• Seit 2012 im Amt
  • "Olympische Spiele? Fantastisch!"
  • Nächste Ausfahrt: UEFA Women's Euro 2017


Das Beste am schwedischen Team? Diese Frage zu beantworten fällt Pia Sundhage sichtlich leicht. "Sie holen die besten Leistungen aus sich heraus", kommt es​ im exklusiven Interview mit FIFA.com postwendend aus ihrem Mund. Seit Dezember 2012 betreut die gebürtige Schwedin nun schon die Frauennationalmannschaft ihres Heimatlandes und feierte im vergangenen Jahr den bisher größten Erfolg mit der Damlandslaget.

"Es war ein verrücktes Jahr für das schwedische Team. Nach der WM mussten wir uns für Olympia qualifizieren. Das haben wir in den Niederlanden geschafft. Es waren drei harte Spiele und wir haben nicht so viele Tore erzielt, aber einen Weg gefunden, um zu gewinnen. Danach hatten wir Höhen und Tiefen", erklärt Sundhage.

Zu den Höhen zählt definitiv der Auftritt Schwedens beim Olympischen Fussballturnier für Frauen in Rio, von dem das Team die Silbermedaille mit nach Hause brachte und sich gleichzeitig über die bisher beste Platzierung freuen konnte.

"Die Olympischen Spiele? Fantastisch! Ich glaube, wir hatten einen ziemlich guten Start gegen Südafrika und dann trafen wir in Rio auf Brasilien und Marta. Sie haben uns mit 5:1 geschlagen. Aber wir sind zurückgekommen. Das ist etwas, worauf ich wirklich stolz bin. Wir haben uns so oder so zusammengerauft, als Team gegen China gespielt und Brasilien und die USA im Elfmeterschießen geschlagen. Das Finale zu erreichen war etwas Besonderes. Ein guter Start alleine reicht nicht aus – ein Trainer alleine reicht nicht aus. Wir mussten es gemeinsam schaffen."

Dass im Viertelfinale ausgerechnet die Stars & Stripes warteten, die Sundhage in ihrer Zeit als U.S.-Trainerin zu zwei Goldmedaillen führte, verlieh diesem Spiel eine besondere Würze. "Nach dem Spiel gegen China kamen wir zusammen und ich habe gesagt: 'Ich habe drei gute Nachrichten. Erstens: Wir stehen im Viertelfinale. Zweitens: Wir werden hier bleiben und müssen nicht reisen.' Die Spielerinnen sahen sich um und sagten: 'Wow, das ist großartig.' 'Und drittens: Wir werden gegen das U.S.-Team spielen.' Alle sagten: 'Ja, das ist der Moment.' Diese Reaktion war für uns sehr wichtig, weil es uns diese Energie brachte und wir wussten, dass wir eine Chance hatten. In dieser Nacht fühlte ich mich gut, voller Energie und ich dachte, wir haben eine Chance."

Wiedersehen macht Freude
Ihr Bauchgefühl sollte sie nicht täuschen, wie hinlänglich bekannt ist. Die USA wurden bezwungen, genauso wie Brasilien im Halbfinale. Erst im Endspiel fanden die Schwedinnen in Deutschland ihren Meister. Und Sundhage weiß genau, wer den kleinen aber feinen Unterschied gemacht hat. "[Dzsenifer] Marozsan. Sie haben diesen Star, der Deutschland von Schweden trennt. Zwei gute Mannschaften, gute Teamarbeit, aber wenn ich sehe, wie sie den Ball in die Ecke des Tores gezirkelt hat. Sie hat es geschafft. Wir hatten so eine Spielerin nicht."

Auch wenn das Finale verloren ging, sieht die 57-Jährige den Gewinn von Silber als die bisher größte Leistung der Mannschaft unter ihrer Leitung an und ist stolz auf den Weg, den sie vom ersten Spiel gegen Südafrika bis hin zur Begegnung gegen Deutschland genommen haben. Einen Weg, den es nun fortzusetzen gilt.

Nur knapp einen Monat nach Olympia brachte Schweden die Qualifikation für die im Sommer anstehende UEFA Women’s Euro in den Niederlanden unter Dach und Fach. In der Gruppenphase kommt es dann zu einem Wiedersehen mit Deutschland. Darüber hinaus warten Italien und Russland.

"Wir werden zunächst einmal einen anderen Weg beschreiten, ein bisschen anders spielen und neue Spielerinnen bringen. Wir haben hohe Erwartungen an diesen Mix aus neuen und alten Spielerinnen. Mit dem Gewinn der Silbermedaille haben wir Selbstvertrauen gewonnen. Wir werden dieses gute Gefühl mitnehmen, darüber hinaus über eine gute Verteidigung verfügen und den Angriff verbessern. Ich freue mich sehr auf die Europameisterschaft.“