• Mehr registrierte Spielerinnen dank eines Rekrutierungs-Programms
  • Die Vereine können auf die volle Unterstützung des Tschechischen Fussballverbandes setzen
  • "Wir müssen die Kinder wissen lassen, dass Fussball für alle ist"

Wie heißt es so schön? Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, und jeder hat einmal klein angefangen. Das gilt auch für Weltklassespielerinnen wie Carli Lloyd, Marta oder Dzsenifer Marozsan. Irgendwann haben sie das erste Mal gegen den Ball getreten, ihre Liebe für den Sport entdeckt und ihr Talent stetig ausgebaut.

Hier setzt der Tschechische Fussballverband (Fotbalová Asociace České republiky (FAČR)), an, um den Frauenfussball näher in das Bewusstsein zu rücken und zu fördern. Mit der Hilfe von Rekrutierungs-Programmen soll das Interesse am Fussball geweckt und die Zahl aktiver Spielerinnen erhöht werden.

Über das Programm:

  • Von der Grassroots-Abteilung des FACR wurde das Projekt "Monat der Rekrutierung" ins Leben gerufen
  • Es basiert auf materieller und finanzieller Unterstützung des tschechischen Verbandes
  • Dieser kooperiert mit den Vereinen und bietet seine volle Unterstützung an
  • Die Vereine sind der wichtigste Faktor, um die Anzahl von Spielerinnen zu erhöhen
  • Um möglichst viele Kinder anzusprechen, werden unter anderem Schulen und Kindergärten von den Vereinen kontaktiert

"Dieses Projekt findet nur im Mai und September statt, und wir konnten eine starke Zunahme von registrierten Spielerinnen innerhalb dieser zwei Monate feststellen. Von sieben Vereinen, die dieses Rekrutierungsprojekt im Mai abhielten, schufen zwei ein neues Mädchenteam, das es vorher nicht gab, und die restlichen haben nun mehr Mädchen, die Fussball spielen“, erklärt Nikola Mužíková aus der Frauenfussballabteilung (Entwicklung) des FAČR. "Seit diesem Jahr ist das Feedback großartig. Hoffentlich wird es in Zukunft so weitergehen und wir können so viele neue Teams wie möglich schaffen. Wir müssen die Kinder wissen lassen, dass Fussball für alle ist“, führt sie weiter aus.

Der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft der weiblichen Seite des Sports ist somit gelebt. Doch der Weg an die Spitze ist bekanntlich ein steiniger. Das weiß auch Mužíková. "Ich denke, dass wir immer noch mit der Wahrnehmung des Frauenfussballs in unserem Land zu kämpfen haben. Eine gute Förderung ist der Schlüssel. Natürlich weiß ich, dass es nicht nur darum geht. Auf der anderen Seite wäre es wichtig, Akademien für die besten Spielerinnen zu schaffen, um die Jugendarbeit zu verbessern. Erfolg ist sehr wichtig. Wir wissen, wo Erfolg ist, da sind auch Menschen, die ihm folgen. Deshalb sollte die Schaffung starker Nationalmannschaften durch Akademien vorrangig sein."

Wahre Worte. In der FIFA/Coca-Cola-Frauenweltrangliste rangiert die A-Nationalmannschaft des Landes derzeit auf Platz 36. Die Teilnahme an einem großen internationalen Turnier blieb den Tschechinnen bisher verwehrt. Doch auch kleine Schritte führen bekanntlich zum Erfolg.

"Die Hauptveränderung hat im letzten Jahr mit der Vorbereitung für UEFA-U17-Frauen-Europameisterschaft begonnen [die Tschechische Republik war Gastgeber der Endrunde, Anm.d.R.]. Der ganze Verband wurde offener für den Frauenfussball, denn jeder wollte erfolgreich sein. Wir hatten eine tolle Unterstützung, und unsere Stadien waren bei Spielen des tschechischen Teams voll besetzt. Das war ein toller Schritt in eine bessere Zukunft für den weiblichen Fussball in der Tschechischen Republik."