Als die FIFA 1966 Dopingkontrollen einführte, war sie damit einer der ersten Sportverbände weltweit, die das Problem erkannten und aktiv Maßnahmen ergriff, um dagegen zu kämpfen.

Die FIFA hat eine klar umrissene Vision: Der Fussball soll dopingfrei bleiben. Es obliegt der FIFA, Schaden von den Spielern abzuwenden und dafür zu sorgen, dass die Wettbewerbsbedingungen für alle Fussballspieler gleich sind. Da die FIFA es mit ehrgeizigen und unabhängigen Einzelpersonen zu tun hat, ist die Anti-Doping-Strategie vor allem auf Aufklärung und Prävention ausgerichtet. Die FIFA respektiert die Würde und die Privatsphäre aller Spieler, die sich Dopingkontrollen unterziehen müssen.

Die FIFA stützt sich bei allen Entscheidungen im Hinblick auf ihr Anti-Doping-Programm auf die Besonderheiten des Fussballspiels, wissenschaftliche Erkenntnisse und die Analyse gesicherter Dopingstatistiken. Die FIFA nimmt ihre Verantwortung im Kampf gegen Doping durch strenge Kontrollregeln, fortlaufende Datensammlung und die Förderung der evidenzbasierten Forschung wahr. Daneben hat sich die FIFA in der unbedingt erforderlichen weltweiten Zusammenarbeit zum Schutz der Gesundheit der Athleten und des Geistes des fairen Wettbewerbs als zuverlässiger Partner der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erwiesen.

Statistik
Gemäß den Statistiken der WADA ist Fussball die Sportart mit der höchsten Anzahl Dopingkontrollen, nämlich durchschnittlich rund 30.000 Kontrollen pro Jahr. Anhand der Gesamtanzahl der im Fussball entnommenen und ausgewerteten Proben lässt sich der Anteil positiver Befunde berechnen. Insgesamt gibt es im Fussball über die Jahre ein geringes Vorkommen positiver Befunde, das deutlich unter 0,45 Prozent liegt (2011 0,42%, 2012 0,40%, 2013 0,29%, 2014 0,20% 2015 0,24 %).

2015 wurden im Fussball weltweit 32.362 Dopingkontrollen durchgeführt. Gemäß der Dopingkontroll-Datenbank der FIFA waren davon 78 Proben (0,24 %) positiv, wie in der folgenden Tabelle aufgeführt. 

Verstöße gegen Dopingregeln im Fussball (ADRV) 2006 bis 2015*
Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 
Proben insgesamt 25'727 28'313 33'445 32'526 30'398 28'597 28'008 28'002 31'242  32'362
Positive Proben (ADRV) 89 103 82 72 99 120 112 82 61  78
Prozentsatz positiver Proben 0.35% 0.36% 0.25% 0.22% 0.33% 0.42% 0.40% 0.29% 0.20%  0.24%
ADRV nach Substanzklassen
S1. Anabolika 10 14 8 5 13 17 13 18 17  13
S2. Peptidhormone, Wachstumsfaktoren - 1 1 2 1 - - - -  -
S3. Beta-2-Agonisten 2 2 6 2 5 - 1 3 -  3
S4. Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren - - - 1 - 1 - 3 2  4
S5. Diuretika und Maskierungsmittel 10 5 - 1 7 3 2 4 3  11
S6. Stimulanzien 9 38 19 24 27 39 35 23 24  27
S7. Narkotika 1 1 1 1 - 2 1 1 -  1
S8. Cannabinoide 52 38 40 30 39 39 40 12 2  8
S9. Glukokortikoide 5 3 6 4 2 8 9 11 8  2
Andere - 1 1 2 5 11 11 7 5  9

Die FIFA führt die Anti-Doping-Programme bei allen FIFA-Wettbewerben selbst durch und legt die Antidopingregeln fest, die bei allen Fussballwettbewerben weltweit Anwendung finden. Die Dopingkontrollen auf Konföderationsebene und bei nationalen Wettbewerben werden direkt von den Konföderationen, den Mitgliedsverbänden und/oder den nationalen Antidoping-Behörden durchgeführt. Die FIFA beaufsichtigt die Verwaltung der Resultate einschließlich potenzieller Berufungen vor dem Sport-Schiedsgericht (Court of Arbitration for Sports, CAS).

Die folgende Tabelle zeigt die von der FIFA in den Jahren 2013, 2014 und 2015 durchgeführten Dopingkontrollen.

Von der FIFA durchgeführte Dopingkontrollen 2013, 2014 und 2015*
Jahr 2013 2014 2015 
Urinproben während Wettbewerbe 96 328  716
Urinproben außerhalb von Wettbewerben 366 803  96
Urinproben gesamt 462 1131  812
Blutproben während Wettbewerben 30 261  32
Blutproben außerhalb von Wettbewerben 362 446  0
Blutproben gesamt 392 707  32
Proben gesamt 854 1838  844

Kontrollstrategie
Der Spielkalender im Fussball reicht fast über das ganze Jahr, hinzu kommt die Saisonvorbereitung, so dass für die einzelnen Spieler nur wenige Wochen Pause bleiben. Spitzenspieler bestreiten oftmals nicht nur am Wochenende, sondern auch unter der Woche Spiele. Ferner spielen sie in verschiedenen Teams auf nationaler und internationaler Ebene, womit die spielfreien Zeiten (außerhalb von Wettbewerben) noch kürzer werden.

Die FIFA entwickelt aktiv neue Strategien im Kampf gegen Doping. Eine der jüngsten Innovationen war die Einführung des so genannten biologischen Profils mit hämatologischen Parametern aus Blutproben und steroidalen Parametern aus den Urinproben. Jegliche Abweichung kann auf einen potenziellen Missbrauch leistungssteigernder Medikamente wie anaboler Steroide oder Hormone bzw. auf eine Manipulation des Blutes hinweisen.

Derzeit richtet die FIFA eine Datenbank ein, um Fussballer während ihrer gesamten Profikarriere zu überwachen. Die Laborergebnisse von unterschiedlichen Kontrollen während und außerhalb der Wettbewerbe werden in einer zentralen Datenbank gespeichert und sind so leicht vergleichbar. Diese neue Strategie wurde anlässlich des FIFA Konföderationen-Pokals 2013 eingeführt und erstreckte sich auch auf alle Spieler, die an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ teilgenommen haben und bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ teilnehmen werden.

Der Fussball hat als Mannschaftssport von allen Sportarten die höchste Anzahl von Sportlern. Wirksame und effiziente Dopingkontrollpläne sind deshalb ein Muss. Die Kosten eines einzigen Dopingtests mit Organisation, Durchführung, Analyse und Verwaltung werden durchschnittlich auf etwa 1.000 U.S.-Dollar veranschlagt. Entsprechend ergeben sich angesichts der Anzahl der weltweit pro Jahr im Durchschnitt durchgeführten Dopingkontrollen allein im Fussball Kosten von ca. USD 30 Mio. für den Kampf gegen Doping.

*Zahlen und Tabellen, Stand 5. Dezember 2016