• Deutschland strebt den siebten Titelgewinn in Folge an
  • Fünf Teams geben ihr Debüt
  • Erweiterung von 12 auf 16 Mannschaften

Das Warten hat ein Ende! Am Sonntag beginnt in den Niederlanden die UEFA Frauen-EM 2017 mit der Partie zwischen dem Gastgeber und Norwegen. Erstmals kämpfen 16 Mannschaften um die europäische Krone im Frauenfussball und streben an, das Titel-Abonnement Deutschlands zu beenden.

Ausgetragen wird das Turnier im Zeitraum vom 16. Juli bis zum 06. August an sieben Spielorten. Da sich der Frauenfussball in den vergangenen Jahren rasant weiter entwickelt hat und die Unterschiede zwischen den Teams immer geringer werden, dürfen sich nicht nur die Fans auf ein spannendes Turnier von hoher Qualität freuen. FIFA.com wirft einen Blick voraus.

Gruppe A: Niederlande (Gastgeber), Norwegen, Dänemark, Belgien
Gruppe B: Deutschland (Titelverteidiger), Schweden, Italien, Russland
Gruppe C: Frankreich, Island, Österreich, Schweiz
Gruppe D: England, Schottland, Spanien, Portugal

Das Format
Der Wettbewerb beginnt mit der traditionellen Gruppenphase (bis 27. Juli), in der innerhalb der Staffeln jeder gegen jeden antritt. Die Gruppenersten und -zweiten erreichen die Finalrunde. Das Viertel- und Halbfinale werden im K.-o.-System ausgespielt. Am letzten Spieltag (6. August) steht dann das Endspiel zur Ermittlung des Turniersiegers – und Nachfolger Deutschlands - auf dem Programm.

Interessante Aspekte
1 Anfang der 80er Jahre wurde erstmals ein UEFA-Europaturnier für Frauenmannschaften durchgeführt, dass bis 1997 alle zwei Jahre stattfand. 1989/91 erhielt der Wettbewerb den Status Europameisterschaft. 1997 nahmen acht Teams teil. Es war außerdem die letzte Ausgabe, die im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgetragen wurde. Die zehnte Europameisterschaft fand im Jahre 2009 in Finnland statt, bei der zum ersten Mal zwölf Mannschaften antraten. Acht Jahre später wurde das Teilnehmerfeld abermals erweitert und bei der EM 2017 stehen nun 16 Mannschaften in den Startlöchern.

2 Der Spruch "Man sieht sich immer zweimal im Leben" trifft auf Deutschland und Schweden eher weniger zu. Insgesamt standen sich die beiden Teams 26 Mal gegenüber, zweimal in einem EM-Finale. 1995 gewann das DFB-Team mit 3:2. Bei Schweden stand damals Pia Sundhage auf dem Platz. 2001 setzte sich Deutschland knapp mit 1:0 nach Verlängerung durch. In der Gruppenphase kommt es nun zu einer Neuauflage dieses spannenden Duells, das es zuletzt im Endspiel des Olympischen Fussballturniers gab.

3 Österreich und die Schweiz gehören neben Belgien, Schottland und Portugal zu den fünf Mannschaften, die bei der diesjährigen Ausgabe ihr Debüt feiern. Dominik Thalhammer (Österreich) und Martina Voss-Tecklenburg (Schweiz) können bei ihrer EM-Premiere auf einen erfahrenen Kader setzen. Allein bei den Österreicherinnen stehen 14 der 23 Spielerinnen bei einem Verein in Deutschland, unter Vertrag - unter anderem Torjägerin Nina Burger. Auf Schweizer Seite spielen Ramona Bachmann, Lara Dickenmann, Ana-Maria Crnogorčević und Vanessa Bürki bei europäischen Spitzenklubs.

Spielerinnen im Fokus
Vivianne Miedema (NED): Das auf dem Gastgeber eines Turniers ein größerer Druck herrscht, davon können so manche Spielerinnen ein Lied singen. Bei der EM in den Niederlanden werden die Augen auf Vivianne Miedema gerichtet sein, die zu einer der Leistungsträgerinnen avancierte. Mit 17 Jahren streifte sie erstmals das Trikot der A-Nationalmannschaft über und erzielte bereits in ihrem zweiten Länderspiel einen Hattrick - obwohl sie in der Partie gegen Portugal erst zur 75. Minute eingewechselt wurde. In der Qualifikation zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™ traf Miedema insgesamt 16 Mal ins gegnerische Netz und war damit einmal mehr beste Torschützin eines Wettbewerbs. Allein in den beiden entscheidenden Playoff-Spielen gegen Italien erzielte sie alle drei Treffer der Niederländerinnen und schoss diese so zum ersten Mal überhaupt zur Frauen-WM.

Harpa Thorsteinsdóttir (ISL): Im Vorfeld der EM hätte es für Island durchaus besser laufen können. Durch den Ausfall von Margrét Lára Vidarsdóttir, ihrer Schwester Elísa und Dóra María Lárusdóttir stehen Trainer Freyr Alexandersson gleich drei wichtige Spielerinnen nicht zur Verfügung. Doch mit Harpa Thorsteinsdóttir hat er ein Ass im Ärmel. Islands Fusballerin des Jahres 2014 erzielte in der Qualifikation für die Niederlande 2017 stolze zehn Treffer und hatte damit großen Anteil am Erfolg der Isländerinnen.

Sakina Karchaoui (FRA): Mit gerade einmal 21 Jahren hat sich Sakina Karchaoui mittlerweile zur festen Größe in der französischen Auswahl gemausert und ihren Platz auf der linken Außenbahn gefunden. Erst im April 2016 hatte sie ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft gefeiert und war auch beim Olympischen Fussballturnier der Frauen Rio 2016 zum Einsatz gekommen. Knapp drei Monate später nahm Karchaoui an der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2016 in Papua-Neuguinea teil, wo sich die Französinnen erst im Finale geschlagen geben mussten.