Am Freitag, 29. November 2013, fand im Home of FIFA in Zürich ein Konsensusgespräch zum Thema Dopingbekämpfung im Sport statt. 

Die von der FIFA in Zusammenarbeit mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und verschiedenen internationalen Sportverbänden veranstaltete Konferenz wurde von Top-Experten mit verschiedenen fachlichen Schwerpunkten besucht, die unter dem Motto "Zeit für Veränderungen" ihren Erkenntnisstand austauschten, den aktuellen Stand zu bestimmten Fragestellungen determinierten und neue Strategien und Methoden im Kampf gegen Doping im Sport diskutierten. 

Zu den Gesprächsthemen gehörte vor allem das biologische Profil, mit dessen Umsetzung beim FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013 begonnen wurde. Dieses besteht aus zwei Komponenten, den hämatologischen Parametern im Blut sowie dem Steroidprofil im Urin, und gilt als die beste Methode zum Nachweis von leistungssteigernden Medikamenten. Die FIFA zählt zu den Vorreitern auf diesem Gebiet und wird die Entwicklung dieser neuen Strategie für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ weiter vorantreiben. 

"Jedes Individuum hat einen genetischen Bauplan der verschiedenen Hormone und Steroide im Körper. Dieser bleibt immer annähernd gleich, dies gilt auch für verschiedene Parameter im Blut, wie beispielsweise rote Blutkörperchen. In dem Moment, in dem ein Athlet damit beginnt, seinen Körper zu manipulieren, kann sich sein Profil der Hormone und Steroide sowie des Blutes verändern. Dieses individuelle Profil können und wollen wir langfristig beobachten", erklärte Professor Jiri Dvorak, der medizinische Leiter der FIFA.

"Die Dopingsünder werden clever, wir müssen noch cleverer sein. Daher haben wir das biologische Profil eingeführt", so Prof. Dr. Martial Saugy, Direktor des von der WADA für die Analyse von Blut- und Urinproben während der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ akkreditierten Schweizerischen Labors für Dopinganalysen (LAD). 

Bessere Kosteneffizienz und neue Testmöglichkeiten
Auch die Kosteneffizienz in der Dopingbekämpfung wurde intensiv besprochen. "Gegenwärtig werden weltweit schätzungsweise 300 bis 400 Millionen U.S.-Dollar pro Jahr in den Kampf gegen Doping im Sport investiert. Die Frage, ob dieses Geld auch effizient investiert wird, ist gerechtfertigt. Daher diskutieren wir mögliche neue, kosteneffektive und abschreckende Strategien. Die Zeit ist möglicherweise reif für die Entwicklung eines angepassten Systems in Übereinstimmung mit der Risikoabwägung bei den verschiedenen Sportarten, das gleichzeitig auch kosteneffizient sein muss", so Dvorak.

"Wir müssen neue Testmöglichkeiten, aber dabei auch eine bessere Balance zwischen Kosten und Effektivität in der Dopingbekämpfung finden. Daher ist es sehr wichtig, sich hier auszutauschen. In den letzten zehn Jahren hat es viele Verbesserungen beim Entdecken verbotener Substanzen gegeben, darunter der biologische Pass, der sehr effizient ist. Athleten mit abweichenden Parametern können gezielt getestet werden", meinte Dr. Mario Zorzoli, Chefmediziner des Radsport-Weltverbandes UCI. "Der Informationsaustausch mit Behörden wie Polizei und Zoll muss weiter vorangetrieben werden. Die Tatsache, dass ein Athlet das gesamte Jahr über jederzeit getestet werden kann, hat abschreckende Wirkung."

"Der neue WADA-Code ist fantastisch, aber er sagt solange nichts aus, bis wir auch handeln. Daher ist der Zeitpunkt dieser Konferenz perfekt. Die Zeit für Veränderungen, nämlich neue und intelligente Testmethoden, ist gekommen", betonte Dr. Richard Budgett, medizinischer Direktor des IOC.

"Diese Konferenz ist eine großartige Initiative der FIFA. Wir freuen uns, Teil dieser Veranstaltung zu sein, und sind jederzeit offen für neue Ideen. Wir sind hier, um zu diskutieren, wie wir das System verbessern können. Wir brauchen strategischere Maßnahmen und neue Programme, wie etwa den biologischen Pass. Die langfristige Verfolgung der Daten hat abschreckende Wirkung. Wir brauchen zudem weitere Untersuchungen im Umfeld der Athleten. Die Dopingbekämpfung ist ein sehr komplexer Bereich. Konstanter Austausch und Dialog sind dabei sehr wichtig", so Dr. Alan Vernec, medizinischer Direktor der WADA.

Im Anschluss an die Konferenz wird ein Expertenausschuss den nach versammelter Expertise gemeinsam erarbeiteten Standpunkt festhalten. Dieser soll im Mai 2014 im British Journal of Sports Medicine (BJSM) publiziert werden.