Unterwegs im Auftrag des Fussballs

Seit rund 40 Jahren beobachtet die Technische Studien-Gruppe (TSG) der FIFA die Spiele bei internationalen Turnieren und zeigt neue Trends auf. 1965 wurde beschlossen, eine Fachgruppe zu bilden, um die Spiele bei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften zu analysieren. Bei der FIFA WM 1966 in England trat diese Gruppe erstmalig in Aktion.

Die Aufgaben der TSG bestehen im wesentlichen in der Spiel- und Trainingsbeobachtung der Mannschaften. Die hier gewonnenen Erkenntnisse werden in intensiven Diskussionen ausgewertet und sollen zur Diskussion und zum Gedankenaustausch anregen.

Die Abteilung Technische Entwicklung bei der FIFA wird von Jean-Paul Brigger, ehemaliger Schweizer Nationalspieler (35 Länderspiele, 4 Tore), Schweizer Meister und Spieler des Jahres 1992 mit dem FC Sion, fünffacher Schweizer Pokalsieger und Schweizer Trainer des Jahres 1995, geleitet. Bei FIFA Turnieren wird die TSG aus sehr erfahrenen Fachleuten gebildet, die Erfahrungen auf höchstem internationalen Niveau gesammelt haben, entweder als aktueller oder ehemaliger Nationaltrainer. Zu ihren Aufgaben gehören neben der Trainings- und Spielbeobachtung vor allem auch Kontaktgespräche mit den Nationaltrainern, wobei zu den gemachten Beobachtungen auch mannschaftsspezifische Details in Bezug auf Vorbereitung, Mannschaftsbildung und generelle Erwartungen an das Turnier kommen.

Die Informationen hieraus werden in einem Bericht zusammengefasst, der den Mitgliedsverbänden der FIFA für Ausbildungszwecke zur Verfügung gestellt wird. Daneben werden visuelle Unterstützungen für die Trainingsarbeit in Form von DVDs produziert. Dieses Material soll helfen, die tägliche Arbeit im Training zu unterstützen und anzuregen. Dabei wird vor allem die Verbesserung des Spielniveaus und die Weiterentwicklung der Spieler angestrebt.

Doch die Berichte der TSG gehen weit über die reine Spielanalyse hinaus. Diskussionspunkte wie der Einfluss einer zu kurzen Vorbereitungsphase vor einem großen Turnier auf die Leistung eines Spielers oder die Akzeptanz beziehungsweise Ablehnung einer passiven Abseitsstellung werden innerhalb der TSG intensiv erörtert und in Vorschlägen zusammengefasst, die dann den Entscheidungsträgern weitergeleiten werden.

Auch die Bedeutung von Nationalmannschaften in der zunehmenden Internationalisierung des Fussballs gehört zu den herausragenden Themen. Gerade die großen Turniere zeigen, dass die Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Nationalmannschaft besonders ausgeprägt ist.