Wir versuchen immer wieder, uns Lösungen einfallen zu lassen. Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind und wenn wir das konsequent ausspielen, weiterhin unsere Möglichkeiten bekommen. Man sollte in jedem Spiel 100 Prozent geben. Wir nehmen keinen Gegner auf die leichte Schulter, egal wer es ist."

Neben den oben genannten Gegnern muss sich Deutschland im Kampf um ein WM-Ticket noch mit den Färöer und Island auseinandersetzen. Nur die Gruppensieger qualifizieren sich direkt für Frankreich 2019. Die vier besten Zweitplatzierten ermitteln in einer Playoff-Runde den letzten europäischen WM-Teilnehmer. Deutschland geht als klarer Favorit in diese Begegnungen, schließlich hat der zweimalige Titelträger bisher noch keine Auflage verpasst.

Auch für die gebürtige Kölnerin, deren Traum es ist, einmal in den USA zu spielen, wäre eine Teilnahme an der WM etwas ganz Besonderes. "Das wäre eine Bestätigung meiner Leistung, meiner harten Arbeit und das es kein Zufallsprodukt ist, dass ich dabei bin. Ich versuche wirklich alles hier aufzuschnappen und einfach mein Bestes zu geben. Ich habe immer gesagt, dass ich am Ende schaue wie weit es geht. Wenn ich in zwei Jahren dabei sein sollte, dann wäre das eine Riesensache", so Doorsoun, die schon eine feste Vorstellung davon hat, auf was sich die Mannschaften und Fans in zwei Jahren freuen dürfen.

"Sie werden sehen, dass bei allen Teams eine Entwicklung zu beobachten ist und es weiter in den athletischen und taktischen Bereich geht. Der Frauenfussball entwickelt sich immer weiter und auch wir werden unseren Beitrag dazu leisten. Ich glaube einfach, dass es im Allgemeinen attraktiver wird.“